Sonnencreme im Test: Sicherer Schutz oder gefährliche Verunreinigungen?
Heute ist der 11.05.2026 und das Thema Sonnencreme ist aktueller denn je. Während die Temperaturen steigen und die ersten Sonnenstrahlen uns nach draußen locken, stellt sich die Frage: Schützen uns unsere Sonnencremes wirklich? Eine Untersuchung des NDR-Formats „Markt“ hat nun einige Produkte genauer unter die Lupe genommen. Dabei wurden fünf Sonnencremes getestet, die den UV-Filter DHHB enthalten. Darunter befinden sich bekannte Marken wie das Lacura Sonnenspray von Aldi, die dm-Eigenmarke sun dance, das ultra sheer von Neutrogena, Ladival für Kids und das ISDIN Fusion Sport Gel. Der Test hat jedoch Überraschendes zu Tage gefördert.
Das ISDIN Fusion Sport Gel, das mit 22,70 Euro nicht gerade das günstigste Produkt ist, hat einen besonders faden Beigeschmack hinterlassen. In der Probe wurde Di-n-hexyl-Phthalat (DnHexP) nachgewiesen – ein Stoff, der seit 2013 in Kosmetika verboten ist und von der EU als besorgniserregend eingestuft wird. DnHexP kann hormonell wirken und hat in Tierversuchen negative Auswirkungen auf den Fortpflanzungsprozess gezeigt. Und das ist noch nicht alles! In der Probe wurde mit 2,4 mg/kg der Grenzwert von 1 mg/kg deutlich überschritten. Das wirft Fragen auf, vor allem, wenn man bedenkt, dass solche Stoffe als Verunreinigungen während des Herstellungsprozesses entstehen können.
Die Hintergründe
Ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt, dass dies nicht das erste Mal ist, dass ISDIN in der Schusslinie steht. Vor zwei Jahren waren bei einer ähnlichen Untersuchung drei von zehn Proben auffällig, darunter ebenfalls das Fusion Sport Gel. Die Hersteller betonen zwar, dass ihre Produkte für Verbraucher sicher seien, doch die wiederholten Funde von DnHexP sorgen für Verunsicherung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht zwar keine akute Gesundheitsgefahr, empfiehlt aber dennoch, die Aufnahme von DnHexP und seinen Ableitungen wie dem Stoffwechselabbauprodukt Mono-n-hexylphthalat (MnHexP) zu reduzieren.
Interessanterweise wurde in Urinproben von Kita-Kindern und Erwachsenen im Jahr 2024 vermehrt MnHexP nachgewiesen. Der Stoff gilt als fortpflanzungs- und gesundheitsgefährdend und kann aus DnHexP entstehen. Unbeabsichtigt kann dieser Stoff in Produkten vorkommen, die den UV-Filter DHHB enthalten. Es bleibt abzuwarten, wie die Hersteller darauf reagieren. Einige Anbieter arbeiten bereits an strengeren Kontrollen und Verfahren, um DnHexP zu minimieren und die Verbrauchersicherheit zu erhöhen.
Der Markt im Wandel
Doch die Sonne geht auch in anderen Bereichen auf. Aktuelle Tests von Stiftung Warentest und ÖKO-TEST zeigen, dass weniger Sonnenschutzmittel mit DnHexP verunreinigt sind als im Vorjahr. Das ist ein positives Zeichen! Bei einem Test von 26 Sonnenschutzmitteln mit Lichtschutzfaktor 50 und 50+ wurden zwar einige Produkte entdeckt, die den Stoff enthalten, jedoch nicht alle DHHB-haltigen Produkte. Die Preise für 200 Milliliter Sonnencreme variieren zwischen 3,16 und 47,98 Euro – ein breites Spektrum, das so manch einen zum Nachdenken anregen könnte.
Die Tests befassten sich nicht nur mit Inhaltsstoffen, sondern auch mit der Überprüfung von Warnhinweisen, Anwendungshinweisen und der Umweltauslobung wie „korallenfreundlich“. Hersteller wurden ebenfalls nach Belegen für Anti-Aging-Wirkversprechen gefragt. Hier zeigt sich, dass Transparenz und Qualität in der Kosmetikbranche immer wichtiger werden. Und während wir uns darauf verlassen wollen, dass unsere Sonnencreme uns schützt, wird der Markt zunehmend durch solche Tests und die Rückmeldungen der Verbraucher beeinflusst.
Wie dem auch sei, trotz aller Bedenken ist der Schutz vor UV-Strahlung unerlässlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält die Verwendung von DHHB-haltigen Sonnenschutzmitteln nach wie vor für unbedenklich. Letztendlich bleibt die beste Strategie, sich regelmäßig einzucremen, Sonnenhut und -kleidung zu tragen und die Mittagssonne zu meiden. Denn eines ist sicher: Die Sonne kann nicht nur schön sein, sie kann auch gefährlich werden.
