Tickets für Konzerte und Sportevents sind oft schnell vergriffen. Das hat dazu geführt, dass der Zweitmarkt für Tickets floriert, was jedoch nicht ohne Probleme bleibt. Verbraucher müssen sich häufig mit überhöhten Preisen und Intransparenz auseinandersetzen. Die Verbraucherzentrale warnt eindringlich vor „Abzocke“ im Ticketweiterverkauf. Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz, Stefanie Hubig, hat den Zweitmarkt kritisiert, der sich zu einem professionell organisierten und intransparenten Markt entwickelt hat.

Immer wieder werden Tickets systematisch aufgekauft und mit Preisaufschlägen von über 250% weiterverkauft. Schätzungen zufolge werden jährlich über 13 Milliarden Euro über Resale-Portale umgesetzt. Für die Verbraucher bedeutet dies nicht nur hohe Kosten, sondern auch Risiken, wie das Fehlen von Transparenz bezüglich des Originalpreises und die Gefahren, ungültige oder mehrfach verkaufte Tickets zu erwerben.

Regulierung des Zweitmarkts

Die Verbraucherzentrale und der BDKV fordern gesetzliche Maßnahmen gegen überhöhte Preisaufschläge und mehr Transparenz. Die deutsche Regierung plant, den Zweitmarkt strenger zu regulieren. Hubig betont jedoch, dass ein generelles Verbot des Ticketweiterverkaufs nicht angestrebt wird. Vielmehr soll der Weiterverkauf für Privatpersonen ermöglicht werden, ohne gewerbliche Abzocke zuzulassen.

Ein weiteres Problem stellt die Intransparenz der Online-Ticketbörsen dar. Diese Plattformen erheben oft neben den Ticketpreisen zusätzliche Buchungs- und Abwicklungskosten sowie Umsatzsteuer. Nicht alle Anbieter informieren ausreichend über mögliche Zusatzkosten. Seit dem 28. Mai 2022 sind Ticketplattformen jedoch verpflichtet, den ursprünglichen Ticketpreis zusätzlich zum verlangten Preis anzugeben. Dies soll den Verbrauchern mehr Klarheit bieten.

Risiken beim Ticketkauf

Die Garantieversprechen von Zweitmarkt-Portalen sind häufig fragwürdig und bieten nicht mehr als gesetzlich vorgeschrieben. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen schränken Garantieleistungen oft ein, etwa bei der Auswahl von Ersatztickets. Verbraucher berichten auch von falschen Tickets, wie Stehplätzen statt Sitzplätzen oder nicht nebeneinander liegenden Plätzen. Bei Problemen gestaltet sich die Kontaktaufnahme mit Anbietern oftmals als schwierig, und viele Verbraucher erhalten keine Unterstützung bei Reklamationen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Ein Beispiel für die Intransparenz ist die Plattform Viagogo, die zwischen privaten Verkäufern und Käufern vermittelt, aber selbst nicht als Verkäufer auftritt. Dies führt zu Missverständnissen, da Viagogo nicht klar angibt, dass es sich um eine Vermittlungsplattform handelt. Marktwächter haben Viagogo verklagt, nachdem das Unternehmen auf eine Abmahnung nicht reagiert hatte. Ein Urteil des Oberlandesgerichts München besagt, dass Viagogo künftig die Identität gewerblicher Händler offenlegen und nicht mehr mit Ticketgarantien werben darf, wenn der Zugang zur Veranstaltung unsicher ist.

Die aktuelle Diskussion um den Ticketweiterverkauf zeigt, dass es höchste Zeit für mehr Transparenz und faire Bedingungen auf dem Zweitmarkt ist. Verbraucher sollten sich gut informieren und ihre Rechte kennen, um nicht in die Falle der Abzocke zu tappen. Es bleibt zu hoffen, dass die geplanten gesetzlichen Maßnahmen bald umgesetzt werden, um den Ticketmarkt gerechter zu gestalten.