Freitag der 13.: Aberglaube oder ganz normaler Alltag?
Heute ist der 1.05.2026, und in diesem Jahr dürfen wir uns gleich dreimal auf einen Freitag, den 13., freuen: am 13. Februar, 13. März und 13. November. In vielen Kulturen gilt dieser Tag als Unglückstag, und so wundert es nicht, dass Aberglauben und Mythen rund um dieses Datum blühen. Aber ist Freitag, der 13., tatsächlich ein Tag, an dem man besser im Bett bleibt? Die R+V Versicherung hat in einer umfassenden Untersuchung der letzten 20 Jahre analysiert, ob an diesem Tag wirklich mehr Unglücke passieren.
Die Statistik spricht eine klare Sprache: An Freitagen, die auf den 13. fallen, ereigneten sich im Durchschnitt 3.209 Schäden. Zum Vergleich: An „normalen“ Freitagen waren es durchschnittlich 194 Schäden mehr. Selbst im Vergleich zu anderen Werktagen liegt Freitag, der 13., nicht schlechter da, denn hier wurden im Schnitt 276 Schäden mehr gezählt. Das Ergebnis ist eindeutig: Statistisch gesehen ist Freitag, der 13., nicht gefährlicher als andere Tage. Doch woher kommt der Aberglaube?
Ursprünge des Aberglaubens
Die Wurzeln des Aberglaubens sind tief in der christlichen Tradition verwurzelt. Freitag wird als Unglückstag angesehen, weil Jesus Christus an einem Freitag, dem Karfreitag, gekreuzigt wurde. Die Zahl 13 gilt als Störfaktor, da die Zwölf als vollkommen betrachtet wird – man denke nur an die zwölf Apostel oder die zwölf Monate im Jahr. Judas, der als der Verräter bekannt ist, war der 13. Gast beim letzten Abendmahl. Diese Kombination aus Datum und Zahl hat sich im kollektiven Bewusstsein festgesetzt.
Statistiken des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg belegen zudem, dass es an Freitagen, die auf den 13. fallen, keinen signifikanten Anstieg bei Verkehrsunfällen gibt. Auch die globalen Daten zu Flugzeugabstürzen seit 1945 zeigen keine Häufung an diesen Tagen. Dennoch gibt es zahlreiche Beispiele für den Aberglauben: Manche Fluggesellschaften verzichten auf die Reihe 13, und viele Fußballmannschaften haben keine Spieler mit der Nummer 13.
Wissenschaftliche Betrachtungen und regionale Unterschiede
Die AOK hat festgestellt, dass an Freitagen, die auf den 13. fallen, keine auffällige Steigerung von Krankmeldungen zu beobachten ist. Interessant ist auch, dass der Aberglaube um Freitag, den 13., in den 1950er-Jahren durch den berühmten „Black Friday“ – den Börsencrash von 1869 – verstärkt wurde. Forscher wie Horst Müller-Peters erklären, dass Menschen evolutionär darauf programmiert sind, Risiken zu erkennen, jedoch Schwierigkeiten haben, abstrakte Risiken zu begreifen. Aberglaube kann hier als eine Art Abkürzung dienen, um diese Risiken greifbarer zu machen.
Weltweit ist der Aberglaube nicht einheitlich. Während in Spanien der Dienstag, der 13., als Unglückstag gilt und in Italien der Freitag, der 17., so wird in China und Japan die Zahl 4 gefürchtet, da sie ähnlich klingt wie das Wort für Tod. Eine Studie von 2025 zeigt, dass Aberglaube nach wie vor existiert, jedoch stark vom individuellen Denkmuster abhängt.
Fazit und Ausblick
Ob man nun an die Unglückstheorien rund um Freitag, den 13., glaubt oder nicht – fest steht, dass viele Menschen ihr Glück nicht herausfordern wollen. Das Fehlen der 13 in Flugverkehr und auf Fußballtrikots ist ein deutliches Zeichen dafür. Dennoch zeigt die Statistik, dass an den kommenden Freitagen im Jahr 2026 – dem 13. Februar, 13. März und 13. November – alles beim Alten bleiben könnte. Vielleicht ist es an der Zeit, den Aberglauben hinter sich zu lassen und einfach das Leben zu genießen, ohne sich von Zahlen und Daten leiten zu lassen.
