Die Ticketpreis-Blase: Fans zwischen Freude und Frust im Schatten des Zweitmarkts
Heute ist der 17.05.2026 und die Atmosphäre ist trotz der Herausforderungen rund um den Ticket-Zweitmarkt angespannt. Gerade hat Schalke 04 das Heimspiel gegen Düsseldorf mit 1:0 gewonnen. Ein Grund zur Freude für die Fans, aber nicht für alle, denn die Ticketpreise sind in den letzten Tagen durch die Decke gegangen. Die Nachfrage nach Eintrittskarten ist enorm und hat dazu geführt, dass sich der Schwarzmarkt regelrecht aufbläht. Online-Preise schießen in die Höhe, trotz der klaren Verbote in den AGB von Schalke 04. Und das ist kein Einzelfall, sondern ein weit verbreitetes Phänomen.
Das Ticket-Zweitmarktmodell von Viagogo, gegründet 2006 von Eric Baker, steht in der Kritik. 2020 übernahm Viagogo StubHub von eBay, was Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbs aufwarf. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat bereits Alarm geschlagen und auch in Deutschland wächst der politische Druck, um den Ticket-Zweitmarkt strenger zu regulieren. Schalke 04 hat klare Regeln: gewerblicher Weiterverkauf und Preisaufschläge über 10% sind verboten. Wer gegen die Vorschriften verstößt, muss mit drastischen Maßnahmen rechnen, bis hin zur Sperrung des Tickets und Vertragsstrafen von bis zu 2.500 Euro.
Die Schattenseite des Ticketmarktes
Die Situation ist alles andere als rosig. Verbraucherschützerin Tatjana Halm hat Viagogo heftig kritisiert, insbesondere wegen der unklaren Preisangaben. Es ist ein bisschen wie ein Katz-und-Maus-Spiel: Die Verbraucherzentrale Bayern hat bereits gegen die versteckten Preisangaben von Viagogo protestiert. Der niedrigste Preis für ein Ticket zum Schalke-Spiel lag bei fast 600 Euro – das ist für viele Fans einfach untragbar. Die Garantie für den Einlass, die Viagogo verspricht, wird von vielen als fragwürdig angesehen.
Das Problem ist nicht neu. Auch andere Plattformen nutzen Bots, um die begehrten Tickets aufzukaufen und sie mit hohen Aufschlägen weiterzuverkaufen. Diese Verkaufspraktiken haben zur Folge, dass Preise von 80 Euro auf über 250 Euro steigen können. Es gibt einen klaren Trend: Der Ticket-Zweitmarkt ist ein Minenfeld, in dem Fans oft die Verlierer sind. Die rechtliche Lage ist zudem lückenhaft. In Großbritannien gibt es beispielsweise den „BOTS Act“, der den massenhaften Einsatz automatisierter Ticketsoftware verbietet.
Ein Ausblick auf mögliche Lösungen
Die künftige Bundesregierung plant Maßnahmen, um die Fans vor diesen betrügerischen Verkaufspraktiken zu schützen. Die Idee ist, dass Veranstalter Preisdeckelungen in ihren AGB verankern können – beispielsweise maximal 30% über dem Originalpreis. Doch die Effektivität dieser Maßnahmen hängt stark von der Durchsetzung und der Zusammenarbeit zwischen Veranstaltern, Künstlern und Fans ab. Künstler wie Ed Sheeran oder Rammstein setzen bereits auf personalisierte Tickets, um den Schwarzmarkt einzudämmen.
Es hat sich einiges getan, doch die Herausforderungen bleiben. Viele Fans empfinden Viagogo als Teil des Schwarzmarkts, der die Ticketpreise ins Unermessliche treibt. Ein Wandel im Bewusstsein der Käufer könnte der Schlüssel sein: Der Kauf über offizielle Stellen schützt am besten vor unangenehmen Überraschungen. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt entwickeln wird und ob es tatsächlich zu einer Verbesserung für die Fans kommt.
