Am 1. Mai hat Signal Iduna seinen neuen KFZ-Tarif ins Rennen geschickt. Ein Schritt, der in der Branche für ein wenig Aufregung sorgt, aber nicht gerade als Revolution gefeiert wird. Makler Florian D. Schulz bewertet den Tarif als leichte Verbesserung, jedoch nicht wirklich innovativ. Mit einem Marktanteil von 1,2 Prozent ist Signal Iduna für die Top-20 der Branche relevant, aber der große Wurf sieht anders aus. Fast eine halbe Milliarde Prämienaufkommen – das ist schon eine Ansage, auch wenn die meisten Verträge eher für hauseigene Vermittler gedacht sind.

Der Tarif unterscheidet sich zwischen Einzeltarifen und Flottentarifen. Die Einzeltarife sind modular und standardisiert, was den Kunden eine gewisse Flexibilität bietet. Der neue Tarifaufbau setzt sich aus einem Basistarif, der soliden Grundschutz bietet und modular erweiterbar ist, sowie einer Premium-Variante zusammen. Letztere verspricht ein Rundum-sorglos-Paket, doch die Unterschiede in den Leistungen sind markant. Prämienunterschiede von nur etwa 10 Prozent täuschen hier ein wenig über die tatsächlichen Leistungsunterschiede hinweg.

Ein Blick auf die Leistungen

Der Basis-Tarif deckt Zusammenprall mit „Haarwild“ ab – das ist in anderen Tarifen oft besser geregelt. Schulz empfiehlt, diesen Tarifschnipsel zu meiden, denn die gebotenen Leistungen sind einfach nicht ausreichend. Dennoch gibt es Verbesserungen in der Premium-Variante: Die Summen und Sublimits wurden angehoben. So wurde beispielsweise die Neu- und Kaufwertanhebung von 24 auf 36 Monate verlängert. Ein weiteres Highlight ist die Integration des Moduls „Autoschutz“ in den Tarif, das neue Leistungen wie die Mitversicherung der Dashcam und Ausgleich im Carsharing beinhaltet.

Auch in der E-/Hybrid-Thematik gibt’s eine Erhöhung von Sublimits. Schäden durch Blitz und Tierbisse sind jetzt bis zu 30.000 Euro abgedeckt. Preislich liegt der Tarif im oberen Drittel, der Basistarif wird mit einem Rabatt von 10 Prozent angeboten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber der unabhängige Markt neigt ohnehin zu leistungsstärkeren Tarifen, was das Ganze etwas relativiert.

Kfz-Versicherung im Überblick

Kommen wir zu den Grundlagen: Die Kfz-Haftpflicht ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und schützt vor hohen Schadenersatzforderungen. Diese Mindestabsicherung kann mit einer Kaskoversicherung erweitert werden. Hier unterscheidet man zwischen Teilkasko, die Schäden durch äußere Einwirkungen wie Unwetter oder Diebstahl abdeckt, und Vollkasko, die zusätzlich selbstverschuldete Schäden schützt. Es stehen also weitere Bausteine zur optimalen Absicherung zur Verfügung.

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Die Kraftfahrtversicherung, die größte Sparte in der Schaden- und Unfallversicherung in Deutschland, umfasst neben der Kfz-Haftpflicht auch Kfz-Kaskoversicherungen und die Kfz-Insassenunfallversicherung. Mit 94 Unternehmen in diesem Bereich und einem durchschnittlichen Prämienniveau von rund 256 Euro für die Kfz-Haftpflichtversicherung im Jahr 2023, ist das Angebot vielfältig. Besonders interessant ist, dass der größte Kfz-Haftpflichtversicherer, Allianz, etwa 10 Prozent der 70,4 Millionen Kfz-Haftpflichtverträge hält. Wenn wir weiter schauen, so gab es 2023 etwa 21,4 Millionen Teilkaskoverträge, während die Vollkaskoversicherung mit rund 12 Millionen Verträgen sogar noch beliebter ist.

Insgesamt zeigt sich, dass die Branche in Bewegung ist. Neue Tarife, neue Angebote – und trotzdem bleibt die Frage, ob das alles tatsächlich zum Vorteil der Kunden ist. Irgendwie bleibt der Eindruck, dass es hier und da noch Luft nach oben gibt, besonders wenn wir auf die Leistungen schauen. Aber vielleicht ist das auch der ganz normale Lauf der Dinge im Versicherungsdschungel.