Tänzerinnen-Brunnen bricht Rekorde: Kunst und Geschichte im Auktionsfieber
In einer Auktion, die mit viel Spannung und einem Hauch von Historie verbunden war, hat der „Tänzerinnen-Brunnen“ von Georg Kolbe einen unglaublichen Erlös von vier Millionen Euro erzielt. Diese Summe übertraf nicht nur die Schätzung von 1 bis 1,5 Millionen Euro, sondern setzte auch einen neuen Rekord für die Werke des Künstlers. Die Versteigerung fand im renommierten Auktionshaus Grisebach im Rahmen der Sommerauktion statt. Ein beeindruckendes Ergebnis, das in den Hallen des Hauses für Aufsehen sorgte!
Der Brunnen, der aus Bronze und Travertin gefertigt wurde, stammt aus dem Jahr 1922 und hat eine bewegte Geschichte. Er gilt als NS-Raubkunst – ein Erbe der dunklen Vergangenheit Deutschlands, das an die Erben der Familie Stahl zurückgegeben werden musste. Heinrich Stahl, der ursprüngliche Eigentümer, war nicht nur Direktor der Victoria-Versicherung, sondern auch Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde von Berlin. Sein tragisches Schicksal, das 1942 im Konzentrationslager Theresienstadt endete, wirft einen Schatten auf das Kunstwerk, das nun wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist.
Die Geschichte des Brunnens
Heinrich Stahl und seine Frau Jenny wurden während der NS-Zeit verfolgt. Während er deportiert wurde und nicht überlebte, konnte Jenny nach dem Krieg in die USA emigrieren. Ihr Enkel, Werner Stahl, hatte 2001 auf den Brunnen verzichtet, jedoch nicht im Namen der gesamten Familie – was für einen interessanten, aber auch komplizierten rechtlichen Zustand spricht.
Das Georg Kolbe Museum, das das Werk schließlich an die Erbengemeinschaft zurückgeben wollte, stand vor der Herausforderung, dass kein Budget für den Ankauf zur Verfügung stand. Sie hatten also keinen Spielraum, um aktiv an der Auktion teilzunehmen. Die Entscheidung der Erben, den Brunnen in Berlin versteigern zu lassen, brachte den historischen Kontext und die Kunst in einen neuen Einklang. Man kann sich nur vorstellen, welche Emotionen bei dieser Versteigerung im Raum lagen!
Ein Rekord wird gebrochen
Der Erlös von vier Millionen Euro übertraf den vorherigen Rekord für eine Kolbe-Skulptur, die „Stehende Frau“, die 1,4 Millionen Euro einbrachte. Das Auktionshaus Grisebach hat sich mit dieser Versteigerung einmal mehr als führendes Haus in der Kunstszene etabliert. Die Fusion aus Kunst, Geschichte und dem damit verbundenen emotionalen Erbe lässt nicht nur Sammlerherzen höher schlagen, sondern regt auch zur Reflexion über die Vergangenheit an.
So kommt es, dass solch ein Kunstwerk, das einst unter den Bedingungen des Nationalsozialismus verloren ging, nun eine neue Würdigung erfährt. Die 1922 geschaffene Skulptur ist nicht nur ein Zeugnis künstlerischen Schaffens, sondern auch ein Symbol für die Rückkehr von Raubkunst in die Hände ihrer rechtmäßigen Erben. Es bleibt spannend zu beobachten, welche Schritte die Erben nun unternehmen werden und wie sich die Geschichte des Brunnens weiter entfaltet.
