Am letzten Wochenende war es wieder so weit: In Grafenwörth fand die feierliche LFI Zertifikatsverleihung statt. Drei neue Absolvent:innen aus den Bezirken Horn und Waidhofen/Thaya durften stolz ihre Urkunden entgegennehmen. Ein kleiner, aber bedeutender Moment für die Landwirtschaft in der Region. Fast 282 Teilnehmende haben in der vergangenen Saison an insgesamt 18 Zertifikatslehrgängen teilgenommen – das zeigt, wie wichtig Weiterbildung in der Landwirtschaft ist. Denn nur durch gezielte Schulungen können die Betriebe zukunftsfit gemacht werden.

Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, hob in seiner Ansprache die essentielle Rolle der Weiterbildung für den ländlichen Raum hervor. „Es ist entscheidend, dass wir die Bauern und Bäuerinnen in ihrer Entwicklung unterstützen“, so Schmuckenschlager. Das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) hat sich hier eine Menge vorgenommen: Für das Jahr 2025 sind bereits 1.470 Bildungsveranstaltungen geplant! Die Themen reichen von traditionellem Handwerk über Digitalisierung bis hin zu Green Care und Urlaub am Bauernhof. Ein breites Spektrum, das zeigt, wie vielfältig die Herausforderungen und Chancen in der Landwirtschaft sind.

Einheitliche Standards und modulare Lehrgänge

Das LFI ist die größte Erwachsenenbildungseinrichtung im ländlichen Raum Österreichs. Jährlich werden über 14.000 Kurse mit mehr als 300.000 Teilnahmen angeboten. Gegründet wurde das LFI 1972 als gemeinnütziger Verein, getragen von den Landwirtschaftskammern und anderen landwirtschaftlichen Organisationen. Es verfolgt das Ziel, die Weiterbildung im ländlichen Raum zu fördern. Die LFI-Zertifikatslehrgänge sind österreichweit einheitlich geregelt und anerkannt. Sie richten sich an aktive Bäuerinnen und Bauern sowie an alle, die sich für Natur, Ernährung oder Pädagogik interessieren.

Die Lehrgänge sind modular aufgebaut und umfassen mindestens 80 Unterrichtseinheiten, ergänzt durch eine Abschlussarbeit oder Prüfung. Die Themen sind vielfältig: Stallprofi für Milch- und Schweinehaltung, Bodenpraktiker für Acker- und Grünland, Klauenpfleger sowie Schaf- und Ziegenhaltung sind nur einige der jüngsten Lehrgänge. Andreas Ehrenbrandtner, Obmann des LFI NÖ, betont die kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Bildungsangebote – ein Zeichen, dass man sich den aktuellen Herausforderungen anpassen möchte.

Bildungsangebote für die Zukunft

Die Schwerpunkte der Ausbildung liegen nicht nur auf der land- und forstwirtschaftlichen Produktion, sondern auch auf der Unternehmensführung und der Persönlichkeitsbildung. Das LFI setzt auf die Stärkung des persönlichen und beruflichen Erfolgs durch vielfältige Bildungs- und Beratungsangebote. Es ist beeindruckend, dass in den letzten Jahren auch innovative Projekte wie „DU kannst was!“ ins Leben gerufen wurden, die informell und non-formal erworbene Kompetenzen anerkennen. Damit wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch ein Stück Wertschätzung für die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern geschaffen.

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In der Kurssaison 2015/2016 verzeichnete das LFI 1.884 Einzelveranstaltungen mit über 31.000 Teilnehmer:innen – und das mit einem Frauenanteil von etwa 60 Prozent! Die Veranstaltungen finden an über 500 Kursorten statt, unterstützt von mehr als 800 Trainer:innen. Ein starkes Netzwerk, das zeigt, wie wichtig das LFI für die Weiterentwicklung der ländlichen Bevölkerung ist. Die aktuellen Schwerpunkte beinhalten auch moderne IT-Technologien in der agrarischen Weiterbildung. Man könnte sagen, das LFI ist am Puls der Zeit!

Heute, am 16. Mai 2026, wird deutlich, dass die Landwirtschaft nicht stehen bleibt. Sie entwickelt sich weiter, und die Bäuerinnen und Bauern sind bereit, sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Mit den Angeboten des LFI sind sie bestens gerüstet für die Zukunft. Denn eines ist klar: Bildung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Landwirtschaft.