Heute, am 12. Juni 2026, dreht sich in der Welt der Landwirtschaft alles um die bevorstehenden Veränderungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU. In Berlin stellte Norbert Lins ein Hintergrundpapier vor, das Forderungen zur Reform der GAP und des National and Regional Partnership Fund (NRPF) präsentiert. Das sorgt für Gesprächsstoff, denn die Ansprüche sind hoch und die Herausforderungen groß.

Ein zentrales Anliegen ist die Forderung nach weniger Nationalisierung. Man will die Agrarpolitik auf europäischer Ebene harmonisieren, um eine gezielte Mittelverwendung für sektorale Programme und das Regionalentwicklungsprogramm LEADER zu gewährleisten. Dies soll nicht nur der Klein- und Mittelbetriebe stärken, sondern auch einen verbindlichen Rahmen für die Unterstützung des grünen Wandels schaffen. Die Idee hinter dem Konzept des „Farm Stewardship“ ist es, Landwirte für ihre Umwelt-, Klima- und Tierwohlleistungen zu honorieren – auch hier wird eine klare und transparente Neudefinition gefordert.

Weniger Markt – mehr Sicherheit?

Ein weiterer Punkt, der aus dem Papier hervorgeht, ist der Wunsch nach weniger Marktabhängigkeit. Die Direktzahlungen, die als Einkommenssicherung fungieren, sollen zur krisenfesten Basisunterstützung für Landwirte werden. Die Stärkung des mittelständischen Unternehmertums in der Landwirtschaft steht dabei an erster Stelle. Ein ambitioniertes Ziel! Die verpflichtende Umverteilung der Zahlungen soll sicherstellen, dass vor allem kleinere und mittlere Betriebe profitieren. Das bringt frischen Wind in die Branche und macht es für viele Landwirte einfacher, sich im harten Wettbewerb zu behaupten.

Ein dritter Aspekt, der nicht unerwähnt bleiben darf, ist das Ziel von mehr Gemeinwohl. Hier wird eine verbindliche Zweckbindung von Mitteln gefordert, um Landwirte zu unterstützen, die über die bloße Nahrungsmittelproduktion hinaus gesellschaftliche Zusatzleistungen erbringen. Das ist nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein gesellschaftlicher Ansatz, der die Bedeutung von Landwirtschaft in unserer heutigen Zeit unterstreicht.

Ein Blick auf die GAP

Die GAP selbst ist kein neues Konzept – sie wurde bereits 1962 ins Leben gerufen. Ihr Hauptziel war und ist die Unterstützung der Landwirte sowie die Verbesserung der Produktivität in der Landwirtschaft. Durch die GAP soll eine sichere Versorgung mit bezahlbaren Nahrungsmitteln gewährleistet werden. Gleichzeitig trägt sie zur Bekämpfung des Klimawandels und zur nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen bei. Über die Jahre hat sich die GAP weiterentwickelt und verfolgt mittlerweile zehn spezifische Ziele, die soziale, umweltpolitische und wirtschaftliche Nachhaltigkeitsziele in der Landwirtschaft miteinander verknüpfen.

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Die aktuelle GAP, die von 2023 bis 2027 in Kraft ist, hat sich als ergebnis- und leistungsorientiert positioniert. Besonders kleinere Betriebe sollen dabei unterstützt werden, und die EU-Länder bekommen mehr Flexibilität, um die Mittel nach eigenem Ermessen zu kombinieren und zu verwenden. Übrigens: Für den Zeitraum 2021-2027 stehen satte 387 Milliarden Euro zur Verfügung, finanziert durch den Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Das sind keine Peanuts!

Ein Ausblick auf die Zukunft

Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen, und der Strukturwandel ist nur eine davon. Umso wichtiger ist es, dass die EU-Agrarpolitik eine starke europäische Ausrichtung beibehält. Deutschland hat hier eine klare Position bezogen und plädiert für eine umfassende Reform, die den Landwirten nicht nur ökonomische Sicherheit, sondern auch ein Stück weit Würde zurückgeben soll. Schließlich ist Landwirtschaft mehr als nur ein Beruf – es ist eine Lebensweise, geprägt von harter Arbeit und Leidenschaft. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein für die Zukunft der Landwirtschaft in Europa.