Es ist ein schockierendes Beispiel, das in Berlin für Aufsehen sorgt. Gabriele G. aus Hohenschönhausen hat vor zwei Jahren auf eine Online-Anzeige gehört, in der das Medikament Caridin beworben wird, angeblich zur Behandlung von Bluthochdruck. Die Werbung, die mit dem Gesicht von Dr. Eckart von Hirschhausen wirbt, scheint zunächst seriös und vertrauenswürdig. Doch der Schein trügt: Der beliebte TV-Arzt ist in Wahrheit nicht hinter dieser Anzeige und hat sich klar gegen den Missbrauch seines Namens ausgesprochen. Die 236 Euro, die Gabriele für die Tropfen bezahlt hat, waren in der Tat für ein Produkt, das keinerlei nachweisbare medizinische Wirkung hat – vielleicht nicht einmal mehr als ein Placebo.

Die Verpackung sieht gut aus, aber was wirklich enthalten ist, bleibt im Dunkeln. Die Verbraucherzentrale hat klargestellt, dass Produkte unter dem Namen Caridin lediglich Mischungen aus Pflanzenölen und Vitaminen sind, die keinerlei gesundheitlichen Nutzen versprechen dürfen. Gabriele möchte nun andere Menschen vor ähnlichen Erfahrungen warnen und hat sich deshalb an die Presse gewandt. Ihr Anliegen ist es, die Öffentlichkeit auf die Machenschaften von Betrügern aufmerksam zu machen, die Prominente als Lockmittel verwenden, um das Vertrauen vor allem älterer Menschen zu gewinnen.

Ein Netzwerk des Betrugs

Doch Gabriele ist nicht allein. Immer wieder fallen Menschen auf ähnliche Betrugsmaschen herein, bei denen bekannte Persönlichkeiten wie Dr. Matthias Riedl, Dr. Julia Fischer oder Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer für fragwürdige Produkte herangezogen werden. Die Charité warnt mittlerweile vor irreführender Werbung, die sogar Virologen wie Christian Drosten nutzt, um unseriöse Medikamente zur Gefäßreinigung oder gegen Diabetes Typ 2 anzupreisen. Die Masche ist klar: Kriminelle nutzen gefälschte Aussagen, oft erstellt durch Künstliche Intelligenz, um den Eindruck von Seriosität zu erwecken.

Besonders alarmierend sind die Techniken, die verwendet werden, um Verbraucher zu manipulieren. Werbung, die vorgibt, Produkte zu bewerben, die in Formaten wie „Höhle der Löwen“ vorgestellt wurden, ist weit verbreitet. Doch oft fehlt der Nachweis für die Wirksamkeit dieser Produkte. Zudem werden Logos von Behörden wie dem BfArM oder dem Bundesgesundheitsministerium missbräuchlich verwendet, obwohl diese keine spezifischen Produkte empfehlen und falsche Zulassungen nicht existieren.

Die Verantwortung der Plattformen

Dr. Eckart von Hirschhausen kämpft aktiv gegen diese Fake-Werbung. Er hat rechtliche Schritte gegen Plattformen wie Meta (Facebook, Instagram, WhatsApp) eingeleitet, um die Löschung solcher Anzeigen zu fordern. Seiner Ansicht nach gefährdet diese Art von Werbung nicht nur die Gesundheit von Menschen, sondern auch das Vertrauen in die Medien und damit die Demokratie. Seine Warnung ist klar: Die Folgen von Deepfake-Werbung können verheerend sein.

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Ernährungsexpertin Dr. Britta Schautz rät, vor Käufen genau auf das Impressum zu achten und sichere Zahlungsmethoden zu verwenden. Ein wenig gesunder Menschenverstand kann hier nicht schaden, auch wenn die Verlockungen manchmal groß sind. Die Verbraucherzentralen machen deutlich: Für die beworbenen Produkte gibt es keine Kostenerstattung durch die Krankenversicherung – eine Tatsache, die viele Käufer nicht im Vorfeld beachten.

Wenn man sich die Entwicklungen in der Werbung und den Missbrauch von Prominenten ansieht, wird klar, dass es an der Zeit ist, wachsam zu sein. Die verunsicherte Gabriele G. hat den ersten Schritt gemacht, indem sie ihre Geschichte erzählt und somit vielleicht andere vor ähnlichen Erfahrungen bewahrt. Es bleibt zu hoffen, dass immer mehr Menschen sich über solche Machenschaften informieren und damit die Betrüger in die Schranken weisen.