Die Welt der Autos hat sich in den letzten Jahren rasant verändert. Moderne Fahrzeuge sind heute nicht nur mit schnittigen Karosserien ausgestattet, sondern auch mit einer Vielzahl von digitalen und vernetzten Fahrassistenzsystemen. Man könnte fast meinen, es handelt sich um fliegende Autos, so viel Technik steckt mittlerweile in den modernen Schätzchen. Eine aktuelle Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigt, dass diese Technologien das Autofahren sicherer machen können. Aber – und das ist ein großes Aber – sie bringen auch höhere Kosten für Wartung und Reparatur mit sich.

Die Zahlen sind ziemlich beeindruckend: Bis 2040 könnten Fahrerassistenzsysteme die Unfallzahlen um 9 bis 14 Prozent senken. Besonders gut schneiden dabei Park- und Rangierhilfen sowie Notbrems- und Spurwechselassistenten ab. Das klingt alles wunderbar, doch die Kehrseite der Medaille sind die steigenden Reparaturkosten. Moderne Fahrzeuge sind vollgestopft mit Sensoren und Kameras, was bedeutet, dass Reparaturen auch ordentlich ins Geld gehen können. Der Austausch einer Frontscheibe? Da kann man schon mal tief in die Tasche greifen.

Reparaturkosten auf Rekordniveau

Das Problem wird durch die Inflation noch verstärkt. In der Kfz-Branche hat sich seit 2017 ein Preisanstieg von 50 Prozent für Werkstattkosten eingestellt. Und wenn wir weiter in die Zukunft blicken, könnte sich der Schadenaufwand bis 2040 um 24 bis 32 Prozent erhöhen, allein bei einer Inflation von 2 Prozent jährlich. Ein Blick auf die kommenden Jahre zeigt, dass der durchschnittliche Stundensatz von Kfz-Werkstätten 2024 erstmals über 200 Euro liegen wird. Das sind schon ordentlich hohe Preise, die viele Pkw-Besitzer zum Schlucken bringen dürften.

Und während die Sicherheit durch moderne Assistenzsysteme zwar erhöht wird, bleibt der Effekt auf die Kfz-Versicherung eher gering. Neuwagenkäufer können sich freuen, denn Notbremsassistent, Spurhaltewarner und Parkhilfe sind oft serienmäßig dabei. Doch eine spürbare Entlastung der Kfz-Versicherung bleibt aus. Es ist fast so, als würden wir für mehr Sicherheit und Technik gleichzeitig auch mehr zahlen müssen. Die Trendanalyse des GDV zeigt, dass die Reparaturkosten durch zusätzliche Technik um 4 bis 5 Prozent bis 2040 steigen könnten. Das ist eine echte Herausforderung für alle Autobesitzer.

Die Zukunft der Elektromobilität

Ein weiterer spannender Punkt ist die Entwicklung hin zur Elektromobilität. Bis 2040 könnten rund 60 Prozent der haftpflichtversicherten Pkw Elektroautos sein. Das bedeutet nicht nur einen Wandel in der Mobilität, sondern auch in der Reparatur und Wartung. Aktuell sind Reparaturen bei Elektrofahrzeugen etwa 10 Prozent teurer als bei herkömmlichen Verbrennern, aber dieser Aufschlag könnte bis 2040 auf etwa 5 Prozent sinken. Man darf gespannt sein, wie sich die Branche anpassen wird.

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Das Thema Schadenverhütung durch Assistenzsysteme bleibt jedoch eine kritische Angelegenheit. Auch mit all der Technik werden gewisse Kaskoschäden, wie beispielsweise Steinschläge oder Wildunfälle, nicht vermeidbar sein. Und technische Grenzen sowie Bedienfehler können immer noch zu Unfällen führen, besonders bei autonomisierten Fahrzeugen. Die Verkehrssicherheit und die Hauptuntersuchung (HU) werden zunehmend von der Elektronik und digitalen Systemen geprägt, was die Prüfung moderner Autos erheblich komplizierter macht.

In der Diskussion um die Zukunft der Automobiltechnik ist die „Charta 2030“ von zehn Sachverständigenorganisationen ein wichtiger Schritt. Diese Charta hat sich zum Ziel gesetzt, Lösungen für die Automatisierung und Elektrifizierung in der Hauptuntersuchung zu finden. Eine der Kernforderungen ist der transparente Zugang zu digitalen Fahrzeugdaten durch die Hersteller. Denn nur so kann die Branche auch in Zukunft sicher und effizient arbeiten.