Basel unter Druck: Wie Velodiebstahl die Radfahrer und ihre Versicherungen herausfordert
In der Stadt Basel wird das Thema Velodiebstahl immer brisanter. Vor wenigen Monaten erlebte die Basler Grossrätin Anina Ineichen, Mitglied der Grünen, eine bittere Enttäuschung: Ihre Hausratversicherung, die auch den Diebstahlschutz umfasste, wurde gekündigt. Innerhalb weniger Monate verschwanden nicht nur ihr E-Bike, sondern auch drei weitere hochwertige Velos. Ein Albtraum für jeden Radliebhaber, der sich in der Stadt auf sein Gefährt verlässt. Und das ist nicht nur ein persönliches Unglück, sondern zieht auch größere Konsequenzen nach sich. Mehrfache Opfer von Velodiebstahl stehen vor der Herausforderung, bei neuen Versicherungen schlechtere Konditionen zu erhalten. Die Selbstbehalte sind hoch, und die Verhandlungen mit den Versicherern gestalten sich als mühsam.
Doch wie schützt man sich effektiv vor dem Verlust seines wertvollen Rades? Die Schweizerische Kriminalprävention gibt hilfreiche Tipps: Ein geprüfter Sicherheitsschloss ist unabdingbar. Auch das Anschließen des Rahmens an einem im Boden verankerten Gegenstand gehört dazu. Am besten in Gruppen – Velos in Gesellschaft sind weniger gefährdet. Zudem sollte man die Drahtesel in einem verschlossenen oder überwachten Raum aufbewahren. Und beim Transport auf dem Autodach oder Heck des Autos gilt es, die Velos gut zu sichern. Eine wichtige Notiz: Die Rahmennummer, Marke und Farbe festzuhalten, kann das Wiederfinden erleichtern. Praktisch dafür ist zum Beispiel der Velofinder.
Die Versicherungslage für Radfahrer
Die Versicherungen selbst äußern sich differenziert zu den Bedingungen. Die Zurich-Versicherung kündigt Verträge nur als letzte Option. Bei der Axa sieht es anders aus; sie überprüft Verträge, wenn mehrfach ähnliche Schadensmeldungen vorliegen. Ganz schön frustrierend, wenn man bedenkt, dass das eigene Rad ein treuer Begleiter ist und man es nicht ständig im Blick haben kann. Aber wie sieht es eigentlich aus, wenn man mehrere Versicherungen hat? Ein wichtiger Punkt ist, dass bei einer Fahrrad- und Hausratversicherung im Schadensfall nicht beide Versicherer zahlen. Die Vertragsbedingungen regeln, welche Versicherung vorrangig zuständig ist, und man muss den Versicherungsumfang offenlegen. Ein Verstoß gegen diese Offenlegung kann dazu führen, dass man im Ernstfall leer ausgeht.
Einmal mehr zeigt sich, dass das Thema Versicherung kompliziert ist. Wenn das Fahrrad gestohlen wird, muss man sich entscheiden: Die Hausratversicherung ist zuständig, wenn mehrere Dinge beim Einbruch gestohlen wurden. Für das Fahrrad selbst muss dann die Fahrradversicherung einspringen. Das kann schnell zu Verwirrung führen, insbesondere wenn man mehrere Versicherungen abgeschlossen hat. Ein kluger Schritt ist, Verträge genau zu prüfen, um Überschneidungen zu vermeiden. Ist das Rad also ausreichend in der Hausratversicherung versichert, könnte man die Fahrradversicherung sogar kündigen.
Was bietet eine spezielle Fahrradversicherung?
Ein großer Vorteil einer speziellen Fahrradversicherung ist der erweiterte Schutz. Besitzer hochwertiger Räder oder E-Bikes sollten unbedingt über den Abschluss einer solchen Versicherung nachdenken. Im Vergleich zur Hausratversicherung bietet sie mehr Risiken, die abgedeckt werden. Die Entschädigung nach Diebstahl kann höher ausfallen, und die Versicherungssummen sind in der Regel auch attraktiver. Besonders wichtig: Die Entschädigungssumme richtet sich nicht nach der Versicherungssumme, sondern nach dem Wert des versicherten Fahrrads oder E-Bikes. Das ist ein massiver Unterschied. Die Versicherung kann auch Schäden durch Vandalismus, Explosionen oder Unfälle abdecken, was bei einer normalen Hausratversicherung oft nicht der Fall ist.
Das ist nicht alles. Verbraucher müssen sich entscheiden, ob sie eine Erstattung im Rahmen des Neuwerts oder des Zeitwerts wünschen. Die Neuwert-Erstattung ermöglicht den Kauf eines gleichwertigen neuen Rades, während der Zeitwert den Wert des Fahrrads zum Zeitpunkt des Diebstahls beschreibt – und der kann, wie jeder weiß, durch Alter und Abnutzung erheblich gesenkt werden.
Egal, wie man es dreht und wendet, der Schutz für Fahrräder ist ein ernstzunehmendes Thema. Das Radfahren in Städten wird immer beliebter, und damit auch die Gefahr des Diebstahls. Sicher ist nur: Man sollte sich gut informieren und die richtige Entscheidung treffen, um im Fall der Fälle nicht mit leeren Händen dazustehen.
