Heute ist der 26.06.2026. Wenn wir aus dem Fenster schauen, sehen wir die Sonne strahlen – und das kann für viele Arbeitnehmer in Europa ein echtes Problem darstellen. Laut der EU-OSHA ist extreme Hitze eines der am schnellsten wachsenden arbeitsbedingten Risiken, das sich aus dem Klimawandel ergibt. Uff, schon beim Gedanken daran wird einem ganz warm! In der EU sind etwa jede fünfte erwerbstätige Person hohen Temperaturen am Arbeitsplatz ausgesetzt, und besonders betroffen sind die Branchen Landwirtschaft, Bauwirtschaft, Verkehr, Industrie, Rettungsdienste und Tourismus. Wenn man sich das so anschaut, fragt man sich: Wie lange können wir diesen Trends noch standhalten?

Die Landwirtschaft ist hier die am stärksten betroffene Branche. Das ist nicht überraschend, denn Landarbeiter sind oft direkter Sonneneinstrahlung und körperlicher Belastung ausgesetzt. Und wenn man dann noch bedenkt, dass 68 % der Beschäftigten in der Landwirtschaft und 52 % im Baugewerbe mindestens ein Viertel ihrer Arbeitszeit hohen Temperaturen ausgesetzt sind – na, da wird einem ganz anders. In der Industrie und im Verkehr sind es immerhin 33 %. Es ist also kein Wunder, dass der Anteil der Beschäftigten, die zwischen einem Viertel und drei Vierteln ihrer Arbeitszeit großer Hitze ausgesetzt sind, von 13 % im Jahr 1995 auf 21 % im Jahr 2024 gestiegen ist.

Gesundheitliche Risiken durch Hitze

Die gesundheitlichen Folgen sind nicht zu unterschätzen. Extreme Hitze kann zu Dehydrierung, Erschöpfung oder sogar Hitzschlag führen. Und das ist nicht nur ein individuelles Problem, sondern auch eines, das die Produktivität und damit das Wirtschaftswachstum beeinträchtigt. Bei Temperaturen über 30 °C steigen die Produktivitätsverluste sprunghaft an. Vor allem in der Landwirtschaft und im Baugewerbe müssen Arbeiten oft in den heißesten Stunden des Tages unterbrochen werden. Ehrlich gesagt, das ist nicht nur nervig, sondern auch wirtschaftlich gesehen ein echter Einschnitt.

Man könnte meinen, dass Männer hier stärker betroffen sind – das stimmt auch. 34 % der Männer im Vergleich zu 18 % der Frauen sind mindestens ein Viertel ihrer Zeit Hitze ausgesetzt. Und das, obwohl viele Hochrisikoberufe eher männlich geprägt sind. Saisonkräfte, Migranten und Selbstständige haben oft weniger Schutz. Wenn wir über Schutzmaßnahmen sprechen, ist es wichtig zu erwähnen, dass die Arbeitgeber gefordert sind, diese zu implementieren. Eine Gefährdungsbeurteilung ist unerlässlich, um Risiken zu erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen festzulegen.

Klimawandel und neue Herausforderungen

Der Klimawandel führt nicht nur zu mehr Hitzeperioden, sondern beeinflusst auch die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. In Innenräumen sollte die Lufttemperatur 26 Grad Celsius nicht überschreiten – ein Ziel, das in vielen Betrieben oft schwer zu erreichen ist. Die physikalischen Bedingungen wie Luftgeschwindigkeit, Luftfeuchtigkeit und die individuelle körperliche Verfassung spielen eine entscheidende Rolle. Ein unbehagliches Raumklima kann schnell zu Beschwerden führen. Kopfschmerzen, Übelkeit oder Reizbarkeit sind nur einige der Symptome, die durch Hitzebelastung hervorgerufen werden können.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

In diesem Kontext hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales den Abschlussbericht „Klima wandelt Arbeit“ veröffentlicht. Rund 280 Expertinnen und Experten haben sich in einer zweijährigen Politikwerkstatt mit diesen Herausforderungen auseinandergesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass wir die Gefahren durch saisonale Hitzebelastung und Extremwetterereignisse ernst nehmen müssen. Dabei ist es entscheidend, dass wir lernen, mit diesen neuen Risiken umzugehen, um die Gesundheit und Produktivität der Arbeitnehmer zu sichern.

Besonders interessant ist die Initiative, Schutzmaßnahmen im Klimawandel für körperlich belastete Berufsgruppen zu vermitteln. Die nächste Veranstaltung im Rahmen des Hitzeaktionstags am 8. Juni 2026 wird sich mit praktischen Maßnahmen und den ökonomischen Nutzen des Hitzeschutzes beschäftigen. Ein kontinuierliches Gemeinschaftsprojekt, das zeigt, wie wichtig es ist, dass Politik, Verwaltung und Wirtschaft gemeinsam an Lösungen arbeiten.