Die Welt der Werbung hat sich radikal verändert, und das nicht zum Besten. Eckart von Hirschhausen, der beliebte Arzt und Entertainer, ist auf der Frontlinie eines neuen Phänomens, das uns alle betrifft: Deepfakes. In einer Zeit, in der gefälschte Inhalte mit nur wenigen Klicks produziert werden können, kämpft Hirschhausen gegen den Missbrauch seines Gesichts und seiner Stimme in betrügerischen Werbeanzeigen. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich, vor allem für die, die in die Falle tappen.

Am 4. Mai um 20.15 Uhr wird seine Dokumentation „Hirschhausen und die Deepfake-Mafia“ in der ARD ausgestrahlt, und sie könnte nicht rechtzeitiger kommen. Eine aktuelle Civey-Untersuchung zeigt, dass etwa 5,6 Millionen Erwachsene in Deutschland bereits KI-generierte Fake-Inhalte mit Hirschhausens Namen gesehen haben. Das Erschreckende: Diese Fake-Werbung wird sogar häufiger wahrgenommen als die echten Werbungen für seine Sendungen oder Bücher.

Der Aufstieg der Deepfakes

Technologie macht’s möglich. Mit Hilfe von KI-Tools, wie etwa der App Reface, wird das Erstellen von Deepfakes zum Kinderspiel. Gesichter in Videos oder Fotos werden einfach ausgetauscht oder verändert. Diese Fälschungen haben sich besonders im Gesundheits- und Finanzsektor etabliert. Betrüger nutzen sie, um Vertrauen zu erwecken und Menschen zu verleiten, auf unseriöse Angebote zu klicken oder bei fragwürdigen Finanzplattformen zu investieren. In den letzten Wochen haben mehr als 750.000 Menschen in Deutschland und Österreich auf Meta Fake-Anzeigen mit Hirschhausen gesehen.

Die Verbraucherzentrale NRW warnt besonders vor dubiosen Präparaten, die mit Hirschhausens Namen in Verbindung stehen. Namen wie „GLPura – Nachfettverbrennung“ oder „EROVITAN“ klingen einfach zu verlockend, um wahr zu sein. Das ist, wo die Gefahr lauert. Die emotionalen und gesundheitlichen Probleme, die Viktoria (80) aufgrund solcher Angebote erlitten hat, sind ein klares Zeichen, dass wir wachsam bleiben müssen. Sie hat durch betrügerische Angebote großen Stress und gesundheitliche Probleme erfahren, und das sollte uns allen zu denken geben.

Tipps zum Schutz

Hirschhausen hat drei einfache, aber effektive Tipps, um sich vor Medizin-Deepfakes zu schützen: Misstrauen ist der beste Freund. Angebote, die zu schön klingen, um wahr zu sein? Finger weg! Und wenn ihr auf eine Webseite stoßt, überprüft die URL und das Impressum auf Seriosität. Das ist Gold wert. Und last but not least: Sprecht mit einem echten Menschen, sei es ein Arzt oder Apotheker, bevor ihr online bestellt.

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Es ist nicht nur ein Problem von Hirschhausen. Viele Prominente, darunter auch Günther Jauch, sind Opfer solcher Machenschaften geworden. Die Tatsache, dass diese Betrugsnetzwerke anonym und international agieren, macht juristische Schritte umso schwieriger. Meta (Facebook) hat Hirschhausen bereits geholfen, indem das Oberlandesgericht Frankfurt entschied, dass Deepfake-Videos gelöscht werden müssen. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Die Gefahren der digitalen Manipulation

Deepfakes sind nicht nur ein Ärgernis – sie sind eine echte Bedrohung. Die Manipulation medialer Identitäten ist dank Künstlicher Intelligenz einfacher denn je geworden. Mit Verfahren wie Face Swapping oder Voice Conversion können ganze Identitäten gefälscht werden. Die Technik hat sich so weit entwickelt, dass selbst erfahrene Nutzer Schwierigkeiten haben, Fälschungen zu erkennen. Eine Metastudie aus 2024 zeigt, dass Menschen Deepfake-Videos nur in 57% der Fälle identifizieren können.

Die Verbraucherzentralen warnen vor den finanziellen Verlusten, die durch gefälschte Anlageplattformen und Fake-Shops entstehen können. Wer auf solche Angebote reagiert, riskiert nicht nur Geld, sondern auch persönlichen Datenmissbrauch. Typische Warnzeichen sind fehlende Quellen, unbekannte Webseiten und aggressive Anmeldungen. Die Notwendigkeit, in dieser digitalen Welt wachsam zu sein, wird immer deutlicher. Es braucht bessere Scanner, digitale Signaturen und vielleicht auch stärkere gesetzliche Regulierungen, um diesen Gefahren Herr zu werden.

Deepfakes haben die Medienlandschaft verändert und gefährden die Glaubwürdigkeit. Es ist an der Zeit, dass wir als Gesellschaft diese Herausforderung ernst nehmen und uns besser schützen. Die Technologie wird nicht aufhören, sich weiterzuentwickeln – und wir müssen Schritt halten.