Basel, die Stadt, die für ihre kulturellen Höhepunkte bekannt ist, hat sich auch einen anderen, weniger erfreulichen Ruf erarbeitet: den als Hochburg für Velodiebstähle. Besonders E-Bikes stehen im Fokus der Diebe. Im Jahr 2025 wurden unglaubliche 2571 E-Bike-Diebstähle gemeldet – ein Anstieg, der sich im Vergleich zu den 515 Fällen im Jahr 2020 kaum fassen lässt. Und die Zahlen hören hier nicht auf: Zusätzlich gab es noch 2840 Diebstähle von normalen Fahrrädern. Kein Wunder, dass Radfahrer sich langsam fragen, ob ihre Hausratversicherung im Fall der Fälle wirklich greift.

Ein besonders aufsehenerregender Fall ist der von Anina Ineichen, einer Grossrätin der Grünen. Sie berichtete, dass ihr gleich vier Fahrräder gestohlen wurden, was zur Kündigung ihrer Hausratversicherung führte. Plötzlich war auch ihr Haftpflichtschutz weg. Nach zwei Wochen ohne Versicherung fand sie schließlich einen neuen Anbieter – allerdings mit einem Selbstbehalt von 6000 Franken. Ein echtes Dilemma, das auch viele andere E-Bike-Besitzer erleben. So erging es auch einem 32-jährigen Basler, dessen E-Bike und Ersatzrad gestohlen wurden. Auch er musste sich mit einer Kündigung seiner Versicherung und einem höheren Selbstbehalt herumschlagen, bis er beim vierten Anbieter endlich einen neuen Vertrag fand.

Sichere Abstellplätze sind gefragt

Die Versicherungen sind nicht zimperlich, wenn es um die Prüfung von Verträgen bei gehäuften Schäden geht. Die Zurich und Axa bestätigen, dass häufige Diebstähle zu einer Kündigung führen können. Pro Velo hat daher klare Forderungen aufgestellt: sichere Abstellplätze! Überwachte unterirdische Parksysteme sollen die Räder vor den Dieben schützen. Die Basler Regierung und Polizei stimmen dem zu und raten, hochwertige Schlösser zu verwenden und die Fahrräder nachts in Garagen oder Kellern abzustellen. Klingt vernünftig, oder? Aber was ist mit der Versicherung?

Hier wird es knifflig. E-Bikes können zwar über die Hausratversicherung abgedeckt sein, doch oft gibt es entscheidende Lücken. Viele E-Bike-Besitzer sind sich dessen nicht bewusst und glauben, sie seien gut abgesichert. Doch die Realität sieht oft anders aus. Die Hausratversicherung wurde ursprünglich für günstigere Fahrräder konzipiert. E-Bikes mit einem Wert von 3.000 Euro und mehr sind nicht wirklich gut geschützt, besonders wenn es um Diebstahl auf der Straße geht. Hier greift die Versicherung meist nur bei Einbruchdiebstahl aus einem abgeschlossenen Raum.

Drei große Lücken der Hausratversicherung

Die drei größten Lücken der Hausratversicherung sind: erstens, der Diebstahl „auf der Straße“; zweitens, eine Wertgrenze, die oft nur 1-5% der Versicherungssumme für Fahrräder vorsieht; und drittens, kein Schutz für E-Bike-spezifische Schäden wie Akkuschäden oder Motorschäden. Ein Beispiel: Thomas, 34, hat ein E-Bike im Wert von 2.800 Euro. Seine Hausratversicherung mit 50.000 Euro und einer 3%-Fahrradklausel zahlt im Schadensfall nichts. Er bleibt auf seinen Kosten sitzen. Hätte er eine spezielle E-Bike-Versicherung abgeschlossen, hätte er für nur 15 Euro im Monat den vollen Neuwert ersetzt bekommen.

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Für Gelegenheitsfahrer mit einem E-Bike unter 1.000 Euro oder für Sicherheitsfanatiker, die ihr Rad nie unbeaufsichtigt lassen, mag die Hausratversicherung ausreichen. Doch für die meisten E-Bike-Besitzer ist eine spezielle E-Bike-Versicherung die bessere Wahl. Diese Versicherungen bieten nicht nur umfassenden Schutz gegen Diebstahl, sondern auch Schutz vor Vandalismus, Unfall- und Sturzschäden sowie Akkuschutz. Die Kosten für eine solche Versicherung liegen zwischen 10 und 25 Euro pro Monat. Angesichts der potenziellen Kosten eines Diebstahls oder Akkuschadens von 2.000 bis 4.000 Euro ist das ein überschaubarer Betrag.

Fazit: Besser gut versichert als schlecht

Die richtige Versicherung ist entscheidend, vor allem für Besitzer hochwertiger E-Bikes. Eine spezielle E-Bike-Versicherung bietet nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch höhere Entschädigungssummen. Der Schutz umfasst Risiken, die bei der Hausratversicherung oft nicht abgedeckt sind. Verbraucher müssen sich entscheiden, ob sie eine Neuwert- oder Zeitwerterstattung wünschen, wobei die Neuwert-Erstattung den Kauf eines gleichwertigen neuen Rads ermöglicht. Wer also auf Nummer sicher gehen will, sollte seine Optionen gut abwägen und sich nicht nur auf die Hausratversicherung verlassen. Es könnte sich als teurer Fehler herausstellen – und der nächste Fahrraddiebstahl kommt bestimmt!