Der europäische M&A- und Private-Equity-Markt zeigt sich 2026 wieder von seiner dynamischen Seite. Nach einem Jahr, das mit einer beeindruckenden Anzahl von 8.187 Private Equity-Transaktionen und 18.485 M&A-Deals aufwarten konnte, spüren die Akteure der Branche eine belebende Brise. Der Report „Executing in an Era of Market Complexities: European M&A and PE Trends and the Technology Imperative“, herausgegeben von Drooms und PitchBook, liefert spannende Einblicke in die aktuellen Trends und Entwicklungen. Es scheint, als ob die großen Spieler unter den Investoren den Fuß wieder fester auf das Gaspedal drücken – selektiv, aber mit einer klaren Ausrichtung auf voluminöse Transaktionen.

Das Jahr 2026 hat bereits jetzt eine durchschnittliche PE-Transaktion von 359,7 Millionen Euro erreicht, was im Vergleich zu den 289 Millionen Euro des Gesamtjahres 2025 einen bemerkenswerten Anstieg darstellt. Und auch die M&A-Dealgröße hat sich mit 546,3 Millionen Euro fast verdoppelt. Diese Zahlen zeigen deutlich: Die großen Deals kommen zurück, und das vor allem in den Bereichen Technologie, Infrastruktur und Künstliche Intelligenz (KI). Besonders interessant ist, dass über 58 Prozent der europäischen PE-Deals risikoärmere Add-on-Akquisitionen sind – eine Strategie, die offensichtlich immer beliebter wird.

Die DACH-Region im Fokus

Die DACH-Region bleibt dabei ein Hotspot für M&A-Aktivitäten in Europa. Mit 2.858 Transaktionen im Jahr 2025, nur hinter Großbritannien (4.545 Deals), zeigt sie sich als einer der aktivsten Märkte. Die hohen Bewertungsmultiples, die hier erzielt werden – mediane M&A-Multiples von bis zu 13,5x EBITDA – machen die Region besonders attraktiv für Investoren. Dabei ist die DACH-Region nicht nur stark innerhalb europäischer Kapitalstrukturen verankert, was regulatorische Komplikationen verringert, sondern auch ein Magnet für Kapital, das sich auf Unternehmen mit robusten Geschäftsmodellen und technologischer Differenzierung konzentriert.

Die wachsende Bedeutung von KI-Infrastruktur und Datensouveränität wird von Investoren zunehmend wahrgenommen. Es wird erwartet, dass die Kontrolle über kritische Daten und Cloud-Infrastrukturen innerhalb europäischer Rechtsräume in den kommenden Jahren immer wichtiger wird. Und während die Anforderungen an digitale Deal-Infrastrukturen steigen – besonders in Bezug auf Datensicherheit und Compliance – bleibt das geopolitische Umfeld eine Herausforderung, die nicht ignoriert werden kann. Auch die Finanzierungskosten und regulatorischen Anforderungen sind Faktoren, die die Marktteilnehmer im Blick behalten müssen.

Digitalisierung als Schlüssel zum Erfolg

Digitale Technologien haben das Potenzial, die Branche nachhaltig zu prägen. Laut einer Umfrage unter Firmen, die 2025 durchgeführt wurde, investieren 88 Prozent in digitale Transformation, und erstaunliche 94 Prozent planen solche Investments für 2026. Digitalisierung und KI werden als die Hauptfaktoren identifiziert, die die Rendite beeinflussen, wobei 36 Prozent der Befragten dies als entscheidend erachten. Auch der Verschuldungshebel hat seinen Platz in den Überlegungen der Investoren – 32 Prozent der Befragten halten ihn für wichtig.

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Die Fokussierung auf Softwareanwendungen, die KI in bestehende Geschäftsprozesse integrieren, nimmt zu. 83 Prozent der befragten Unternehmen möchten 2026 Datenanalysen und generative KI in der Due Diligence verwenden. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine erhebliche Steigerung. Datenanalyse bleibt der wichtigste Einzelbereich der geplanten Investments, gefolgt von KI. Das zeigt, wie sehr die Branche bereit ist, sich weiterzuentwickeln und anzupassen. Allerdings bleibt die Umsetzung von KI als systematisch integriertes Werkzeug eine Herausforderung. Viele Firmen nutzen KI bisher eher als Einzellösung, was das volle Potenzial noch nicht ausschöpft.

Die Herausforderungen sind also vielfältig: Qualität und Verfügbarkeit von Daten, der Mangel an Fachkräften mit KI-Expertise sowie die neuen Anforderungen des EU AI Act erfordern ein Umdenken in der Branche. Doch trotz dieser Hürden scheint der europäische M&A- und Private-Equity-Markt auf einem vielversprechenden Weg zu sein, der in den nächsten Jahren noch mehr Spannung verspricht.

Die Dynamik in der Branche ist zurückgekehrt, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Akteure anpassen und die Chancen, die sich bieten, nutzen werden. Die Kombination aus technologischem Wandel und strategischen Überlegungen könnte die Landschaft der M&A-Transaktionen in Europa nachhaltig prägen.