Abzocke oder Rechtsschutz? Verbraucherzentrale stoppt unfaire Rückbaukosten bei Fernwärme
„34.510 Euro für den Rückbau eines Fernwärme-Hausanschlusses? Das kann doch nicht wahr sein!“ Diese Reaktion ist nicht nur nachvollziehbar, sie ist sogar weit verbreitet. BS Energy, ein Anbieter in Deutschland, stellte genau solche Rechnungen aus, als Kunden auf eine Wärmepumpe umsteigen wollten. Die Alternative? Ein unspektakuläres Angebot zur Trennung des Anschlusses ohne Rückbau für immerhin 5.831 Euro. Ein kleiner Trost, könnte man meinen.
Doch hier kommt die Verbraucherzentrale Niedersachsen ins Spiel. Sie hat BS Energy abgemahnt und die unzulässige Praxis gestoppt. Laut René Zietlow-Zahl, dem Energierechtsexperten der Verbraucherzentrale, dürfen Versorgungsunternehmen die Rückbaukosten nicht einfach auf die Verbraucher abwälzen. Was für ein Glück! Das erinnert ein wenig an die alten Zeiten, als man sich über die Preissteigerungen bei Gasanschlüssen aufregte. Hier beruft sich die Verbraucherzentrale auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg, das ähnliche Rückbaukosten für Gasanschlüsse als rechtswidrig eingestuft hat.
Unklare Forderungen genau prüfen
Für Fernwärmekunden gibt es nun einige wichtige Tipps. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Fernwärmeanschluss, wenn möglich, einfach auf dem Grundstück zu belassen, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen. Das klingt doch schon mal nach einer praktikablen Lösung! Wer mit Forderungen konfrontiert wird, die wie aus dem Märchenbuch der Abzocke klingen, sollte diesen nicht vorschnell zustimmen. Ein Widerspruch ist hier mehr als angebracht.
Die Abmahnung von BS Energy hat auch zur Folge, dass das Unternehmen eine Unterlassungserklärung abgegeben hat. Ein Schritt in die richtige Richtung, der zeigt, dass Verbraucher nicht einfach alles hinnehmen müssen. Es ist eine Art Aufruf an alle Fernwärmekunden: „Prüft die Forderungen genau! Unterschreibt nichts, bevor ihr euch nicht sicher seid!“ Die Verbraucherzentrale hat also nicht nur einen großen Erfolg erzielt, sondern auch ein wichtiges Signal gesetzt.
Ein Blick in die Zukunft
Das Thema Fernwärme ist nicht nur für Betroffene ein heißes Eisen. In Zeiten von Klimawandel und steigenden Energiekosten wird es immer wichtiger, dass Verbraucher ihre Rechte kennen und auch in der Lage sind, sich gegen überzogene Forderungen zu wehren. Schließlich ist es nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch des Prinzips. Wer hätte gedacht, dass ein Urteil aus Oldenburg solch weitreichende Auswirkungen haben könnte? Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, die Entwicklungen im Energiemarkt im Auge zu behalten.
