Heute ist der 22.04.2026 und in der Welt der Finanzen tut sich so einiges. Ein neues Gesetz, das von den US-Abgeordneten Young Kim (Republikaner) und Sam Liccardo (Demokrat) vorgestellt wurde, könnte die Zahlungslandschaft revolutionieren. Der Payments Access and Consumer Efficiency (PACE) Act zielt darauf ab, Fintechs und Krypto-Unternehmen den direkten Zugang zu den Zahlungssystemen der US-Notenbank zu ermöglichen.
Momentan haben nur die traditionellen Banken ein solches Privileg, was bedeutet, dass Anbieter außerhalb des Bankensystems oft mit exorbitanten Gebühren konfrontiert sind. Diese können bis zu 100-mal höher sein als die Gebühren der Federal Reserve pro Transaktion. Der PACE Act möchte dem entgegenwirken und qualifizierten Zahlungsunternehmen ohne Banklizenz die Möglichkeit geben, eine freiwillige Aufsicht beim Office of the Comptroller of the Currency (OCC) zu beantragen. Dies könnte nicht nur die Kosten für die Anbieter senken, sondern auch für die US-Familien, wie Liccardo betont.
Ein Schritt in die Zukunft
Das Gesetz erlaubt es registrierten Anbietern, Zugang zu wichtigen Clearing- und Abwicklungssystemen wie Fedwire, FedNow und FedACH zu erhalten. Dabei müssen diese Anbieter sichere, liquide Vermögenswerte in einem Verhältnis von 1:1 als Reserven halten und strenge Risikomanagement- sowie Dokumentationsstandards einhalten. Diese Regelungen orientieren sich an dem Konzept der „skinny master accounts“, das von Gouverneur Christopher Waller von der US-Notenbank unterstützt wird. Die Krypto-Börse Kraken war das erste Unternehmen, das ein solches Konto in Anspruch nahm.
Der Fokus des PACE Act liegt klar auf der Zahlungsinfrastruktur und nicht auf der Marktstruktur oder der Einstufung von Token. Dies wird als entscheidender Fortschritt angesehen. Die Unterstützung für den Gesetzentwurf ist breit gefächert und umfasst Organisationen wie die Blockchain Association, den Crypto Council for Innovation, die Financial Technology Association und die Digital Chamber. Summer Mersinger, Geschäftsführerin der Blockchain Association, bezeichnet den PACE Act als „wichtigen Fortschritt“ für die Zahlungslandschaft.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Die Einführung des PACE Act könnte weitreichende positive Effekte auf die Zahlungslandschaft in den USA haben. Eine geringere Belastung durch Bankgebühren würde nicht nur Unternehmen, sondern auch den Verbrauchern zugutekommen. Die Möglichkeit für nicht-bankengebundene Anbieter, sich an die US-Notenbank anzuschließen, könnte zu einem Wettbewerb führen, der die Innovationskraft im Fintech- und Krypto-Sektor ankurbeln könnte.
In einem globalen Kontext zeigt dieser Schritt, dass die USA bestrebt sind, mit den sich schnell verändernden Finanztechnologien Schritt zu halten. Während viele Länder noch darüber diskutieren, wie sie mit Fintechs und Kryptowährungen umgehen sollen, könnte der PACE Act den USA einen entscheidenden Vorteil verschaffen. Die Entwicklung der Zahlungsinfrastruktur wird somit nicht nur lokal, sondern auch international von großer Bedeutung sein.