BSW: Aufbruch zu sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Vernunft in Berlin
Mit der bevorstehenden Abgeordnetenhauswahl in Berlin im Oktober stehen die Zeichen für die Partei BSW (Bündnis soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft) auf Veränderung. Nach den Wahlen wird der Name der Partei in „Bündnis soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft“ umbenannt. Diese Umbenennung spiegelt die Ambitionen und die politischen Ziele der Partei wider, die sich insbesondere für soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft einsetzt.
Ein zentrales Anliegen der BSW ist die Bekämpfung von Armut, die in Berlin ein drängendes Problem darstellt. Aktuelle Statistiken zeigen, dass über 700.000 Berliner armutsgefährdet sind, und die Tendenz ist steigend. Alexander King, der Landesvorsitzende der BSW, hebt hervor, dass die Wählerbasis oft aus Menschen besteht, die Realschulabschlüsse haben und geringere Einkommen beziehen. Viele von ihnen haben früher die SPD, die Linke oder die AfD gewählt, während die Grünen rar in diesem Wählersegment sind.
Soziale Gerechtigkeit im Fokus
Die BSW setzt sich aktiv gegen Ungleichheit und für soziale Gerechtigkeit ein. In Deutschland wächst die Ungleichheit seit Jahren, und Millionen Menschen arbeiten hart, um ein angemessenes Leben zu führen. Trotz Vollzeitjobs schaffen es viele nicht, über die Runden zu kommen. Das Aufstiegsversprechen der sozialen Marktwirtschaft scheint nicht mehr zu gelten, und die Vermögenskonzentration hat ein Niveau erreicht, das an die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg erinnert.
In ihrem Wahlprogramm hat die BSW darauf verzichtet, sich für ein Böllerverbot in Berlin einzusetzen, und auch die Forderung, dass Geflüchtete Deutschland verlassen müssen, wenn sie dreimal bei Integrationskursen durchfallen, wurde gestrichen. Dies zeigt einen pragmatischen Ansatz in der Politik, der auf sozialen Zusammenhalt abzielt.
Wirtschaft und Frieden im Wahlkampf
Ein weiteres zentrales Thema, das Alexander King in den Wahlkampf einbringen möchte, ist der Krieg und Frieden. Er kritisiert sowohl die Aufrüstung als auch den Sozialabbau und fordert eine Rückkehr zu zivilgesellschaftlichen Verbindungen nach Russland sowie die Wiederherstellung der Städtepartnerschaft mit Moskau. Dies spiegelt sich auch in der Haltung der BSW-Wähler wider, die gegen Waffenlieferungen in die Ukraine sind.
Michael Lüders, ein Kandidat für das Abgeordnetenhaus, betont, dass Wirtschaft das zentrale Thema im Wahlkampf sein wird. Die BSW sieht sich als „Stachel im Fleisch des politisch-medialen Mainstreams“ und fühlt sich diskriminiert. Dennoch hat die Partei das Ziel, in den kommenden Wahlen Fraktionsstärke im Abgeordnetenhaus und in allen zwölf Bezirksverordnetenversammlungen zu erreichen. Dazu ist die BSW auf die Unterstützung ihrer über 1000 Mitglieder angewiesen, die beim Unterschriftensammeln helfen sollen.
Auf dem Weg zur Fünf-Prozent-Hürde
Aktuell liegen die Umfragewerte der BSW bei drei bis vier Prozent, was die Gefahr birgt, die Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug ins Abgeordnetenhaus zu verpassen. Um diese Hürde zu überwinden, benötigt die Partei 2200 gültige Unterschriften für den Einzug ins Abgeordnetenhaus, 45 für jeden Direktkandidaten und 185 pro Bezirksverordnetenversammlung. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung dar, die jedoch mit einer starken Basis an Unterstützung gemeistert werden kann.
In einer Zeit, in der die soziale Gerechtigkeit und die Unterstützung für die Bedürftigen immer wichtiger werden, setzt sich die BSW für eine faire Leistungsgesellschaft ein, die Chancengleichheit und soziale Sicherheit gewährleistet. Die Forderungen nach leistungsgerechten Löhnen, sicheren Arbeitsplätzen und der Stärkung der Tarifbindung sind dabei zentral. Zudem wird ein zuverlässiger Sozialstaat gefordert, der bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und im Alter Absicherung bietet.
Die BSW positioniert sich klar gegen die Privatisierung und Kommerzialisierung von existenziellen Dienstleistungen und fordert ein gerechtes Steuersystem, das Geringverdiener entlastet und große Konzerne zur Finanzierung des Gemeinwesens heranzieht. Das übergeordnete Ziel bleibt die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und die Ausrichtung der Politik am Gemeinwohl. In Zeiten zunehmender Unsicherheit und Ungleichheit ist es entscheidend, dass das Wohlstand auf individueller Anstrengung und nicht auf sozialer Herkunft basiert.
