Es ist schon eine merkwürdige Zeit für die Hamburger Wirtschaft. Der aktuelle Konjunktur-Barometer der Handelskammer zeigt, dass die Stimmung in den Unternehmen weiterhin angespannt bleibt. Zwar gab es eine leichte Verbesserung in den letzten Wochen, aber von einer echten Trendwende kann nicht die Rede sein. Ein Blick auf den Einzelhandel offenbart, dass hier die Lage besonders düster ist: Nur 7% der befragten Firmen bewerten ihre Geschäftslage als gut, und gerade einmal 2% glauben an eine baldige Besserung. Das sind die schlechtesten Werte, die wir seit 2008 und 2020 gesehen haben – das ist schon ein bisschen beunruhigend.

Und das Baugewerbe? Da sieht es noch finsterer aus. Nur 1,5% der Unternehmen sind optimistisch, was die kommenden Monate angeht. Das wirft ein Schlaglicht auf die Sorgen, die viele Unternehmer plagen. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen – also Dinge wie Bürokratie und Standortfaktoren – werden zunehmend als Geschäftsrisiko wahrgenommen. Eine Rekordzahl an Unternehmen nennt diese Aspekte als Hauptsorge. Sechs von zehn Firmen in Hamburg sehen teure Energie und Rohstoffe als das größte Risiko an. Und das ist kein Wunder, wenn man bedenkt, wie stark die Preise in den letzten Monaten gestiegen sind.

Ein Blick auf die Metropolregion

<pDie Stimmung in der Metropolregion Hamburg ist im Herbst 2025 ebenfalls eingetrübt. Eine Umfrage unter 1.531 Unternehmen zeigt, dass die Einschätzungen zur aktuellen und zukünftigen Geschäftslage per saldo negativ sind. Der Geschäftsklimaindikator liegt bei 86,0 Punkten und ist damit um 1,6 Punkte im Vergleich zum ersten Quartal gefallen. Besonders der Handel hat mit einem Geschäftsklima von nur 69,5 Punkten zu kämpfen – das ist schlechter als der Durchschnitt. Pessimismus macht sich breit: Im Handel erwarten 39,9% eine eher ungünstigere Entwicklung. Das hat sicherlich mit den hohen Energiepreisen und der allgemeinen Marktlage zu tun.

Die Unternehmen haben auch bei der Personal- und Investitionsplanung eine negative Tendenz festgestellt. 66,8% der Firmen rechnen mit gleichbleibender Beschäftigtenzahl, und nur 10,5% planen, mehr Leute einzustellen. Dazu kommt, dass die Exportaussichten eher trübe sind: 57% der Befragten erwarten stagnierende Exporte. Das macht die Lage nicht gerade rosig.

Die Herausforderungen der Hamburger Unternehmen

Die Hamburger Wirtschaft leidet nicht nur an den internen Problemen, sondern wird auch von externen Faktoren stark belastet. Der Irankrieg und die gestiegenen Energiepreise bringen zusätzliche Unsicherheiten mit sich. Im ersten Quartal 2023 sank der Geschäftsklimaindex auf 85,4 Punkte – das ist ein Rückgang von 3,1 Punkten im Vergleich zum Vorquartal. Die langfristige Entwicklung zeigt, dass wir uns weit vom langjährigen Mittelwert von 105,9 Punkten entfernt haben. Es ist wie ein schleichender, aber ständiger Druck, der auf den Schultern der Unternehmer lastet.

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Die größten Risiken sehen die Unternehmen in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und den Energiepreisen. Über 65% der Befragten geben an, dass sie sich wegen dieser Aspekte Sorgen machen. Es ist fast schon ein Teufelskreis: Die Unternehmen sind angespannt, was sich auf ihre Investitionen auswirkt, und das zieht die Wirtschaft weiter nach unten. Unter diesen Umständen ist die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung stark gedämpft.

Am Ende bleibt nur die Frage, wie lange die Hamburger Wirtschaft diesen Druck noch aushalten kann. Die Zeichen stehen auf Sturm, und es wird spannend sein zu beobachten, wie die Unternehmen auf diese Herausforderungen reagieren werden. Man kann nur hoffen, dass ein Lichtblick am Horizont auftaucht.