Heute ist der 30.05.2026, und wir stehen vor einer unruhigen Zeit im Bereich der politischen Risiken, die nicht nur unsere Wirtschaft, sondern auch den internationalen Handel nachhaltig beeinflussen. Besonders im maritimen Versicherungsmarkt sind politische Risiken, insbesondere Kriegsrisiken, von großer Bedeutung. Wer hätte gedacht, dass wir in einer Zeit leben, in der Versicherungsnehmer und Reeder ihre Strategien an geopolitische Spannungen anpassen müssen? Die Realität ist, dass Kriegsrisiken in Standardpolicen in der Regel ausgeschlossen sind. Diese müssen über spezielle Klauseln oder Zusatzdeckungen versichert werden – ein Umstand, der für viele Geschäfte zum Stolperstein werden kann.

Interessanterweise wird der Versicherungsschutz für Kriegsrisiken häufig nur für See- und Lufttransporte angeboten. Landtransporte sind oft nicht versicherbar, was die Sache zusätzlich kompliziert macht. Und dann gibt es auch noch die besonderen Kündigungsrechte der Versicherer bei Kriegsereignissen, die oft mit Fristen von 48 Stunden bis zu sieben Tagen einhergehen. Es ist verwunderlich, wie schnell die Dinge kippen können. Wenn ein Vertrag gekündigt wird, ist ein Wiedereinschluss zwar möglich, doch das kostet zusätzlich – und die Prämien steigen. Die Basisprämien sind traditionell günstig, basieren sie doch auf der Annahme von Weltfrieden. Aber mit jedem neuen Kriegsereignis wird die Risikoeinschätzung neu bewertet, das lässt die Preise natürlich steigen.

Ein dynamisches Umfeld

Das Joint War Committee (JWC) spielt hier eine bedeutende Rolle. Es bringt die leitenden Underwriter aus dem maritimen Versicherungsmarkt zusammen, um über Themen zu diskutieren, die den Markt betreffen. Nach dem Beginn des Konflikts im Golf wurden die gelisteten Gebiete ausgeweitet und schließen mittlerweile auch Länder mit US-Stützpunkten ein, die als potenzielle Ziele gelten. Das klingt nach einer chaotischen Situation, und das ist es auch. Trotz falscher Berichterstattung über Stornierungen bleibt die Hull-War-Versicherung im Londoner Markt verfügbar. Haftpflichtversicherer überprüfen jedoch einen Teil ihres Portfolios, insbesondere Charterer und nicht poolbare Risiken. Das zeigt, wie dynamisch und unberechenbar die Situation ist.

Über 25 Angriffe auf kommerzielle Schiffe wurden bereits verzeichnet. Und während der Verkehr durch die Straße von Hormuz nicht physisch geschlossen ist, liegen viele Schiffe vor Anker, da die Kapitäne die Durchfahrt als zu gefährlich einstufen. Laut IMO sind 20.000 Seeleute in der Region eingeschlossen. Eine Unterbrechung der Ölversorgung hat nicht nur Auswirkungen auf die Preise, sondern auch auf die gesamte wirtschaftliche Landschaft. Das kann die Transportkosten erhöhen und Lieferketten ins Wanken bringen.

Politische Risiken im Fokus

Im Allianz Risk Barometer 2026 ist das Risiko „Politische Risiken und Gewalt“ auf Platz 7 gestiegen – die höchste Platzierung bisher. Das zeigt, dass Unternehmen weltweit Krieg als größte Sorge in diesem Risikofeld betrachten. In Deutschland sind 63% der Unternehmen der Meinung, dass Krieg das Hauptrisiko darstellt, gefolgt von Terrorismus und Sabotage. Politische Spannungen können Lieferketten unterbrechen und unsichere Reisebedingungen schaffen, was für viele Reeder ein echtes Dilemma darstellt.

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Die Auswirkungen politischer Gewalt sind nicht nur lokal, sondern global. Blockierte Transportwege und verzögerte Kundenprojekte sind nur einige der Herausforderungen, mit denen Unternehmen konfrontiert sind. Über 250 größere Streiks und soziale Unruhen wurden in den letzten fünf Jahren registriert – das ist eine alarmierende Zahl. 72% der Unternehmen sehen Betriebsunterbrechungen oder Lieferkettenstörungen als die kritischsten Folgen politischer Risiken. Das ist nicht nur eine theoretische Überlegung, sondern betrifft die tägliche Realität vieler Firmen.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, prüfen immer mehr Unternehmen Nearshoring oder vermehrte Produktion im Heimatmarkt. Auch das Bestandsmanagement wird unter die Lupe genommen, und viele setzen auf Diversifizierung und neue Lieferanten. Eine proaktive Herangehensweise ist gefragt. Unternehmen sollten eine Bestandsaufnahme ihrer kritischen Länder, Lieferanten und Projekte durchführen und Szenarien für mögliche politische Risiken durchspielen. Nur so kann die Resilienz erhöht werden, und dafür ist es ratsam, eine Global-Risk-Beratung in Anspruch zu nehmen, um politische Risiken frühzeitig zu erkennen und passende Maßnahmen zu ergreifen.