Nachsendeauftrag: So vermeiden Sie teure Fallen beim Umzug
Umzüge sind immer ein bisschen aufregend, oder? Die Kisten stapeln sich, der neue Wohnort ruft und die Vorstellung von einem frischen Start ist irgendwie verlockend. Was aber oft weniger prickelnd ist, ist die Sorge um die Post. Wer will schon, dass wichtige Briefe und Päckchen in der alten Wohnung versauern? Ein Nachsendeauftrag ist da die Lösung. Er sorgt dafür, dass die Post an die neue Adresse weitergeleitet wird. Das klingt einfach, ist es auch – wenn man es richtig macht.
Michelle Schüler-Holdstein, die Leiterin der Wuppertaler Verbraucherzentrale, warnt jedoch vor den Gefahren, die im Netz lauern. Immer wieder landen Verbraucher auf dubiosen Formularhilfeseiten, die den Anschein erwecken, offizielle Dienste zu sein. Das Problem? Diese Seiten kosten oft viel mehr als die echten Angebote. Und wenn man nicht aufpasst, hat man ruckzuck einen teuren Nachsendeauftrag abgeschlossen – für den man im schlimmsten Fall nicht einmal die gewünschte Dienstleistung erhält.
Aufpassen beim Nachsendeauftrag
Ein Nachsendeauftrag kann online oder in einer Filiale der Post beantragt werden. Wichtige Aspekte sind hier die Kosten und die Laufzeiten. In der Regel ist der Auftrag kostenpflichtig und zeitlich befristet – entweder für 6, 12 oder 24 Monate. Ein kleiner Tipp am Rande: Wer länger bucht, kann oft Rabatte abstauben. Wenn man also plant, länger an der neuen Adresse zu bleiben, könnte sich das durchaus lohnen. Und ja, wenn man mal vergisst, ihn rechtzeitig zu verlängern, kann man das auch nachträglich, allerdings gegen Gebühr, tun.
Doch nicht jede Sendung wird weitergeleitet. Besonders bei „Nicht nachsenden“-Markierungen oder bestimmten Expresssendungen ist Vorsicht geboten. Auch Sendungen ins Ausland können spezielle Einschränkungen haben. Wertvolle Post sollte besser gleich an die neue Adresse gesendet werden – ganz ehrlich, das ist sicherer. Und für Mieter:innen eines Postfachs ist es ratsam, vorher zu klären, was mit nicht nachgesandter Post passiert. Man weiß ja nie.
Die Schattenseiten der Online-Anträge
Ebenfalls ein heißes Eisen sind die Drittanbieter, die Nachsendeaufträge über das Internet anbieten. Ein Beispiel gefällig? Eine Nutzerin hat über eine Seite namens „www.service-nachsendeauftrag.de“ einen Nachsendeauftrag für über 100 Euro abgeschlossen. Die Seite hat die Deutsche Post beauftragt, verlangt aber höhere Gebühren als nötig. Nach dem Kauf wollte sie den Vertrag widerrufen, erhielt jedoch die Antwort, dass der Auftrag bereits bearbeitet worden sei und der Widerruf nicht mehr möglich sei. Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch ein Paradebeispiel für die Fallen, in die viele Verbraucher tappen.
Die Verbraucherzentrale hat in diesem Zusammenhang einen dramatischen Anstieg solcher Fälle im Jahr 2025 festgestellt. Immer mehr Menschen melden sich nach einem Betrug und sind oft ratlos, was zu tun ist. Ein klarer Fall von „Augen auf beim Postauftrag“ – oder besser gesagt, „Augen auf beim Internet“. Die gute alte Deutsche Post hat zwar auch ihre Tücken, aber die Wahrscheinlichkeit, dort über den Tisch gezogen zu werden, ist deutlich geringer. Hier kann man seinen Nachsendeauftrag direkt und ohne Umschweife beantragen, ohne Gefahr, auf einer Betrügerseite zu landen.
Also, wenn der Umzug ansteht und die Kisten gepackt sind, denkt daran: Mit einem Nachsendeauftrag wird der Übergang nicht nur einfacher, sondern auch sicherer. Und, um auf Nummer sicher zu gehen, vielleicht einfach selbst einen Blick auf die Website der Deutschen Post werfen, bevor man sich auf andere Anbieter einlässt. Viel Glück beim Umzug!
