Risiken und Regeln: Was Sie beim Autoschleppen beachten müssen
Das Ausleihen von Autos kann für viele eine praktische Lösung sein, sei es für einen kurzen Ausflug oder um einem Freund aus der Patsche zu helfen. Doch wie so oft im Leben, gibt es auch hier einige Fallstricke, die es zu beachten gilt. Ein geliehenes Auto bleibt zwar in der Regel versichert, aber das Fahren durch nicht eingetragene Personen kann schnell zu einem finanziellen Desaster führen.
Wenn Freunde oder Bekannte nach dem Autoschlüssel fragen, ist es wichtig, sich vorher mit den Details des eigenen Kfz-Versicherungsvertrags auseinanderzusetzen. Laut der Stiftung Warentest Finanzen können Probleme auftreten, wenn nur eine bestimmte Person oder ein enger Fahrerkreis versichert ist. In solchen Fällen bleibt zwar der Versicherungsschutz bestehen, aber können schnell Zusatzkosten anfallen, wenn eine nicht gemeldete Person einen Unfall verursacht.
Versteckte Kosten und Nachzahlungen
Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt in der Regel die Schäden des Unfallgegners, während die Vollkaskoversicherung auch Schäden am eigenen Fahrzeug abdeckt. Das klingt zunächst beruhigend, doch die Folgen eines Unfalls mit einem nicht gemeldeten Fahrer können gravierend sein: Nachzahlungen des Versicherungsbeitrags, Vertragsstrafen oder sogar Regressforderungen des Versicherers sind nur einige der möglichen Konsequenzen. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Der Versicherer kann den Beitrag rückwirkend auf den korrekten Tarif erhöhen, was in manchen Fällen zu einer Verdopplung des Beitrags führen kann.
Viele Versicherer bieten die Möglichkeit, zusätzliche Fahrer vorübergehend einzutragen. In einer Stichprobe haben 55 von 65 befragten Versicherungsunternehmen eine kurzfristige Nachmeldung sogar kostenlos angeboten. Dennoch sollte man sich nicht darauf verlassen, dass dies immer der Fall ist. Daher empfiehlt sich ein kurzer Kontakt zur Versicherung, bevor man sein Auto verleiht.
Temporäre Erweiterung des Fahrerkreises
Wenn eine temporäre Erweiterung nicht möglich ist, könnte ein separater Drittfahrerschutz eine Lösung bieten, der mögliche Strafzahlungen übernimmt. Es ist ratsam, vor dem Verleihen des Fahrzeugs zu prüfen, ob der Fahrer im Versicherungsvertrag vermerkt ist oder kurzfristig hinzugefügt werden kann. Diese Maßnahme kann nicht nur helfen, finanzielle Nachteile zu vermeiden, sondern auch den Stress im Falle eines Unfalls deutlich reduzieren.
Besonders interessant ist die Entwicklung, dass seit der Anpassung der Kfz-Prämien durch Versicherer das Verleihen von Autos gravierende Folgen haben kann. Die Prämien werden unter anderem auch anhand der Größe des Fahrerkreises kalkuliert. Eltern sollten beispielsweise daran denken, ihre Versicherung zu informieren, wenn ihre Kinder den Führerschein erhalten – die unterlassene Nachmeldung kann zu höheren Prämien und Selbstbeteiligungen führen. Bei Fahrern unter 23 Jahren kann die Prämie sogar bis zu doppelt so hoch werden und die Selbstbeteiligungen in der Vollkaskoversicherung können bis zu 2.500 Euro betragen.
Rechtliche Absicherung und Schadensfreiheitsklasse
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Versicherer den Vertrag kündigen können, wenn eine Nachmeldung unterbleibt. In Notfällen, wenn der Beifahrer das Steuer übernimmt, sind diese Fahrten jedoch versichert, ohne dass es Einschränkungen des Fahrerkreises gibt. Bei Unfällen mit nachgemeldeten Fahrern gibt es rechtlich keine Komplikationen, allerdings wird der Versicherungsnehmer in der Schadensfreiheitsklasse heraufgestuft, was langfristig wiederum zu höheren Kosten führen kann.
Zusätzlich bieten einige Privathaftpflichtversicherer Schutz für den künftigen Mehrbeitrag des Fahrzeughalters bei Unfällen mit geliehenen Autos. Das kann eine hilfreiche Sicherheit darstellen, um die finanziellen Risiken eines Autoverleihs zu minimieren.
Insgesamt ist es von entscheidender Bedeutung, sich gründlich über die Bedingungen der eigenen Kfz-Versicherung zu informieren und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen, bevor man sein Auto verleiht. So kann man nicht nur mögliche finanzielle Einbußen vermeiden, sondern auch unliebsame Überraschungen nach einem Unfall verhindern.
