Hamburg steht in den Startlöchern für eine große Herausforderung, die alle Beteiligten auf die Probe stellen wird. Die Handelskammer Hamburg hat Unternehmen zur Vorbereitung auf Krisenfälle eingeladen, und das nicht ohne Grund. Ende September 2026 wird die Bundeswehr die Übung „Red Storm“ durchführen, die ein Krisenszenario simuliert – einen längeren Stromausfall. Ja, richtig gehört! Die Unternehmen sollen nicht nur ihre Reaktionen auf den Stromausfall testen, sondern auch Schwachstellen identifizieren. Große Player wie Edeka und ECE sind bereits dabei, und auch viele Handwerksbetriebe haben ihr Interesse bekundet. Man kann sagen, das ist ein Aufruf zum Handeln, der in dieser Dimension bislang einzigartig ist.

Die Vorbereitungen laufen parallel zur Innenministerkonferenz, die am Mittwoch in Hamburg startet. Hier werden sich auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Verteidigungsminister Boris Pistorius blicken lassen. Es ist klar, dass Hamburg sich nicht nur mit der Übung „Red Storm Business“ befasst, sondern auch eine Internetseite zur Krisenvorsorge für die Bevölkerung plant. Tipps und Checklisten werden bereitgestellt, um die Bürger auf mögliche Krisensituationen vorzubereiten. Man fragt sich, ob die Bevölkerung ausreichend sensibilisiert ist, denn seit 2020 gab es in Hamburg etwa 40 linksextrem motivierte Angriffe. Ein zentraler Krisenstab soll die Hamburger Infrastruktur nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz schützen. Das ist ein Thema, das uns alle betrifft – und zwar nicht nur in Hamburg.

Die Sicherheitslage im Blick

Das Thema Krisenvorsorge ist nicht neu, aber es gewinnt zunehmend an Brisanz. Eric Leimann hat in einem Artikel über die Sicherheitslage in Unternehmen festgestellt, dass sich Geschäftsführer wie Nick Zippel von der FRANK ECOenergy GmbH intensiver mit fragilen Sicherheitslagen auseinandersetzen müssen. Besonders alarmierend sind die vermutlich von Russland gesteuerten Angriffe auf die Infrastruktur in Europa. Hamburg, als bedeutender Logistik-Hub, wird zur zentralen Drehscheibe für NATO-Streitkräfte im Konfliktfall. Das zeigt, wie wichtig Resilienz für Unternehmen geworden ist – sie könnte sogar zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden.

Die Handelskammer Hamburg hat nicht nur die Übung „Red Storm Business“ ins Leben gerufen, sondern entwickelt auch einen Krisenvorsorgeplan in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Dr. Malte Heyne, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer, sieht in der Resilienz eine Chance für Unternehmen. Dazu gehört auch ein Übungs-Info-Paket, das den Firmen bereitgestellt wird. Und nicht zu vergessen, die Hamburger Unternehmen wie Lufthansa Technik, die immer mehr militärische Kompetenzen aufbauen. Das klingt nach einer ernsthaften Strategie, um in Krisenzeiten nicht unterzugehen.

Der Blick auf die kritische Infrastruktur

Die Verwundbarkeit kritischer Infrastrukturen in Deutschland ist ein Thema, das uns alle betrifft. Erinnern wir uns an die Anschläge auf die Stromversorgung in Berlin im Herbst 2025, die 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe betrafen. Während solcher Stromausfälle sind auch Mobilfunknetz-Ausfälle nicht selten – ein großes Chaos, das schnell ausbrechen kann. Seit 2022 nehmen die Sabotageakte auf Energie- und Datenkabel zu, und die geopolitischen Spannungen, insbesondere durch den Krieg in der Ukraine und Konflikte im Nahen Osten, werfen ihre Schatten auf die Wirtschaft.

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Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es für deutsche Unternehmen ist, ihre Krisenpläne regelmäßig zu überprüfen. Resilienz kann zwar zunächst höhere Kosten verursachen, etwa durch Sicherheitsinvestitionen und den Aufbau von Personal, doch langfristig ist sie entscheidend für den Fortbestand von Produktion und Logistik. Unternehmen mit belastbaren Krisenstrukturen haben einen klaren Vorteil. Das KRITIS-Dachgesetz, das im Laufe der Zeit beschlossen wurde, soll den Schutz kritischer Infrastrukturen stärken. Mindestanforderungen für Betreiber kritischer Anlagen, Notfallteams und Ausfallsicherheitsmaßnahmen sind nur einige der Punkte, die hier angesprochen werden.

In dieser Zeit der Unsicherheiten und Bedrohungen müssen wir uns fragen, ob wir als Gesellschaft gut aufgestellt sind und wie wir uns gegenseitig unterstützen können. Ein klarer Fokus auf Krisenvorsorge und Resilienz ist unerlässlich, um auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig zu bleiben.