Speicherkrise schränkt PC- und Smartphone-Markt drastisch ein
Die Welt der Computer und Smartphones steht Kopf – und das nicht nur wegen der neuesten Gadgets. Im zweiten Quartal 2026 hat der PC-Markt einen herben Rückschlag erlitten. Zum ersten Mal seit über zwei Jahren gingen die weltweiten Auslieferungen zurück. Laut IDC sanken die Zahlen um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, insgesamt wurden 68,2 Millionen Geräte ausgeliefert. Omdia sieht es nicht viel besser: Ein Minus von 3,6 Prozent auf rund 65,7 Millionen Einheiten. Das Notebook-Segment hat es besonders hart getroffen, hier sanken die Auslieferungen um 4,2 Prozent auf 51,7 Millionen Geräte. Und auch die Desktop-Computer blieben nicht verschont – mit einem Rückgang von 1,3 Prozent auf 13,9 Millionen Einheiten.
Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig. Eine Knappheit an Arbeitsspeicher (RAM) spielt eine große Rolle, dazu kommen geopolitische Spannungen in Westasien und steigende Kosten für essentielle Komponenten. Besonders die Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren hat die Situation verschärft. Wer jetzt denkt, dass sich die Lage bald entspannen wird, irrt. Die Speicherknappheit wird voraussichtlich bis Anfang 2028 anhalten, und auch wenn die Preissteigerungen sich in der zweiten Jahreshälfte 2026 verlangsamen, eine Trendwende ist nicht in Sicht.
Die Zahlen lügen nicht
Die Prognosen sind düster: Gartner erwartet einen Rückgang des PC-Absatzes im Jahr 2026 um ganze 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Smartphone-Markt sieht es ähnlich aus – hier soll der Absatz um 8,4 Prozent sinken. Das ist der stärkste Rückgang der Geräteauslieferungen seit über einem Jahrzehnt! Käufer werden mit höheren Preisen konfrontiert, die die Auswahl an verfügbaren Geräten einschränken. Das sorgt dafür, dass viele ihre bestehenden Geräte länger nutzen, was bei Privatkunden einen Anstieg der Nutzungsdauer um 20 Prozent und bei Geschäftskunden um 15 Prozent zur Folge hat. Wer hätte gedacht, dass wir in Zeiten des schnellen Wandels plötzlich alte Technik aufwerten? Generalüberholte oder gebrauchte Smartphones sind gefragt wie nie.
Ein weiterer interessanter Punkt: Der Markt für günstige Einstiegs-PCs unter 500 US-Dollar wird bis 2028 voraussichtlich verschwinden. Speicher macht künftig 23 Prozent der Materialkosten bei Notebooks und Komplett-PCs aus – das ist ein Sprung von zuvor 16 Prozent. HP geht sogar davon aus, dass der Anteil der PC-Materialkosten im Jahr 2026 bei etwa 35 Prozent liegen könnte, was einer Verdopplung im Vergleich zum Vorquartal entspricht. Die Speicherkrise betrifft nahezu alle Speichertypen, sei es DDR5, LPDDR5X, SSDs oder HDDs.
Der Blick auf die Hersteller
Die großen Anbieter, wie Apple, Dell und Lenovo, scheinen besser gewappnet zu sein, um die knappen Komponenten zu sichern, jedoch sind sie auch nicht immun gegen diese Speicherkrise. Apple hat im zweiten Quartal ein Wachstum von 10 bis 15,9 Prozent verzeichnet und konnte bis zu 7,3 Millionen Geräte ausliefern. Dabei stieg der Marktanteil auf 10 bis 11 Prozent, vor allem durch das neue MacBook Neo. Lenovo hingegen verzeichnete einen Rückgang von 2,1 Prozent auf 16,6 Millionen Geräte, während HP mit einem Minus von 9 Prozent auf 13,0 Millionen Geräte zu kämpfen hat. Dell musste sich mit einem Rückgang von rund 5 Prozent auf 9,3 Millionen Geräte zufrieden geben. ASUS hingegen konnte sich stabil bei etwa 5 Millionen ausgelieferten Geräten halten.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie stark der Markt durch den Hunger nach Speichern beeinflusst wird. Hyperscaler kaufen unabhängig von Kosten alles auf, was sie kriegen können, und der Bau neuer Speicherwerke ist ein zeitintensiver Prozess. Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage könnte bis mindestens 2030 anhalten. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt weiter entwickeln wird, denn die Herausforderungen sind groß und die Lösungen lassen auf sich warten.
