Heute ist der 28.04.2026. In der Welt der Versicherungen tut sich einiges, und die Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten. Ein aktueller Praxistest von NETZ-TRENDS.de hat den Einsatz von Sprach-KI, konkret Claude.ai, unter die Lupe genommen. Ziel war es, den Versicherungsschutz von Personen zu klären, die in mehreren Ländern wohnen. Ein Anwender, der zwischen Deutschland und der Schweiz pendelt und mehrere Immobilien sowie diverse Versicherungen besitzt, diente als Fallbeispiel. Hier zeigt sich, dass Versicherungsmakler oft wenig Anreiz zur Bestandspflege haben, was in der digitalen Welt zunehmend problematisch wird.

Die KI wurde genutzt, um über tausend Dokumente, darunter PDFs und Word-Dateien, zu analysieren. In der ersten Phase erfolgte eine Bestandsaufnahme, gefolgt von einer detaillierten Überprüfung der abgebuchten Policen im Vergleich zu den vorhandenen Verträgen. Dabei wurden mehrere gravierende Probleme entdeckt: Eine alte Hausratversicherung lief auf eine nicht mehr bewohnte Adresse, was im Schadensfall zu einem Leistungsausschluss geführt hätte. Zudem gab es eine Doppelversicherung durch eine nicht gekündigte alte Schweizer Police, die zusätzliche Kosten verursachte. Und als ob das nicht genug wäre, fehlte auch eine deutsche Privathaftpflichtversicherung, die rechtliche Probleme bei Schäden in Deutschland hätte auslösen können.

Die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Versicherungswirtschaft

Die Analyse offenbarte drei zentrale Musterprobleme: Hängengebliebene Policen nach einem Umzug, eine Privathaftpflicht-Lücke bei grenzüberschreitendem Wohnen und unzureichende Vermieter-Haftung. Die KI zeigte zwar beeindruckende Leistungen, machte jedoch auch zwei Fehler: Sie interpretierte das Ende eines Vertrags falsch und konnte keine E-Mail-Verträge abrufen. Um solchen Missgeschicken vorzubeugen, empfiehlt der Praxistest eine jährliche Überprüfung aller Versicherungen und Lastschriften sowie einen Adressabgleich bei Hausratversicherungen.

Das Ergebnis ist klar: KI kann große Datenmengen schneller und lückenloser analysieren als ein Mensch. Dennoch bleibt die persönliche Beratung unerlässlich. Die Versicherungsbranche steht vor der Herausforderung, sich an diese neuen Gegebenheiten anzupassen. Die Notwendigkeit zur Anpassung des Geschäftsmodells wird immer deutlicher, da KI effizienter bei der Bestandspflege ist.

Die Zukunft der KI: Herausforderungen und Chancen

Wie der GDV erläutert, ist Künstliche Intelligenz mittlerweile aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie trifft Entscheidungen in Bereichen wie Krediten, Versicherungen und Jobbewerbungen. Die Entwicklung hat sich von der Frage „Funktioniert KI?“ hin zur Frage „Verstehen wir, warum sie so entscheidet?“ gewandelt. Intelligente Anwendungen finden sich sogar in selbstfahrenden Autos, und es ist zu erwarten, dass kaum ein Lebensbereich ohne KI oder maschinelles Lernen auskommt.

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In der Versicherungsbranche wird KI unter anderem zur Automatisierung von Prozessen, zur Verbesserung des Kundenservice und zur Entlastung von Mitarbeitenden eingesetzt. Systeme wie „KIRA“ der Deutschen Rentenversicherung Bund unterstützen bereits bei Betriebsprüfungen. Die KI erkennt Muster in Schadensmeldungen und hilft, Betrugsversuche frühzeitig aufzudecken. Mit der bevorstehenden KI-Verordnung, die am 1. August 2024 in Kraft tritt, wird ein Regelwerk für die Entwicklung und Nutzung von KI-Systemen etabliert, welches die Branche vor neue Herausforderungen stellt.

Zusammengefasst zeigt sich, dass Künstliche Intelligenz im Versicherungswesen nicht nur Chancen, sondern auch Risiken birgt. Die Verantwortung für den korrekten Einsatz von KI-Systemen liegt bei den Versicherungsunternehmen, die dafür Sorge tragen müssen, dass menschliche Aufsicht gewährleistet ist. In einer Welt, die rasch digitalisiert wird, bleibt es spannend, wie sich die Branche weiterentwickelt und welche Rolle KI dabei spielen wird.