Ein Fußballfest ohne Fans: Die Schattenseite der WM in den USA
Heute ist der 21.06.2026 und die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA steht in vollem Gange. Die FIFA hatte vor dem Turnier einen Touristenboom versprochen, der die Städte wie Philadelphia in ein blühendes Paradies verwandeln sollte. Man rechnete mit 500.000 Besuchern und einem Umsatz von satten 770 Millionen Dollar. Doch die Realität sieht ganz anders aus. Hohe Ticketpreise und strenge Einreisebeschränkungen aus Haiti haben den internationalen Tourismus stark gedämpft. Statt internationaler Fans strömen vor allem die Einheimischen in die Stadien – besonders aus New York. Daniel McLoughlin, ein Restaurantbesitzer aus Philadelphia, berichtet, dass die internationale Präsenz fast nicht existent ist. Ein bisschen frustrierend, oder?
Die Hotels in Philadelphia haben ihre Prognosen für die Besucherzahlen bereits nach unten korrigiert. Ein Grund dafür ist die strikte Einreisepolitik der US-Regierung. Es ist, als würde man einen großen Kuchen backen und dann das Rezept einfach ändern – die Gäste bleiben aus. Man könnte meinen, dass die Gastronomie von der WM profitiert, und das stimmt für einige Sports Bars, die sich über volle Tische freuen. Aber die Enttäuschung ist groß, besonders in Hotspots wie Boston, New York und eben Philadelphia.
Einreiseprobleme und ihre Folgen
Dass die Einreise in die USA immer komplizierter wird, ist kein Geheimnis. Aktuell sind mehrere Länder pauschal von der Einreise ausgeschlossen, was nicht nur die Fußball-WM betrifft, sondern auch die Olympischen Spiele 2028. Die deutschen Sporttouristen, die vielleicht mit großen Erwartungen reisen wollten, stehen vor einer unsicheren Situation. Das Auswärtige Amt hat bestätigt, dass sich die Regelungen für deutsche Staatsangehörige nicht verändert haben. Die Hoffnung auf einen reibungslosen Ablauf scheint sich in Luft aufzulösen.
In einem Treffen zwischen FIFA-Präsident Gianni Infantino und dem US-Präsidenten Donald Trump wurden die Einreiseverbote angesprochen. Infantino hat betont, dass die Klub-WM gut verläuft und die Beziehungen zur US-Regierung gepflegt werden. Trump hingegen äußerte sich optimistisch über die Auslastung der Stadien, die laut FIFA bei über 50 Prozent liegen soll. Aber was nützen die Zahlen, wenn die Fans aus zwölf Ländern, darunter der Iran, von den Einreiseverboten betroffen sind? Sportler und Trainer dürfen zwar einreisen, aber die Fans? Die bleiben draußen. Ein merkwürdiges Bild für ein Sportereignis, das Menschen zusammenbringen soll.
Und das ist noch nicht alles – weitere 36 Länder könnten ebenfalls Einreiseverbote erhalten, darunter Ägypten, Venezuela, die DR Kongo, Haiti und Ghana. Es ist also ein bisschen wie ein Spiel, bei dem nicht alle mitspielen dürfen. Das Auswärtige Amt hat die Reisenden gewarnt, dass sie bei der Einreise genau auf die Angaben zum Zweck und zur Dauer ihrer Reise achten sollten. Vorstrafen oder sogar falsche Angaben können richtig unangenehme Folgen haben. Man fragt sich: Ist das wirklich der Weg, wie man Sport und Kultur fördern möchte?
Die Diskussion um die Einreisebestimmungen wird immer hitziger. Bundestagsabgeordneter Boris Mijatovic hat die Bundesregierung scharf kritisiert und darauf hingewiesen, dass sogar das Social-Media-Verhalten von Einreisenden überprüft wird. Das klingt nach einem Überwachungsstaat – und wo bleibt da der Spaß am Sport? Die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles könnten ähnliche Probleme mit sich bringen, denn es werden ähnliche Teilnehmerzahlen wie bei den Spielen 2024 in Paris erwartet. Das lässt einen schon nachdenklich zurück.
