Heute ist der 13.07.2026. Ein Blick auf die komplexen Handelsbeziehungen zwischen den USA, der EU und der Schweiz zeigt, wie sehr diese Nationen miteinander verflochten sind – das ist nicht nur ein wirtschaftliches Thema, sondern auch ein geopolitisches. Donald Trump hat erst kürzlich wieder mit hohen Zöllen gedroht, sollten Pharmafirmen Medikamente importieren, anstatt sie in den USA zu produzieren. Das ist eine Ansage, die nicht nur die Pharmabranche betrifft, sondern auch die strategische Bedeutung der Selbstversorgung in der Gesundheitswirtschaft unterstreicht. Gleichzeitig beschränkt die US-Regierung den Export von Hochleistungschips, um ihren technologischen Vorsprung in der Entwicklung von künstlicher Intelligenz zu sichern. Das macht deutlich, wie wichtig die Kontrolle über Schlüsseltechnologien geworden ist.

Die Handelsbilanz der USA ist ein weiteres zentrales Thema. Im Jahr 2025 wurden Waren im Wert von 2.191,9 Milliarden Dollar exportiert, während die Importe mit 3.451,5 Milliarden Dollar fast um das 1,5-Fache höher lagen. Ein Defizit von 1.259,6 Milliarden Dollar ist die Folge – das sind Zahlen, die einem schon etwas schwindlig werden lassen. Und während die EU der größte Handelspartner der USA ist, müssen wir auch die Existenznotwendigkeit der Schweiz im Außenhandel im Blick behalten. Denn für die Eidgenossen ist diese Verflechtung existenzieller als für die großen Akteure in Europa und Nordamerika.

Digitale Souveränität: Ein drängendes Thema

Ein weiterer Aspekt, der immer mehr in den Fokus rückt, ist die digitale Abhängigkeit Europas von US-Technologiekonzernen. Die Debatte über Cybersicherheit wird mittlerweile geopolitisch geführt und dreht sich um die zentrale Frage: Wie viel Einfluss haben europäische Staaten auf die Systeme, die für Verwaltung und Wirtschaft unverzichtbar sind? Ein Blick auf die digitale Infrastruktur zeigt, dass diese nicht nur ein technisches Fundament ist, sondern ein strategischer Faktor, der potenziell zu politischen Machtspielen führen kann. Die Abhängigkeit von fremden Rechtsordnungen und politischen Entscheidungen, die nicht immer unseren Interessen entsprechen, ist ein Risiko, das wir nicht ignorieren können.

Immer mehr Stimmen aus der europäischen Technologiebranche fordern eine Reduzierung dieser strategischen Abhängigkeit. Der Fokus liegt dabei auf Infrastruktur, Cloud-Diensten und digitalen Plattformen. Ein Ansatz, der uns helfen könnte, ist die Förderung europäischer Anbieter – besonders dort, wo Alternativen existieren. Man kann das mit der Schaffung von Airbus vergleichen, als Antwort auf die Dominanz amerikanischer Flugzeughersteller. Die Nutzung von Open-Source-Software wird ebenfalls immer wichtiger, um uns von US-Anbietern zu emanzipieren. In Deutschland und Dänemark setzen viele öffentliche Einrichtungen bereits verstärkt auf Linux und offene Systeme.

Technologie und geopolitische Risiken

Die Risiken, die mit der Abhängigkeit von US-Cloud-Anbietern verbunden sind, sind nicht zu unterschätzen. Der Cloud Act erlaubt der US-Regierung den Zugriff auf Cloud-Daten, selbst wenn diese außerhalb der USA gespeichert sind. Das stellt eine ernsthafte Bedrohung dar, denn im Ernstfall könnte alles wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Dennis-Kenji Kipker warnt, dass die EU innerhalb weniger Tage nicht mehr arbeitsfähig wäre, wenn US-Server abgeschaltet würden. Ein digitaler Blackout wäre nicht nur unangenehm, sondern könnte die gesamte Wirtschaft lahmlegen.

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In diesem Kontext hat das ZenDiS in Bochum, das die Einführung quelloffener Software in der öffentlichen Verwaltung fördert, mittlerweile 16 Millionen Euro an Fördermitteln erhalten und etwa 100.000 Nutzer gewonnen. Doch die meisten deutschen Bundesländer setzen weiterhin auf US-Programme. Thüringen und Schleswig-Holstein sind hier die Ausnahmen. Kritiker wie Kipker betonen, dass Deutschland das Thema digitale Souveränität viel zu lange vernachlässigt hat und einen zentralen Register für digitale souveräne Lösungen benötigt.

Die digitale Souveränität wird für Deutschland zunehmend zu einer Management- und Standortentscheidung. Die Abhängigkeiten von externen Rechtsräumen und politischen Entscheidungen stellen nicht nur ein Risiko für die staatliche Sicherheit dar, sondern auch für exportorientierte Branchen. Wenn wir die heimische Digitalwirtschaft stärken und die Nutzung europäischer Anbieter erhöhen, könnten wir die Weichen für eine unabhängige Zukunft stellen. Die transatlantische Zusammenarbeit bleibt wichtig, doch es ist klar, dass wir auch selbst Verantwortung übernehmen müssen.