Hängende Fragen: Wie ein Hangrutsch in Schwäbisch Gmünd das Schicksal von Eigentümern entscheidet
In Schwäbisch Gmünd, genauer gesagt in der Oberbettringer Straße 77, steht ein Mehrfamilienhaus, das sich in einer äußerst prekären Lage befindet. Das Gebäude droht abgerissen zu werden, und das nicht ohne Grund: Ein Hangrutsch hat bereits im Juni 2024 massive Schäden verursacht. Der Garten ist abgesackt, und die Treppe führt ins Nichts. Das Ganze klingt wie aus einem Drama – nur dass es hier um das echte Leben geht.
Die Situation wird noch komplizierter, wenn man bedenkt, dass das Haus seit Mitte April 2026 keinen Elementarschutz mehr hat. Bis Januar 2025 war es bei der AIG versichert, aber die Versicherung wurde gekündigt. Das Vertragsende folgte, weil die AIG nicht über die Schäden durch den Hangrutsch informiert war. Hier stellt sich die Frage: Wie können Eigentümer sich gegen solche unvorhersehbaren Naturereignisse absichern?
Die Suche nach Lösungen
Die Eigentümer versuchen nun, mit einer Spezialfolie das weitere Eindringen von Wasser in den Hang zu verhindern. Das klingt nach einer pragmatischen Lösung, doch die Unsicherheit bleibt. Die Alte Leipziger Versicherung, die das Gebäude zuvor versichert hatte, macht die Eigentümer dafür verantwortlich, dass nicht genügend in die Schadensabwehr investiert wurde. Hier wird deutlich, dass es nicht nur um Versicherungsschutz geht, sondern auch um Verantwortung und Prävention.
Der Hausverwalter hat klare Empfehlungen: Die Pläne der Geotechnik Aalen zur Sicherung des Gebäudes sollten schnellstmöglich umgesetzt werden, wenn man eine neue Elementarversicherung anstrebt. Das klingt nach einem Plan, aber es bleibt die Frage, ob die Eigentümer dazu bereit sind, die notwendigen Schritte zu gehen. Optimistisch ist da Erster Bürgermeister Christian Baron, der allen Hauseigentümern rät, eine Elementarversicherung abzuschließen. Ein weiser Rat, der in der aktuellen Lage mehr als angebracht ist.
Nachbarn in ähnlicher Lage
Ein Blick auf die Nachbarn zeigt, dass man nicht allein ist. Das Nachbarhaus in der Oberbettringer Straße 75 ist bei der Sparkassen-Versicherung auf Elementarschäden versichert und erhält finanzielle Unterstützung für Sicherungsmaßnahmen. In der Oberbettringer Straße 79 hingegen hat sich der Versicherungsstatus geändert: Bis Ende 2024 war das Gebäude bei Signal Iduna versichert, jetzt ist es bei der Württembergischen Versicherung, und es laufen Gespräche über mögliche Unterstützung.
Die Frage nach dem Versicherungsschutz ist ein Thema, das viele Eigentümer beschäftigt. Schäden durch Baugrundbewegungen oder Hangrutsche sind nicht nur existenzbedrohend, sie können auch hohe Kosten verursachen. Eine Gebäudeversicherung ist oft nicht ausreichend, da viele Policen Ausschlüsse oder Einschränkungen für solche Schäden enthalten. Hier kommt die Elementarschadenversicherung ins Spiel: Diese Zusatzversicherung deckt Schäden durch Naturkatastrophen ab und sollte unbedingt in Betracht gezogen werden.
Prävention ist das A und O
Die Lehren aus der Situation in Schwäbisch Gmünd sind klar: Fachliche Beratung ist unerlässlich. Geotechnische Untersuchungen können helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen. Zudem sollte bei der Bauplanung und -ausführung auf Wassermanagement und Stabilitätsmaßnahmen geachtet werden. Regelmäßige Inspektionen und Wartungen können ebenfalls helfen, Probleme rechtzeitig zu identifizieren und das Schlimmste zu verhindern.
So bleibt die Frage: Wie geht es weiter für die Eigentümer in der Oberbettringer Straße 77? Wird es ihnen gelingen, die nötigen Schritte einzuleiten, um ihr Zuhause zu sichern, oder wird der Hangrutsch ihnen endgültig den Boden unter den Füßen wegziehen? Die Zeit wird es zeigen, und die Abschlüsse von Elementarversicherungen könnten in diesem Zusammenhang der Schlüssel zur Absicherung sein.
