REITs im Aufwind: Chancen und Risiken in einer inflationären Welt
Heute ist der 11.06.2026 und in der Welt der Immobilienaktien gibt’s spannende Entwicklungen. Der US-REIT-Sektor hat kürzlich ein 52-Wochenhoch erreicht, und das trotz einer Inflation von 4,2 % und den drohenden Zinserhöhungen. Im Mai stieg die Inflation auf 4,2 % im Vergleich zum Vorjahr, nachdem sie im April noch bei 3,8 % lag. Es sieht also nicht so aus, als ob wir kurzfristig mit Zinssenkungen rechnen können; der Markt reagiert entsprechend und preist mögliche Zinserhöhungen bereits ein. Das hat Auswirkungen auf die Performance der REITs, die sich in einem sehr zinssensiblen Umfeld bewegen, da viele Immobilienportfolios mit hohem Fremdkapital finanziert sind.
Im bisherigen Jahr hat der US-REIT-ETF XLRE ein Plus von 11,5 % verzeichnet und übertrifft damit den S&P 500, der nur um 6,2 % zulegte. Das sind Zahlen, die neugierig machen! Die größten Gewichtungen im XLRE-Portfolio stammen von Welltower, das sich auf Seniorenresidenzen spezialisiert hat, und Prologis, das Logistikimmobilien betreibt, beide zusammen machen knapp 19 % aus. Besonders bemerkenswert ist Iron Mountain, das mit einer Jahresperformance von fast 49 % die Führung im XLRE übernimmt. Trotz der positiven Zahlen sind hohe Schulden und sportliche Bewertungen ein Risiko für den Sektor. Das KGV von über 36 macht XLRE zum zweitteuersten Sektor-ETF.
Die Vergangenheit und die Zukunft der REITs
Schaut man auf die Entwicklungen der letzten Jahre, stellt man fest: Der Immobilienmarkt hat seit 2022 eine Abkühlung erfahren, die durch die Inflationsdynamik und das höhere Zinsniveau bedingt ist. Der FTSE Nareit Equity REITs Index hat im Jahr 2022 einen Rückgang von 28 % erlebt. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – in 2023 steht ein Plus von 6,5 % auf dem Plan, gefolgt von weiteren Zuwächsen in den kommenden Jahren, auch wenn diese nicht mehr so explosiv ausfallen dürften (4,9 % in 2024, 2,3 % in 2025).
Historisch gesehen haben sich REITs in Zeiten hoher Inflation jedoch besser geschlagen als viele Aktienmärkte. Von 1973 bis 2020 übertrafen REITs den S&P-500-Index in inflationsstarken Phasen um durchschnittlich 3,6 % pro Jahr. Das gibt Anlass zur Hoffnung, insbesondere für die Anleger, die sich für die fünf deutschen REITs im RX REIT Index interessieren. Besonders erwähnenswert sind hier W. P. Carey, ein Triple-Net-Leasing-REIT mit 1.703 Objekten und einer Dividendenrendite von 5 %, sowie Welltower, das in Gesundheitsinfrastruktur investiert und eine beeindruckende Einnahmensteigerung von 22 % pro Jahr in den letzten drei Jahren verzeichnen kann.
Die Herausforderungen und Chancen
Andererseits gibt es auch REITs, die in riskanteren Bereichen agieren, wie Innovative Industrial Properties, ein hochspekulativer Marihuana-REIT mit einer Dividendenrendite von 13,9 %. Es ist spannend zu beobachten, wie sich diese Marktsegmente entwickeln, da sie auch sehr anfällig für Zinsänderungen sind. REITs müssen schließlich mindestens 90 % ihrer Gewinne ausschütten, was sie zu attraktiven Dividendenzahlern macht – aber das bringt auch Herausforderungen mit sich.
Die Zukunft der REITs sieht momentan vielversprechend aus, vor allem für diejenigen mit stabilen Immobilienportfolios. Doch Vorsicht ist geboten: REITs, die in Büroimmobilien investiert sind, sollten gemieden werden. Die ungewissen Auswirkungen von KI auf den Markt sind ein Grund zur Sorge. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Trends entwickeln werden, aber die Dynamik bleibt auf jeden Fall spannend!
