Es gibt kaum ein Thema, das so viele Mythen umgibt wie die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Man könnte meinen, es sei ein Schattenspiel, bei dem die Realität oft im Dunkeln bleibt. Die BU sichert nicht nur die eigene Arbeitskraft, sondern kann im Ernstfall auch Geldbeträge in Millionenhöhe absichern. Dennoch schieben viele Menschen das Thema auf die lange Bank – aus verschiedenen Gründen, die oft auf falschen Meinungen basieren. Dabei ist es wichtig, den Fakten auf den Grund zu gehen.

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen von Morgen & Morgen zeigt deutlich, dass Unfälle nur für 7% der Berufsunfähigkeitsfälle verantwortlich sind. Schaut man genauer hin, wird klar, dass 40% der Fälle auf psychische und Nervenerkrankungen zurückzuführen sind. Das ist ein neuer Höchststand und sollte niemanden überraschen, der die gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre beobachtet hat. Körperliche Ursachen hingegen nehmen leicht ab. Das führt uns zur Verfügbarkeitsheuristik: Die Menschen neigen dazu, Unfälle als häufigere Ursache für Berufsunfähigkeit wahrzunehmen, während die Realität ganz anders aussieht.

Junge Menschen und die BU

Besonders junge Menschen scheinen zu glauben, sie hätten später noch genügend Zeit, sich um ihre BU zu kümmern. Oh, wie falsch kann man liegen! Mit steigendem Alter wird die BU teurer, und Vorerkrankungen können die Kosten noch weiter in die Höhe treiben. Ein interessanter Fakt: Über 50% der neuen BU-Verträge werden von Personen unter 30 Jahren abgeschlossen – und das ist 2025! Dabei ist die Annahme, dass Menschen mit Vorerkrankungen abgelehnt werden, ein weit verbreitetes Missverständnis. Tatsächlich werden weniger als 3% der Anträge abgelehnt, und rund 80% der Anträge mit Vorerkrankungen erhalten Versicherungsschutz, oft ohne Probleme.

Wer sich unsicher fühlt, sollte sich an einen spezialisierten Versicherungsmakler wenden. Dort können anonyme Voranfragen gestellt werden, ohne gleich in die kompletten Unterlagen eintauchen zu müssen. Das nimmt den Druck und kann helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Psychische Erkrankungen im Fokus

Die Debeka hat die Auswirkungen psychischer Erkrankungen auf Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung untersucht. Eine Auswertung des Bestands von über 385.000 BU-Versicherten für das Jahr 2024 zeigt, dass psychische Störungen die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit sind. Im Jahr 2024 wurden 1.235 neu eingetretene Leistungsfälle analysiert, und Debeka zahlte rund 80,6 Millionen Euro Rente an 8.577 Menschen. Der Anteil der Leistungsfälle wegen psychischer Erkrankungen sank sogar von 49,7 % (2023) auf 45,0 % (2024). Das ist ein Rückgang von 4,7 Prozentpunkten und zeigt eine gewisse Dynamik im System, auch wenn psychische Erkrankungen nach wie vor eine erschreckend hohe Zahl darstellen.

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Die Zweitgrößte Ursache für Berufsunfähigkeit sind Neubildungen, wie Krebserkrankungen, mit einem Anteil von 14,0 %. Und auch Erkrankungen des Bewegungsapparates spielen eine Rolle, wenn auch in kleinerem Maße – 10,0 % der Fälle (2023 waren es noch 11,4 %). Hier zeigt sich eine klare Verschiebung von körperlichen Beschwerden hin zu psychischen Erkrankungen in den Berufsunfähigkeitsstatistiken.

Das alles wirft ein neues Licht auf die Notwendigkeit, sich frühzeitig mit dem Thema Berufsunfähigkeit auseinanderzusetzen. Die Realität ist oft vielschichtiger, als man denkt, und es lohnt sich, die eigenen Ansprüche und Möglichkeiten genau zu prüfen. Also, nicht länger zögern und das Thema BU auf die Agenda setzen – die eigene Zukunft könnte es wert sein!