Es ist ein heißes Eisen, das Thema Motorradversicherung in Vietnam. Herr BKN aus Dak Lak hat das am eigenen Leib erfahren müssen, als er nach einem Unfall mit seinem Motorrad die Entschädigung von seiner Versicherung einforderte. Das Problem? Die Versicherung konnte nicht einmal klären, wer der Dritte war, der in diesen Unfall verwickelt war. Verständlich, dass viele Menschen mittlerweile auf eine solche Versicherung verzichten – die Verfahren sind einfach zu kompliziert und zeitraubend. Herr BHA, ein 47-jähriger Lieferfahrer aus Ho-Chi-Minh-Stadt, hat nie Entschädigung beantragt, weil ihm die ganze Sache zu langwierig erscheint.

In den Provinzen Lam Dong und Ca Mau gibt es sogar Stimmen, die eine Abschaffung der obligatorischen Haftpflichtversicherung für Motorräder fordern. Das klingt fast nach einem Aufstand gegen ein System, das nicht funktioniert. Laut Anwalt Nguyen Van Hau sollte die Versicherung vielleicht sogar freiwillig sein, um den Wettbewerb zu fördern und die Leute dazu zu bringen, die Versicherung als das zu sehen, was sie sein sollte: eine Absicherung für Dritte, nicht bloß ein Papier, das man hat, um nicht von den Behörden angehalten zu werden.

Die Tücken der Schadensregulierung

Eine der größten Hürden, die Motorradfahrer nach einem Unfall überwinden müssen, ist die Schadensregulierung. Oft scheitern die Betroffenen daran, rechtzeitig Entschädigungen zu erhalten. Wenn man dann noch bedenkt, dass 63,48 % aller Verkehrsunfälle in Vietnam Motorräder und Roller betreffen, wird klar, wie dringend eine Verbesserung notwendig ist. In Deutschland sieht die Situation nicht viel anders aus. Hier sind Motorradfahrer einem höheren Risiko ausgesetzt als Autofahrer – keine Knautschzonen, keine Sicherheitsgurte, oft kein ABS. Die Verunglücktenrate ist siebenmal so hoch wie bei anderen Verkehrsteilnehmern.

Ein Blick auf die Abläufe zeigt, dass man nach einem Unfall die Daten des Unfallverursachers notieren sollte – Name, Adresse, Kennzeichen. Bei schweren Verletzungen wird das von der Polizei im Unfallbericht festgehalten, der in einer Bearbeitungszeit von 4-6 Wochen angefordert werden kann. Und das ist nur der Anfang! Der Unfallverursacher muss innerhalb einer Woche den Unfall seiner Kfz-Haftpflichtversicherung melden. Das klingt einfach, doch die Realität sieht oft anders aus.

Wichtige Schritte zur Schadensregulierung

Wenn es um die Durchsetzung von Ansprüchen geht, gibt es ein paar wichtige Punkte zu beachten. Ein Kostenvoranschlag in einer Werkstatt sollte erstellt werden, und bei Schäden über 1.000 Euro empfiehlt sich ein Gutachten von einem Sachverständigen. Das Gutachten dokumentiert den merkantilen Minderwert des Motorrads, was für die Versicherung wichtig ist. Doch wie sieht es mit den Ansprüchen bei unverschuldeten Unfällen aus? Hier hat man Anspruch auf Schadenersatz, insbesondere für Reparaturkosten. Wer nicht meldet, dass er einen Unfall hatte, der könnte böse überrascht werden, wenn die Versicherung die Zahlungen verweigert.

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Ein Mitglied des Automobil-, Motorrad- und Fahrradverbands hat darauf hingewiesen, dass in vielen Ländern die Schadensregulierung einfacher und transparenter abläuft, was das Vertrauen in die Versicherungen stärkt. In Vietnam hingegen bleibt die Frage der Effizienz der Haftpflichtversicherung weiterhin im Raum stehen. Der Gesetzgeber hat mit dem Versicherungsgesetz von 2022 und dem Straßenverkehrsordnungsgesetz von 2024 zwar Schritte unternommen, doch der Weg zur Verbesserung ist lang und steinig.

In Deutschland sind mittlerweile 4,7 Millionen Motorräder zugelassen, und obwohl die Zahl der tödlichen und schwerverletzten Motorradfahrer seit 2000 sinkt, steigt deren prozentualer Anteil an den Verkehrstoten. 2021 waren etwa 20 % der Verkehrstoten und Schwerverletzten Motorradfahrer. Das zeigt, wie wichtig es ist, über Sicherheit und präventive Maßnahmen nachzudenken. Technische Lösungen wie Kurven-ABS und Traktionskontrolle könnten die Situation erheblich verbessern. Und ja, auch der menschliche Faktor spielt eine große Rolle – defensives Fahrverhalten und regelmäßige Trainings können Leben retten.

So bleibt zu hoffen, dass sowohl in Vietnam als auch in Deutschland die Versicherungen und die damit verbundenen Prozesse transparenter und zugänglicher werden. Denn letztendlich geht es darum, sich und andere im Straßenverkehr zu schützen und das Gefühl von Sicherheit zu fördern. Das ist schließlich das, was wir alle wollen, oder?