Cèdre: Wo Geschichte auf moderne Arbeitswelten trifft
Nach einer umfassenden Sanierung erstrahlt das denkmalgeschützte Gebäude „Cèdre“ der Vaudoise Versicherungen in neuem Glanz. Der Umbau orientiert sich an der ursprünglichen Vision des Architekten Jean Tschumi und verfolgt das Ziel, architektonisches Erbe mit Kunst und zeitgemäßer Nutzung zu verbinden. Zu den Highlights der Sanierung gehören die Verwendung moderner Industriematerialien wie Beton, Glas und Aluminium, die dem Gebäude ein offenes, helles und funktionales Design verleihen.
Technische Innovationen wie Großraumbüros, ein Personalrestaurant und eine Tiefgarage machen „Cèdre“ zu einem Vorzeigeobjekt für moderne Arbeitswelten. Die erste Sanierung in den 1990er Jahren war nicht mehr zeitgemäß, weshalb die aktuelle Maßnahme darauf abzielt, das architektonische Erbe zu bewahren und gleichzeitig an die modernen Standards anzupassen. Im Jahr 2024 wird eine umfassende Bestandsaufnahme durchgeführt, um die historische Substanz und Funktionen des Gebäudes weiter zu definieren.
Innovative Ansätze in der Architektur
Ein Architekturwettbewerb im Jahr 2020, an dem sieben Architekturbüros teilnahmen, führte zur Auswahl von Itten+Brechbühl AG als Gewinner. Das Projekt „Un moment charnière“ berücksichtigt sowohl den Denkmalwert als auch moderne Arbeitsweisen und fördert die Umgestaltung der Begegnungszonen zwischen den Flügeln des Gebäudes. Innenwände auf der Südseite wurden entfernt oder durch Glaswände ersetzt, um mehr Transparenz und Licht zu schaffen.
Der Innenausbau wird von Büro CCHE durchgeführt, die eine sorgfältige Auswahl an Materialien, Farben und Mobiliar getroffen haben. Dabei orientiert sich die Farbgestaltung an der ursprünglichen Palette von Jean Tschumi. Die Möbelstücke wurden neu angefertigt, wobei Anpassungen für Komfort und Nachhaltigkeit vorgenommen wurden. Die Sanierung erfüllt zudem die Kriterien des WELL-Gold-Labels, wobei die Zertifizierung noch aussteht.
Kunst trifft Architektur
Ein besonderes Highlight der Sanierung sind die Kunstwerke, die das Gebäude zieren. So finden sich Skulpturen und Wandgemälde von Claudia Comte sowie eine Fotografie-Serie von Yann Gross mit dem Titel „Fortune“. Diese Kunstwerke unterstreichen die Verbindung zwischen kulturellem Erbe, Architektur und modernen Anforderungen und machen „Cèdre“ nicht nur zu einem Arbeitsplatz für rund 500 Mitarbeiter, sondern auch zu einem Ort der Inspiration und Kreativität.
Die Sanierung des „Cèdre“ ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie denkmalgeschützte Gebäude modernisiert werden können, ohne ihren historischen Wert zu verlieren. In Deutschland gewinnt die Sanierung von Altbauten an Bedeutung, und über 50% der Bauinvestitionen fließen mittlerweile in bestehende Gebäude. Dies zeigt den steigenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften in diesem Bereich und den Wunsch, kulturelle Werte zu bewahren. Die Herausforderungen und Chancen, die mit der Sanierung von Bestandsimmobilien verbunden sind, erfordern ein intensives Beschäftigen mit der vorhandenen Bausubstanz und die Berücksichtigung verschiedener Aspekte wie Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Ästhetik.
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