Ping An: Der Wegweiser für die Zukunft der Versicherungsbranche in Deutschland
Wenn wir über die Zukunft der Versicherungsbranche sprechen, landet man unweigerlich beim Namen Ping An. Der chinesische Riese ist nicht nur ein führender Anbieter im Heimatmarkt, sondern wird auch oft als das Paradebeispiel für integrierte Ökosystemstrategien in der Versicherungswelt genannt. Daniel Dierkes beleuchtet in einem Podcast, dass Ping An auf Vorstandssitzungen von Versicherungsunternehmen ein heißes Thema ist – und das aus gutem Grund. Der Konzern hat es geschafft, Versicherungen in Lebensbereiche wie Gesundheit und Payment zu integrieren, was in der Branche als bahnbrechend angesehen wird.
Wussten Sie, dass Ping An bis Oktober 2023 über 230 Millionen Privatkunden zählte? Die Prämieneinnahmen im Krankenversicherungsgeschäft haben sich auf satte 159 Milliarden Yuan hochgeschraubt! Das Unternehmen hat sich in den letzten 35 Jahren von einem kleinen Büro in Shenzhen mit gerade mal 400 qm in einen globalen Akteur verwandelt. Früher wurde der Vertrieb noch auf Fahrrädern betrieben – kaum vorstellbar, wenn man die heutige Dimension des Unternehmens betrachtet.
Die Rolle von Ökosystemen
Eine Studie von InsurLab Germany und Roland Berger zeigt, dass 90% der Befragten Ökosysteme für die Zukunft der Versicherungswirtschaft als relevant bis wettbewerbsentscheidend erachten. Die hohen Potenziale, die in den Bereichen Gesundheit, Mobilität und Cyber liegen, sind nicht zu übersehen. Dierkes hebt hervor, dass internationale Modelle nicht eins zu eins auf den deutschen Markt übertragbar sind. Das heißt, für Deutschland ist ein anderer Ansatz gefragt, um die Vorteile von Ökosystemen zu nutzen.
Die Geneva Association hat in diesem Zusammenhang die Vorteile von digitalen Plattform-Ökosystemen unterstrichen, nennt aber auch Herausforderungen wie Legacy-Technologien, die oft wie ein Klotz am Bein hängen. Dierkes plädiert für mehr Kooperationen zwischen Versicherern und Technologieunternehmen, um in diesem sich schnell verändernden Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben. Die große Frage bleibt: Wie lässt sich das ökonomische Potenzial von Ökosystemen sinnvoll entfalten?
Kundenerwartungen und innovative Ansätze
Ein Blick in Deloitte’s „2026 Global Insurance Outlook“ zeigt uns, dass veränderte Kundenerwartungen und die Konsolidierung von Maklern massive Auswirkungen auf die Versicherungslandschaft haben werden. In Deutschland wird empfohlen, eigene Ökosystemrollen zu definieren, anstatt einfach internationale Modelle zu kopieren. Das klingt nach einer Herausforderung, vor allem, wenn man bedenkt, dass Versicherer oft mit veralteten Systemen kämpfen.
Im Cyberbereich zum Beispiel erleben wir seit Jahren ein rasantes Wachstum. Partner in diesem Bereich profitieren von gebündelter Expertise, und das Marktvolumen wird sich voraussichtlich vervielfachen. Die Wachstumsrate der Prämien in Europa und im DACH-Raum liegt über 30% pro Jahr – das ist schon eine Hausnummer! Ein weiterer Bereich mit hohem Potenzial ist die Gesundheit. Digitalisierung und technologische Fortschritte treiben das Marktwachstum voran.
Der Weg zur Umsetzung
Um erfolgreich in die Welt der Ökosysteme einzutauchen, sollten Versicherer einen schrittweisen Ansatz wählen. Der erste Schritt? Eine gründliche Analyse des Status Quo in relevanten Sparten und Märkten. Danach gilt es, die Kompatibilität des Unternehmens mit der Idee eines Ökosystems zu prüfen. Schließlich muss die angestrebte Rolle klar definiert und ein konkreter Business Plan erstellt werden. Und erst dann kann die Umsetzung beginnen.
Ob Ping An als Vorbild für die deutsche Versicherungsbranche dienen kann, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Die Integration von Ökosystemen ist kein vorübergehender Trend, sondern eine Notwendigkeit für die Zukunft. Das wird spannend! Man darf gespannt sein, wie sich das alles entwickeln wird, und ob wir in der deutschen Versicherungslandschaft bald ähnliche Erfolge sehen werden.
