Die Welt der privaten Altersvorsorge steht vor einem Wandel, der viele Sparer in Deutschland betrifft. Die Verbraucherzentrale NRW hat kürzlich wichtige Tipps zur Prüfung bestehender Riester-Verträge veröffentlicht. Mit dem Blick auf die neue Riester-Welt, die 2027 an den Start geht, wird es für viele Zeit, den eigenen Vertrag unter die Lupe zu nehmen. Diese Reform verspricht einfachere, kostengünstigere und renditestärkere Optionen, was gerade für die Generation der Sparer von Bedeutung ist.

Aktuell können Sparer mit einem bestehenden Riester-Vertrag auf einen Bestandsschutz zählen. Dies bedeutet, dass bestehende Verträge weiterhin gültig bleiben, während sie die Möglichkeit haben, ab 2027 in das neue System zu wechseln. Finanzexperte Thomas Hentschel empfiehlt, sich nicht überstürzt für eine Kündigung zu entscheiden. Vielmehr sollten Sparer ihren Vertrag genauer betrachten: Welche Art von Vertrag haben sie? Handelt es sich um eine private Rentenversicherung, einen Bank- oder Fondssparvertrag? Auch die Laufzeit und die Höhe der Förderungen spielen eine entscheidende Rolle.

Die Herausforderungen des alten Systems

Viele alte Riester-Verträge zeichnen sich durch hohe Kosten und eine geringe Rendite aus, insbesondere wenn es um private Rentenversicherungen geht. Allerdings gibt es Ausnahmen: Für Menschen mit mehreren Kindern oder niedrigem Einkommen kann es sinnvoll sein, diese Verträge fortzuführen. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Eine Geringverdienerin mit drei Kindern erhält 1.075 Euro an Zulagen, wenn sie selbst 60 Euro einzahlt.

Ein Wechsel zu einem Fondssparplan könnte sich jedoch lohnen, um von höheren Renditechancen zu profitieren. Ab 2027 wird es Sparer ermöglichen, bis zu 100% in Aktien-ETFs zu investieren, ohne dass eine Garantiepflicht besteht. Die Wechselkosten sind mit maximal 150 Euro überschaubar, was besonders für Sparer, die kurz vor dem Ruhestand stehen, von Bedeutung ist. Statt den Vertrag zu kündigen, was zur Rückzahlung aller Förderungen führen würde, ist es ratsam, ihn beitragsfrei zu stellen.

Die neuen Möglichkeiten ab 2027

Mit dem Umstieg in die neue Produktwelt eröffnen sich Chancen auf renditestärkere Anlagemöglichkeiten und mehr Flexibilität. Künftig wird es keine Pflicht mehr geben, bis ans Lebensende zu verrenten; Auszahlpläne können bis zum 85. Lebensjahr gestaltet werden. Auch ein kostengünstiges, staatlich organisiertes Standardprodukt wird eingeführt, dessen Details noch festgelegt werden müssen.

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Die Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge wurde vom Bundestag beschlossen und gilt als „Meilenstein“, wie Bundesfinanzminister Lars Klingbeil es ausdrückt. Sparer können künftig zwischen verschiedenen Varianten wählen, die unterschiedliche Risiken beinhalten. Dazu gehören ein Altersvorsorgedepot ohne Garantien, ein Depot mit 80% Garantie und ein Depot mit 100% Garantie der eingezahlten Beträge und staatlichen Zulagen.

Staatliche Förderung und neue Anreize

Die staatliche Förderung wird ebenfalls attraktiver gestaltet: Für die ersten gesparten Euros gibt es 50 Cent Zuschuss, für weitere Euros bis zu einer bestimmten Grenze 25 Cent. Ein Beispiel: Bei einer Sparleistung von 360 Euro erhält der Sparer 180 Euro Zuschuss; bei 1.800 Euro sind es bereits 540 Euro. Eltern können darüber hinaus einen Kinderzuschlag von bis zu 300 Euro pro Jahr erhalten.

Rund 15 Millionen Menschen in Deutschland haben bereits einen Riester-Vertrag. Diese Verträge können weiterhin wie gewohnt fortgeführt oder in das neue System gewechselt werden. Zudem plant die Regierung eine Frühstartrente, bei der jedes Kind ab einem bestimmten Alter monatlich 10 Euro für ein Altersvorsorgedepot erhält. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die finanzielle Bildung und Vorsorge von klein auf zu fördern.

Mit der unabhängigen Beratung der Verbraucherzentrale NRW können Sparer sicherstellen, dass sie die besten Entscheidungen für ihre Altersvorsorge treffen, insbesondere wenn die neuen Riester-Angebote verfügbar sind. Die anstehenden Änderungen bieten die Möglichkeit, die eigene Altersvorsorge neu zu gestalten und auf die sich verändernden Bedürfnisse der Sparer einzugehen. Wer also noch unsicher ist, sollte sich rechtzeitig informieren und seine Optionen prüfen.