Wer kennt das nicht? Man schlendert durch den Supermarkt, die Einkaufsliste in der Hand, und denkt sich: „Das wird teuer!“ Doch halt! Bevor man die Geldbörse zückt, gibt es einen kleinen Helfer, der die Ausgaben ein wenig erträglicher macht: die Bonus-Apps der Supermärkte. Die Idee klingt verlockend – ein paar Coupons hier, ein paar Punkte da, und am Ende des Monats gibt’s vielleicht ein bisschen Geld zurück. Aber wie viel ist das wirklich wert? Schauen wir uns mal die Zahlen an.

Laut einer Auswertung von 1,26 Millionen Kassenbons, die von Finanztip durchgeführt wurde, liegt die Ersparnis durch solche Apps meist zwischen 0,75 % und 2,29 % pro Einkauf. Und hier kommt die Kaufland-Card ins Spiel, die sich mit einer durchschnittlichen Ersparnis von 2,29 Euro pro 100 Euro Einkauf als die lohnenswerteste App herausstellt. Im Vergleich dazu sind die anderen Apps nicht ganz so attraktiv: Die dm-App bringt es auf 1,68 %, gefolgt von Lidl-Plus mit 1,6 % und Edeka-App mit 1,59 %. Selbst die Payback-App schneidet mit 1,38 % nicht überragend ab. Rossmann kommt mit 1,32 Euro pro 100 Euro Einkauf nur auf einen hinteren Platz, trotz monatlicher „Zehn Prozent auf alles“-Coupons. Und was ist mit Rewe und Penny? Hier liegt die Ersparnis bei gerade mal etwa 0,8 %. Klingt nicht gerade berauschend, oder?

Kleine Ersparnisse, große Datensammlungen

Jetzt könnte man natürlich sagen: „Ein bisschen Ersparnis ist besser als gar nichts.“ Das stimmt, aber es gibt auch eine Schattenseite. Viele Supermärkte, die solche Apps anbieten, nutzen sie nicht nur, um uns beim Sparen zu helfen. Laut Andrea Steinbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sammeln Unternehmen detaillierte Profile über ihre Kunden. Wer also denkt, er könnte anonym durch die Gänge schlendern, der irrt sich gewaltig. Die Apps sind auch eine Goldgrube für die Firmen, die so an wertvolle Kundendaten kommen. Verbraucher sollten sich gut überlegen, wie viel sie bereit sind, von sich preiszugeben.

Die Nutzung solcher Apps hat auch ihre Tücken. Oft sind die Coupons zeitlich befristet und sollen den Umsatz durch ein Gefühl der Dringlichkeit steigern. Das klingt zwar spannend, kann aber auch schnell zu einem Kaufzwang führen. Und das ist der Punkt, an dem sich die Geister scheiden. Manchmal hat man das Gefühl, dass man mehr kauft, nur um die Ersparnisse zu nutzen – und schon hat man das Budget überschritten. Laut Ökonom Markus Münter liegt die tatsächliche durchschnittliche Ersparnis durch Bonusprogramme bei nur 1,2 Prozent. Eine vierköpfige Familie, die 2.000 Euro im Monat ausgibt, erhält durch die Nutzung dieser Programme also etwa 10 Euro zurück – das sind gerade mal 0,5 Prozent. Über die Monate summieren sich die kleinen Ersparnisse, aber ob sich der Aufwand wirklich lohnt, ist fraglich.

Die richtige Entscheidung treffen

Verbraucherschützer raten dazu, vorsichtig zu sein. Die Apps nutzen Gamification-Elemente, um die Kundenbindung zu fördern und die Kaufbereitschaft zu erhöhen. Das kann zwar Spaß machen, birgt aber auch Risiken. Wer nicht „gläsern“ sein möchte, sollte die Nutzung der Apps vielleicht überdenken. Und das ist nicht nur ein gut gemeinter Rat, sondern eine ernsthafte Überlegung in dieser datengesteuerten Welt.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bonus-Apps der Supermärkte sowohl Vor- als auch Nachteile haben. Ein bisschen Geld zurück und die Aussicht auf Rabatte machen sie verlockend. Aber auf der anderen Seite steht die Frage nach der Privatsphäre und dem tatsächlichen Nutzen. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, ob er den Schritt in die digitale Welt wagen möchte oder lieber beim klassischen Einkaufen bleibt. Schließlich ist es immer noch ein bisschen wie beim Glücksrad: Man weiß nie, was man bekommt!