Sternplatz-Revival: Wie der neue Netto-Markt Lüdenscheid erfrischt und Ängste zerstreut
Am Sternplatz in Lüdenscheid hat der neue Netto-Markt seine Tore geöffnet. Ein frischer Wind, könnte man sagen! Doch bevor die ersten Einkaufswagen über den Parkplatz rollten, schwebten Bedenken über der Eröffnung. Manch einer hatte die Befürchtung, dass sich dort eine problematische Klientel versammeln könnte. So etwas kennt man ja aus anderen Städten. Der Blick zurück ist nicht gerade rosig, da gab es in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit Personen aus der Trinker- und Drogenszene in der Innenstadt.
Ein Gewaltvorfall im März, bei dem ein Mitarbeiter einen Ladendieb stellte, der gewalttätig reagierte, ließ diese Sorgen wieder aufkeimen. Die Polizei sah sich genötigt, öffentlich nach dem Täter zu fahnden. Lukas Borowski, Polizeisprecher im Märkischen Kreis, hatte die Situation im Blick und äußerte sich dazu. Erfahrungsgemäß ziehen Discounter in zentraler Lage auch weniger umgängliche Kunden an, und das ist ja nichts Neues.
Die Lage nach fünf Monaten
Doch nun, fünf Monate nach der Eröffnung, kann man eine erste Bilanz ziehen. Es scheint, als hätten sich die schlimmsten Befürchtungen nicht bewahrheitet. Die Polizei berichtet, dass bis jetzt keine signifikanten Probleme aufgetreten sind. Ein Grund zur Erleichterung, könnte man sagen. Im Vergleich zu anderen Supermärkten in Lüdenscheid und auch in anderen Städten sind die Einsatzzahlen im Netto am Sternplatz von Januar bis April 2026 mit nur 2-3 Ladendiebstählen und einem Portemonnaie-Diebstahl eher gering.
Der Vorfall vom 2. März wird von der Polizei als „besonders krasse Ausnahme“ gewertet. Also kein Grund zur Panik! Ganz im Gegenteil, die Polizei sieht keine besonderen Auffälligkeiten in der Kriminalität am Sternplatz. Die Annahme über eine erhöhte Kriminalität in zentralen Lagen sei eher subjektiv, so Borowski. Im Vergleich zu Iserlohn, wo die Einsatzzahlen seit Jahresbeginn dreistellig sind, ist Lüdenscheid hier klar im Vorteil.
Ein Blick auf die Kriminalstatistik
Wenn wir schon beim Thema Kriminalität sind, lohnt sich ein Blick auf die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025. In Deutschland gab es insgesamt 5.508.559 registrierte Fälle, was einem Rückgang von 5,6 % im Vergleich zu 2024 entspricht. Besonders erfreulich: Die Gewaltkriminalität ist um 2,3 % gesunken. Raubdelikte sind ebenfalls rückläufig, während die Zahlen bei Sexualdelikten und Wohnungseinbruchdiebstählen gestiegen sind. Kriminalität hat also viele Facetten, und die Entwicklung ist nicht immer eindeutig.
Die zentrale Kennzahl zeigt, dass die Aufklärungsquote stabil bei 57,9 % bleibt. Dennoch gibt es auch einige besorgniserregende Trends: Betrugsdelikte verlagern sich zunehmend ins Digitale und ins Ausland. Es ist also eine bunte Mischung aus Rückgängen und Anstiegen, die die Kriminalstatistik 2025 prägt. Eine komplexe Lage, die zeigt, dass die Sicherheit in unseren Städten nicht selbstverständlich ist.
Und so bleibt der Netto-Markt am Sternplatz ein interessanter Prüfstein für die Wahrnehmung von Sicherheit in der Innenstadt von Lüdenscheid. Die ersten Monate zeigen, dass es nicht immer so schlimm ist, wie man denkt – und manchmal kann ein frischer Markt einfach nur ein frischer Wind sein!
