Heute ist der 27.05.2026 und die Stimmung auf dem Getreide- und Ölsaatenmarkt in Bayern ist, um es diplomatisch auszudrücken, eher ruhig. Der Bayerische Bauernverband berichtet, dass die Handelsaktivitäten auf einem stabilen, wenn auch unspektakulären Niveau verharren. Preisbewegungen im Landhandel sind überschaubar, was die Landwirte dazu veranlasst, die kommenden Ernten mehr in den Fokus zu rücken. Vorkontrakte, insbesondere für Weizen – A-Weizen etwa bei rund 200 EUR/t – liegen über den aktuellen Kassapreisen. Das klingt auf den ersten Blick positiv, aber die Landwirte zeigen sich bei Abschlüssen zurückhaltend. Schließlich gibt es Bedenken bezüglich Ertrag und Qualität, die durch die anhaltende Trockenheit in Bayern geschürt werden.

Die Preislage für verschiedene Getreidearten zeigt sich in einem bunten Bild. E-Weizen pendelt sich zwischen 175,00 und 185,00 EUR/t ein (Mittel: 180,67 EUR/t), während A-Weizen mit 169,00 bis 185,00 EUR/t (Mittel: 177,79 EUR/t) gehandelt wird. Brotroggen und Braugerste folgen in ähnlichen Preisklassen. Und die Rapspreise? Die liegen im Mittel über 500 EUR/t – das ist, wenn man so will, der goldene Schnitt im Ölsaatenbereich.

Preisentwicklung im Überblick

Ein Blick auf die aktuellen Einkaufspreise des Handels für die Kalenderwoche 22/2026 zeigt, dass die Preisspanne für E-Weizen in der letzten Woche gesunken ist. Frei lagernd bewegt er sich zwischen 170,00 und 183,00 EUR, was einen deutlichen Rückgang im Vergleich zur Vorwoche darstellt, in der die Preise noch bei 211,00 bis 220,00 EUR lagen. Ab Hof sieht’s ähnlich aus: Hier gibt es Preise von 193,00 EUR. A-Weizen zeigt sich stabiler, mit einer Preisspanne von 160,00 bis 180,00 EUR, während B-Weizen weiterhin im Bereich von 155,00 bis 175,00 EUR gehandelt wird. Auch bei der Braugerste sind die Werte mit 160,00 bis 165,00 EUR stabil, obwohl sie leicht gesunken sind.

Das Bild wird durch die Preise für Futtergerste, Futterweizen und Körnermais vervollständigt. Futtergerste kann man für 150,00 bis 166,00 EUR erwerben, während Futterweizen zwischen 150,00 und 175,00 EUR angeboten wird. Körnermais befindet sich bei 185,00 bis 195,00 EUR. Die Preise für Raps sind mit einem Mittel von 495,00 bis 505,00 EUR ebenfalls nicht zu verachten, was die Landwirte hoffnungsvoll stimmt.

Ernteergebnisse und Erwartungen

Die Ernteergebnisse für Winterweizen sprechen eine eigene Sprache. Mit etwa 22,5 Millionen Tonnen steht ein Zuwachs von 26 % im Vergleich zum Vorjahr zu Buche. Das ist schon eine Ansage! Die Anbaufläche für Winterweizen beträgt 2,86 Millionen Hektar, und der durchschnittliche Rohproteingehalt liegt bei 12 %, was leicht über dem Vorjahr liegt. In Bayern wurden sogar Spitzenwerte von 13,6 % gemessen. Damit könnte man fast meinen, die Bedingungen waren wie geschaffen für diese Ernte – bis die Trockenheit ins Spiel kam. Die Fallzahl der Weizenernte hat sich allerdings etwas verschlechtert, der Durchschnitt liegt nun bei 337 Sekunden.

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Die Rapsanbaufläche bleibt mit 1,09 Millionen Hektar konstant, was im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderung bedeutet. Dennoch wird eine Erntemenge von fast 4 Millionen Tonnen erwartet – das ist ein Plus von 9,4 % gegenüber dem Vorjahr! Für die Sojabohnen sieht die Lage ebenfalls vielversprechend aus, hier hat sich die Anbaufläche um 8 % vergrößert. Besonders interessant: Bayern hält über 50 % der deutschen Anbaufläche für Soja. Das lässt aufhorchen!

Die Marktbedingungen sind also durchweg spannend. Landwirte sind gefordert, sich an die sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen. Die bevorstehenden Ernteprognosen und die Preisentwicklung am Markt werden zeigen, wie sich die Lage weiter entwickelt. Die Unsicherheit, insbesondere wegen der Trockenheit, bleibt ein ständiger Begleiter, aber die Hoffnung auf eine gute Ernte gibt den Landwirten einen Grund zum Optimismus, auch wenn die Preissituation aktuell etwas trübe aussieht. Mal sehen, wie sich das alles entfaltet!