Die schleichende Preiserhöhung: Wie Shrinkflation unsere Supermarkt-Einkäufe verändert
Heute ist der 22.05.2026 und die Verbraucherzentrale in Hamburg schlägt Alarm. Ein Phänomen, das vielen von uns vielleicht gar nicht so bewusst ist, hat sich in den letzten Jahren schleichend in die Regale unserer Supermärkte eingeschlichen: die sogenannte „Shrinkflation“. Dabei bleibt der Preis für ein Produkt gleich, während die Menge im Inneren einfach geschrumpft wird. Verwirrung und Ärger sind vorprogrammiert, denn wo früher 100 Gramm Schokolade waren, sind es jetzt nur noch 75 – bei gleichem Preis. Da fragt man sich schon, wo die ehrlichen Zeiten geblieben sind!
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat im letzten Jahr allein 77 neue Mogelpackungen aufgedeckt. Das ist schon ein echtes Trauerspiel! Durchschnittlich müssen wir uns mit einer versteckten Preiserhöhung von 28,4 Prozent abfinden. Das bedeutet: Man denkt, man kauft wie gewohnt, während man in Wahrheit für weniger Inhalt mehr bezahlt. Die Verbraucher sind frustriert, und das ist auch kein Wunder. Jährlich gehen bis zu 3000 Beschwerden über solche Mogelpackungen bei der Verbraucherzentrale ein. Ein echter Aufreger!
Ein paar Beispiele gefällig?
Schauen wir uns mal einige der am häufigsten betroffenen Produkte an. Nehmen wir zum Beispiel die Ritter Sport „Edelkakao Klasse“ – die hat jetzt nur noch 75 Gramm statt der gewohnten 100 Gramm, während der Preis bei 2,29 Euro bleibt. Das sind stolze 33 Prozent mehr pro 100 Gramm! Auch bei den Seeberger Soft-Aprikosen hat sich die Menge von 200 auf 140 Gramm reduziert – das macht eine Erhöhung von 42,8 Prozent! Und so geht es unaufhörlich weiter:
- Milrahm Schlagsahne: 200 g statt 250 g – 32,4 Prozent Erhöhung.
- HiPP Pre PUR Anfangsmilch: 500 g statt 600 g – 32,1 Prozent Erhöhung.
- Nivea Sun Anti Age: 40 ml statt 50 ml – 25 Prozent Erhöhung.
- Jacobs Espresso/Cremas: 20 Stück statt 25 Stück – 25 Prozent Erhöhung.
- Rewe Bio Mini Salami: 20 g statt 25 g – 25 Prozent Erhöhung.
- Naturgut Bio-Pizza: 340 g statt 410 g – 20,6 Prozent Erhöhung.
- Henkel Spee Megaperls: 1,020 kg statt 1,140 kg – 11,8 Prozent Erhöhung.
- Explore Cuisine Penne: 225 g statt 250 g – 11,1 Prozent Erhöhung.
Armin Valet von der Verbraucherzentrale hat sich dazu auch geäußert und meint, dass juristisch gegen Shrinkflation nicht viel unternommen werden kann. Die Hersteller rechtfertigen ihre Preiserhöhungen häufig mit externen Faktoren oder neuen Rezepturen. Ein Beispiel dafür ist Seeberger, die Kältewelle in der Türkei, die Ernteausfälle verursacht hat, als Grund anführen. Auch HiPP verweist auf eine neue Rezeptur, während der Inhalt gleichzeitig reduziert wurde. Eigentlich ganz schön dreist, oder?
Politische Maßnahmen gefordert
Valet fordert, dass es politische Maßnahmen gegen Mogelpackungen braucht. In anderen europäischen Ländern, wie Österreich, gibt es strengere Regelungen, die hierzulande dringend notwendig wären. Die Verbraucher haben schließlich ein Recht darauf, zu wissen, was sie kaufen und wofür sie ihr Geld ausgeben. Es ist an der Zeit, dass die Politik ein Auge auf diese Praktiken wirft – denn das Vertrauen der Verbraucher ist in Gefahr. Wer will schon beim Einkaufen ständig das Gefühl haben, über den Tisch gezogen zu werden?
Es bleibt abzuwarten, ob sich hier bald etwas ändern wird. Die Verbraucherschützer sind auf jeden Fall wachsam und werden weiterhin darauf hinweisen, wenn Produkte im Regal nicht mehr das halten, was sie versprechen. Das Thema ist brisant und betrifft uns alle – schließlich wollen wir wissen, was in unseren Einkaufstaschen landet. Und seien wir ehrlich, Transparenz im Supermarkt wäre doch einfach mal ganz schön!
