Die Hitzewellen werden immer häufiger und intensiver – und das hat nicht nur Auswirkungen auf unseren Sommerurlaub, sondern auch auf die Wirtschaft. Wie das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) warnt, wird die wirtschaftliche Landschaft durch diese extremen Wetterbedingungen ordentlich durcheinandergewirbelt. Marcus Scheiblecker, ein Experte des WIFO, spricht Klartext: „Einige Bereiche müssen sich auf längere Hitzeperioden einstellen, aber die Umstellung wird mit Kosten verbunden sein.“ Tatsächlich scheinen viele Branchen vor neuen Herausforderungen zu stehen, die nicht unbedingt nachhaltig sind.

Der Tourismussektor ist hier ein gutes Beispiel. Die ständig wechselnden klimatischen Bedingungen erfordern permanente Anpassungen. Wer noch glaubt, dass ein einfacher Sommerurlaub in den Bergen genügt, der irrt gewaltig. Auch die Landwirtschaft wird stark betroffen sein. Vor allem zwischen Juni und September drohen häufigere Hitzewellen, die die Ernte und damit die Preise in die Höhe treiben könnten. Und dann ist da noch der Bau, der vor neuen Problemen steht. Möglicherweise müssen Bauarbeiten in kühlere Zeiten verlagert werden, was die Kosten weiter ansteigen lässt. Ein Bauloch im Sommer, ähnlich dem, was wir im Winter erleben? Das könnte Realität werden.

Strombedarf und Energieversorgung

Die Prognosen zeigen auch ein erhöhtes Bedürfnis nach Energie – mehr Klimaanlagen, mehr Strom. Österreich könnte gezwungen sein, mehr Strom zu importieren oder verstärkt auf Solarenergie zu setzen. Die Windkraft kann nur dann das fehlende Puzzlestück liefern, wenn genügend Investitionen fließen. Interessant ist, dass Klimaanlagen zu 100 Prozent importiert werden. Das heißt, der heimischen Wirtschaft kommt nur der Einbau zugute – ein wenig ironisch, oder? Und die Bau- sowie Wohnkosten könnten durch diese Situation ebenfalls steigen.

Die Zahlen sprechen für sich. Der Sommer 2023 war der heißeste in Deutschland seit Beginn der Aufzeichnungen 1881. Die mittlere Lufttemperatur ist seitdem um 1,8 °C gestiegen. Extreme Wetterereignisse sind keine Seltenheit mehr. Hitzewellen, Dürre, Starkregen und Hochwasser prägen zunehmend unsere Realität. Klimarisikoanalysen zeigen ganz klar auf: Die Risiken für Ökosysteme, Gesundheit und Infrastrukturen steigen in allen Regionen Deutschlands. Um dem Ganzen Herr zu werden, hat die Bundesregierung die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel 2024 (DAS 2024) beschlossen.

Anpassungsstrategie und Handlungsbedarf

Diese neue Strategie soll messbare Ziele der Klimaanpassung festlegen und ist in sieben Cluster unterteilt, darunter Infrastruktur, Landwirtschaft und menschliche Gesundheit. Ein fortlaufendes Monitoring wird die Fortschritte anhand von Indikatoren messen. Das Umweltbundesamt (UBA) spielt hier eine zentrale Rolle, berät das Bundesumweltministerium und unterstützt den Strategieprozess. Die Dringlichkeit ist gegeben, wie die Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 gezeigt hat. Die Notwendigkeit zur Anpassung ist klar, und sie erfordert ein gemeinsames Vorgehen zwischen Bund, Ländern und Kommunen.

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Aber wie sieht es mit der Finanzierung aus? Hier strebt man eine gemeinsame Lösung an. Die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Fachwelt war ebenfalls ein wichtiger Aspekt im Prozess der Strategieentwicklung. Die Empfehlungen aus dem Beteiligungsprozess „Dialog KlimaAnpassung“ wurden den Bundesministerien zur Prüfung vorgelegt. Man merkt, dass die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren unerlässlich ist – nur gemeinsam kann man der Herausforderung Klimawandel begegnen.

Die Zukunft wird zeigen, wie erfolgreich diese Maßnahmen tatsächlich sein werden. Aber eines ist sicher: Wir müssen uns anpassen, und zwar schnell. Der Klimawandel macht vor keiner Branche halt.