Verbraucherberatung im KI-Zeitalter: Chancen und Herausforderungen für die Zukunft
Heute ist der 21.06.2026 und wir blicken auf die jüngsten Entwicklungen in der Verbraucherberatung, insbesondere im Hinblick auf die Herausforderungen, die Künstliche Intelligenz (KI) mit sich bringt. Veronika Hensing, die Leiterin der Herner Verbraucherzentrale, hat im Jahresbericht 2025 einige bemerkenswerte Punkte angesprochen. Die Anfragen der Ratsuchenden sind in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen – im Jahr 2025 wurden beeindruckende 4383 Anliegen registriert, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den weniger als 4000 im Vorjahr darstellt. Doch hinter dieser Zahl verstecken sich nicht nur Statistiken, sondern echte Menschen mit echten Problemen.
Viele der Anliegen erreichen die Beratungsstelle schriftlich und scheinen zunächst gut formuliert zu sein. Aber – und das ist das große Aber – die persönliche Beratung bringt oft Verständigungsprobleme ans Licht. Hier wird die Grenze der KI deutlich: Während die Maschinen scheinbar perfekte Texte generieren können, hapert es in der direkten Interaktion. Falsche Rechtsauslegungen durch KI führen zu nicht einlösbaren Erwartungen, die einfach rechtlich nicht durchsetzbar sind. Man fragt sich, ob das wirklich der Weg ist, den wir gehen wollen.
Die Schattenseiten der KI
Ein weiteres Problem sind die sogenannten KI-Halluzinationen – man könnte fast meinen, das klingt nach Science-Fiction, aber es ist Realität. Ratsuchende werden in vermeintliche Beratungsangebote gelockt, nur um dann festzustellen, dass diese nicht das halten, was sie versprechen. Das führt nicht nur zu Enttäuschungen, sondern auch zu einer zusätzlichen Belastung für die Verbraucherzentralen, die sich um die Klärung dieser Missverständnisse kümmern müssen. Und das, wo die Probleme der Verbraucher ohnehin zunehmend komplexer werden – neue Gesetze, Verordnungen und Richtlinien machen es nicht einfacher.
Ein besonders auffälliger Fall, den die Verbraucherzentrale anführt, ist 1N Telecom. Hier gibt es immer wieder Berichte über irreführende Werbung und ignorierte Widerrufe. Ein Beispiel ist die Forderung der TPI Investment GmbH, die von Kunden von 1N Telecom 420 Euro ohne Nachweis eines gültigen Vertrags fordert. Da fragt man sich doch, wo da die rechtlichen Grundlagen bleiben. Und dann sind da noch die falschen Lieferungen – das Erhalten von Shampoo statt eines Smartphones ist nur die Spitze des Eisbergs. Wer hätte gedacht, dass das Auspacken von Sendungen so wichtig werden könnte? Ein kleiner Tipp: Verbraucher sollten das Auspacken filmen, um im Streitfall Beweise zu haben.
Ein Blick in die Zukunft
Auf der anderen Seite zeigt die Verbraucherzentrale jedoch auch Fortschritt. Sie plant erste Gehversuche mit KI, um die Beratung zu unterstützen. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklungen auswirken werden. Angesichts der hohen Nachfrage hat die Beratungsstelle ihre digitale und telefonische Erreichbarkeit ausgebaut. Wenn Sie Fragen haben, erreichen Sie die Verbraucherzentrale über service@verbraucherzentrale.nrw oder auf ihrer Webseite verbrauerzentrale.nrw/herne. Die Öffnungszeiten sind montags von 13 bis 17 Uhr und dienstags, donnerstags sowie freitags von 10 bis 14 Uhr.
In dieser sich schnell entwickelnden digitalen Welt, in der Künstliche Intelligenz zunehmend Einzug hält, ist es unerlässlich, dass Verbraucher die Kontrolle über ihre Daten und ihre Rechte behalten. Am 28. Januar 2025 hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn darauf hingewiesen, dass KI im Alltag viele Vorteile bietet, sei es bei der Recherche oder beim Entsperren von Smartphones. Gleichzeitig warnt das BSI vor den Sicherheitsrisiken, die diese Technologien mit sich bringen. Cyberkriminelle können Nutzeranfragen auslesen oder Anwendungen manipulieren, was unser aller Sicherheit gefährdet.
Ein gesundes Skeptizismus ist also gefragt! Sensible Daten wie Postadresse, Passwörter und Kreditkarteninformationen sollten nicht leichtfertig eingegeben werden. Es ist ratsam, möglichst wenig persönliche Informationen preiszugeben. Schließlich können KI-Anwendungen Fehler machen – Halluzinationen, die falsche Informationen generieren, sind keine Seltenheit. Die Risiken variieren je nach Anwendung, das gilt von Gesundheitsdiagnosen bis hin zu Foto-Apps. Bei Verdacht auf Betrug sollten Nutzer die betreffende Person oder Institution unbedingt auf anderem Weg kontaktieren. Und für alle, die sich über den digitalen Alltag informieren möchten, bietet das BSI einen kostenlosen „Wegweiser für den digitalen Alltag“ an, der auf ihrer Webseite erhältlich ist.
