Heute ist der 17.06.2026 und wir schauen uns die Lage im Kompositgeschäft der Versicherungsbranche an. Da hat sich in den letzten Jahren viel getan – vor allem in Richtung Verlustzone. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Viele Versicherer haben es schwer, profitabel zu bleiben. Ein Blick auf die aktuellen Daten zeigt, dass die Branche, die Kfz-, Wohngebäude- und Haftpflichtversicherungen umfasst, 2023 ein versicherungstechnisches Desaster erlitten hat. Die gebuchten Bruttoprämien beliefen sich auf satte 85,49 Milliarden Euro, aber das negative Ergebnis ist ein Warnsignal. Im Durchschnitt verbuchte jedes Unternehmen einen Verlust von 12,20 Millionen Euro. Das muss einem erst einmal sacken lassen!

Ein besonders heißes Thema ist die Combined Ratio, die Schaden-Kosten-Quote. Diese Kennzahl gibt an, wie gut oder schlecht ein Versicherer wirtschaftet. Liegt sie unter 100 Prozent, macht das Unternehmen Gewinn. Doch dieser Wert ist nicht alles – externe Einflüsse, wie etwa extreme Wetterereignisse, können das Bild schnell trüben. Für 2023 lag die Combined Ratio der größten 50 Kompositversicherer bei 100,65 Prozent. Das sind alarmierende Werte! Fast die Hälfte dieser Unternehmen hatte eine Quote von über 100 Prozent und damit keine rosige Zukunft.

Die Unprofitabilität im Detail

Ein besonders krasser Fall ist die BA die Bayerische, die mit einer Combined Ratio von fast 107 Prozent die höchste Quote in der Kompositversicherung aufweist. Über die letzten sechs Jahre war sie nur einmal in der Gewinnzone – 2020. In den Jahren von 2019 bis 2024 war sie eine der unrentabelsten Positionen, speziell im Bereich Haftpflicht und Wohngebäude. Aber sie ist nicht allein. Neun andere Unternehmen wie DA Direkt und Garanta tummeln sich ebenfalls in der Verlustzone. Die DA Direkt hat sogar viermal in der Verlustzone abgeschlossen, mit den höchsten Quoten in den Jahren 2024 und 2025.

Die wirtschaftlich unrentabelsten Akteure setzen stark auf die Kfz-Versicherung. Das macht sie anfällig für steigende Kosten, denn fast 49 Prozent aller Schäden entfallen auf diesen Bereich. Die übrigen Schäden verteilen sich auf Wohngebäude, Haftpflicht und Co. – nicht zu vergessen die Sammelkategorie „Rest“, die mit 19 Prozent aufwartet. Man könnte sagen, die Branche steht unter Druck, und das nicht nur aufgrund interner Probleme.

Ein Blick in die Zukunft

Im Geschäftsjahr 2024 konnten die Schaden-/Unfallversicherer im GDV eine Combined Ratio von 96,1 Prozent erreichen. Ein Lichtblick? Vielleicht, aber nur für die 36 Akteure, die in der Gewinnzone sind. Doch die 14 Unternehmen, die mehr für Schäden und Kosten ausgaben, als sie an Beiträgen einnahmen, zeigen, dass die Luft dünn wird. Ein weiterer interessanter Punkt: Die R+V hat in diesem Zeitraum fünfmal Gewinne erzielt, nur 2021 war die Quote über 100 Prozent. Das lässt darauf schließen, dass auch hier ein ständiger Kampf um die Rentabilität stattfindet.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Zahlen kommen aus dem „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig, der die 50 größten Akteure mit einem Marktanteil von rund 87 Prozent abdeckt. Wer sich für die Details interessiert, kann den Monitor als PDF für 892,50 Euro erwerben – ein stolzer Preis für wichtige Insights!

Die Schaden-Kosten-Quote ist also mehr als nur eine Zahl. Sie gibt Aufschluss über die Schaden- und Kostenintensität eines Versicherungsgeschäfts, lässt sich aber nicht isoliert betrachten. Externe Faktoren, wie Naturkatastrophen, haben einen erheblichen Einfluss auf die Rentabilität. Ein Unternehmen, das in einem von solchen Ereignissen betroffenen Gebiet agiert, hat es deutlich schwerer. Und am Ende des Tages bedeutet eine niedrigere Quote nicht automatisch ein besseres Kundenerlebnis. Die Komplexität der Branche ist einfach faszinierend und gleichzeitig herausfordernd.