Es ist ein faszinierendes Paradox: Während 91,5 Prozent der jungen Deutschen zwischen 20 und 30 Jahren die Wichtigkeit einer privaten Absicherung gegen längere Einkommensausfälle betonen, haben lediglich 36,8 Prozent von ihnen eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abgeschlossen. Diese alarmierenden Zahlen stammen aus einer Umfrage von Civey im Auftrag von Canada Life, die 1.000 Berufstätige befragte. Statt sich auf eine BU zu verlassen, setzen fast die Hälfte (49,4 Prozent) der Befragten auf ihre eigenen Ersparnisse, während 40,7 Prozent auf Unterstützung von Familie und Freunden hoffen. Frederick Krummet, Chief Distribution Officer bei Canada Life, warnt jedoch davor, dass Ersparnisse und familiäre Rücklagen schnell zur Neige gehen können.

Ein erschreckendes Ergebnis dieser Umfrage ist, dass fast zwei Drittel der jungen Berufstätigen keinen effektiven Schutz ihrer Arbeitskraft haben. Doch die Nachfrage nach professioneller Beratung ist hoch: 50,9 Prozent der Befragten wünschen sich Unterstützung beim Abschluss einer BU-Police. Als Informationsquellen zur BU suchen viele junge Menschen Rat bei Eltern und Verwandten (37,1 Prozent) oder nutzen Vergleichsportale (33,7 Prozent). Für die Auswahl eines Beraters sind hohe Fachkompetenz (53,1 Prozent), gute Erreichbarkeit (49 Prozent) und transparente Kosten (41,3 Prozent) entscheidend.

Die Realität der Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Realität zeigt, dass die Mehrheit der Anträge auf Berufsunfähigkeitsrente bewilligt wird: Laut einer Umfrage des GDV werden 80 Prozent der Anträge positiv entschieden. Dennoch gibt es auch Ablehnungen, die oft auf verschiedene Gründe zurückzuführen sind. So können 44 Prozent der abgelehnten Anträge darauf zurückgeführt werden, dass die Versicherten noch zu mindestens 50 Prozent ihrem Beruf nachgehen können. In 25 Prozent der Fälle reagieren Antragsteller nicht mehr auf die Versicherer, häufig aufgrund einer gesundheitlichen Besserung. Ein weiteres Problem stellen vorvertragliche Anzeigepflichten dar, die in 10 Prozent der Fälle zu Ablehnungen führen.

Obwohl nur 2,1 Prozent der Fälle vor Gericht landen, enden 64 Prozent dieser Verfahren mit einem Vergleich. Die durchschnittliche Dauer von der Antragsstellung bis zur Entscheidung beträgt im Jahr 2023 etwa 110 Tage – mit einer Entscheidung von nur 10 Tagen, wenn alle erforderlichen Unterlagen vorliegen. Die Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden, liegt bei 25 Prozent für privat abgesicherte Personen, und die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit sind psychische Erkrankungen, gefolgt von Krebs und Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Der Weg zur Absicherung

Das durchschnittliche Abschlussalter für eine BU-Versicherung liegt bei knapp 29 Jahren, und die versicherte Gesamtrente im Leistungsfall beträgt durchschnittlich 14.600 Euro. Doch viele junge Menschen scheinen den ersten Schritt in Richtung Absicherung zu scheuen. Dies könnte auf die Komplexität des Themas und das Fehlen von ausreichendem Wissen zurückzuführen sein. Ein proaktiver Ansatz und professionelle Beratung sind daher unerlässlich, um die Risiken einer Berufsunfähigkeit angemessen zu bewerten und einen effektiven Schutz aufzubauen.

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Insgesamt zeigt die aktuelle Situation, dass trotz des hohen Bewusstseins für die Wichtigkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung viele junge Berufstätige immer noch zögern, den notwendigen Schritt zu wagen. Eine frühzeitige Absicherung könnte nicht nur finanzielle Risiken mindern, sondern auch den Lebensstandard im Ernstfall sichern. Für weitere Informationen zu den Fakten rund um die Berufsunfähigkeitsversicherung besuchen Sie die Seite des GDV.