Heute ist der 23.06.2026 und die Zahlen, die uns aus der Wirtschaft erreichen, sind alarmierend. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wird die Insolvenz von voraussichtlich 12.900 Unternehmen erwartet. Das sind fast 8% mehr als im Vorjahr! So einen hohen Stand gab es seit den ersten sechs Monaten 2013 nicht mehr – da waren es immerhin 13.310 Fälle. Die Lage ist ernst und die Warnungen von Creditreform sind unmissverständlich: der Höhepunkt der Firmenpleiten ist noch nicht erreicht. Eine Stabilisierung? Die könnte frühestens 2027 eintreten.

Die Ökonomen sind sich einig: Das Wirtschaftswachstum wird im Jahr 2026 kaum nennenswert steigen. Ein Grund dafür ist der Iran-Krieg, der die globalen Märkte belastet. Besonders hart trifft es die Unternehmen, die mit hohen Energiekosten, zurückhaltenden Konsumenten und einem wachsenden Bürokratieaufwand zu kämpfen haben. Der Dienstleistungssektor ist besonders betroffen, mit fast 7.900 Insolvenzen. Und die größeren Unternehmen? Die mit mehr als 250 Beschäftigten haben einen Anstieg der Pleiten von 28,6% erlebt. Zu den betroffenen Firmen zählen unter anderem die Revo-Hospitality-Gruppe, Hellweg und Rofu Kinderland.

Die Gründerkrise

Und als ob das nicht genug wäre: 1.140 Gründerinnen und Gründer haben innerhalb von zwei Jahren nach ihrem Markteintritt aufgegeben – ein Anstieg von 25,3% im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt stehen durch diese Insolvenzen rund 165.000 Arbeitsplätze auf der Kippe, deutlich mehr als die 143.000 im Vorjahr. Die geschätzte Schadenssumme beträgt 28,5 Milliarden Euro, was zwar etwas weniger ist als im Vorjahr (31,2 Milliarden Euro), aber die Dimensionen sind nach wie vor erschreckend.

Die Verbraucherinsolvenzen sind ebenfalls gestiegen – im ersten Halbjahr 2026 gab es 38.800 Fälle, ein Anstieg von 2,3% im Vergleich zum Vorjahr. Immerhin ist dieser Anstieg geringer als in den beiden Vorjahren. Trotz der düsteren Aussichten bleibt der Arbeitsmarkt in Deutschland weitgehend robust. Aber das verarbeitende Gewerbe? Hier werden gut bezahlte Stellen abgebaut, und das ist nicht zu übersehen.

Ein Blick in die Zukunft

Im ersten Quartal 2026 wurden 6.275 Unternehmensinsolvenzen beantragt, was einem Anstieg von 6,5% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Und die Zahlen aus dem Gesamtjahr 2025 sind ebenfalls alarmierend: 24.064 Unternehmensinsolvenzen – die höchste Zahl seit 2014! Der dritte Anstieg in Folge ist nicht zu ignorieren: +22,1% (2023), +22,4% (2024) und nun +10,3% (2025). Das führt uns zu einer Gesamtzahl von rund 101.283 neuen Verfahren in 2025, was durchschnittlich etwa 277 Insolvenzen pro Tag entspricht.

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Die Prognosen für 2026 sind düster: Die Experten erwarten 24.500 Unternehmensinsolvenzen, was einem Anstieg von 1% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Und auch die Verbraucherinsolvenzen steigen – 77.219 Fälle wurden in 2025 registriert, ein Anstieg von 8,4% gegenüber 2024. Die Rückzahlung an die Gläubiger liegt im Durchschnitt bei 3,9%, was einfach nicht ausreicht, um den vielen betroffenen Unternehmen und Privatpersonen zu helfen.

Die hohe Insolvenzhäufigkeit in bestimmten Branchen, wie Verkehr und Lagerei sowie im Gastgewerbe, verdeutlicht die Herausforderungen. Knapp zwei Drittel der Insolvenzen betreffen GmbHs, und die Zahl ist um 12,8% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Umso wichtiger ist es, dass wir die Entwicklungen im Auge behalten und uns fragen, wie lange dieser Trend noch anhalten wird. Die Situation ist ernst, die Menschen stehen vor großen Herausforderungen. Und die Wirtschaft? Sie muss sich neu erfinden, um diese Krise zu überwinden.