Die Kfz-Versicherung hat in den letzten Jahren eine turbulente Reise hinter sich. Man könnte sagen, die wirtschaftliche Krise ist wie ein Schatten über der Branche, der immer größer und bedrohlicher wurde. Ein intensiver Preiswettbewerb, besonders durch diese Vergleichsportale, hat die Kalkulation vieler Anbieter stark geschwächt. Und dann kam 2021 – ein Jahr, in dem die stark steigenden Ersatzteilpreise und die höheren Werkstattkosten den Druck auf die Versicherer weiter erhöhten. Im Jahr 2023 war es dann soweit: Erstmals arbeiteten keine großen Kfz-Versicherer kostendeckend. Die Schaden-Kosten-Quote lag alarmierend über 100 Prozent, was bedeutet, dass die Einnahmen nicht mal ansatzweise ausreichten, um die Schäden und Kosten zu decken.

Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels. Im Jahr 2024 stiegen die gebuchten Bruttoprämien der 50 größten Anbieter um 11,8 Prozent auf durchschnittlich 609,73 Millionen Euro je Unternehmen. Eine erfreuliche Entwicklung, vor allem wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Prämie je Vertrag von 253,76 Euro auf 275,49 Euro kletterte – ein Plus von 8,6 Prozent. Die Schadenaufwendungen stiegen im gleichen Jahr nur um 2,6 Prozent, nachdem sie im Vorjahr um 16,9 Prozent zulegten. Das klingt fast wie ein kleiner Sieg, wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Schadenquote der größten Anbieter von 107,60 Prozent auf 97,36 Prozent sank. Die Schaden-Kosten-Quote verringerte sich ebenfalls, von 112,2 auf 106,6 Prozent. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, auch wenn sie weiterhin über der Kostendeckungsschwelle bleibt.

Die Herausforderung bleibt bestehen

Die Realität ist jedoch, dass nur 11 der 50 größten Anbieter 2024 eine Schaden-Kosten-Quote von unter 100 Prozent aufweisen konnten und somit tatsächlich kostendeckend arbeiteten. Die Frage bleibt: Wie nachhaltig ist diese Kostendeckung? Die Schadenentwicklung zeigt sich als volatil, und weitere Anpassungen auf der Prämienseite sind mehr als wahrscheinlich. Anbieter mit hohen Schaden-Kosten-Quoten sind häufig teurer, was die Sache nicht einfacher macht. Die Schaden-Kosten-Quote allein reicht nicht aus, um die Geschäftspolitik vollständig einzuschätzen – das muss man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen.

Die Zahlen, die anlässlich der Jahresmedienkonferenz des GDV veröffentlicht wurden, zeigen, wie wichtig die Combined Ratio als Rentabilitätskennzahl für Schaden- und Unfallversicherungsunternehmen ist. Sie misst das Verhältnis von Kosten für Schäden und Verwaltungsausgaben zu den Prämieneinnahmen. Und in der Kfz-Versicherung, der größten Sparte in der Schaden- und Unfallversicherung in Deutschland, ist das besonders relevant. Hier sprechen wir von gesetzlich vorgeschriebenen Kfz-Haftpflichtversicherungen, Kaskoversicherungen und sogar Insassenunfallversicherungen.

Ein Blick auf den Markt

2023 gab es in Deutschland 94 Unternehmen im Bereich Kfz-Haftpflichtversicherungen, wobei die Allianz mit rund 10 Prozent der 70,4 Millionen Kfz-Haftpflichtverträge der größte Anbieter ist. Die durchschnittliche Jahresprämie in der Kfz-Haftpflicht lag bei etwa 256 Euro. Kaskoversicherungen, die zusätzlichen Schutz bieten, decken Schäden am Fahrzeug des Versicherungsnehmers ab. Rund 21,4 Millionen Teilkaskoverträge standen 2023 auf dem Markt, während die Anzahl der Vollkaskoverträge um rund 12 Millionen darüber lag. Diese umfassende Absicherung lässt sich sehen, zumal die durchschnittliche Jahresprämie für Teilkaskoversicherungen bei etwa 82 Euro und für Vollkaskoversicherungen bei etwa 333 Euro liegt.

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Die Branche hat also viel zu verdauen, und die Herausforderungen sind noch lange nicht bewältigt. Die Entwicklungen werden mit Spannung beobachtet, denn die Kfz-Versicherung bleibt ein zentraler Bestandteil des Lebens vieler Menschen – sei es im Hinblick auf Autounfälle, Einbrüche oder sogar Cyberangriffe. Die kommenden Jahre könnten entscheidend sein, um zu sehen, wie sich die Branche weiterentwickelt und ob sie in der Lage ist, aus ihrer Krise zu lernen.