Am 14. Mai 2026 versammelte sich der Imkerverein Markt Rettenbach im gemütlichen Schützenheim Wineden zu seiner Jahreshauptversammlung. Ein herzliches Hallo, ein paar Klänge von Geschirr und das Zirpen der Vögel – so begann der Abend, an dem die Imker sich über die Herausforderungen der letzten Monate austauschten. Das Hauptthema? Die bedrohliche Ausbreitung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina), die den heimischen Bienen das Leben zur Hölle machen kann.

Bienenfachwart Georg Kirmaier hielt einen eindrucksvollen Vortrag über diese invasive Art. Mit einer gefährlichen Fähigkeit, bis zu 80 % eines Bienenvolkes zu vernichten, stellt die Asiatische Hornisse eine immense Bedrohung dar. Ihr Nest, oft in schwindelerregenden Höhen von über 20 Metern, ist eine echte Herausforderung für die Imker, die sich gegen diesen ungebetenen Gast wehren müssen. Die Schulung der Imker über die Erkennung und den Umgang mit dieser Art war mehr als notwendig, um die Bienenvölker zu schützen und die eigene Imkerei am Leben zu erhalten.

Erkennung und Bekämpfung der Asiatischen Hornisse

Was macht die Asiatische Hornisse so besonders? Nun, sie ist dunkler gefärbt als die heimische Europäische Hornisse und hat nur im letzten Drittel ihres Hinterleibs eine gelb-orange Musterung. Mit einer schwarz-braunen Brust und einem gelben Gesicht, das mit einer orange-gelben Stirnzeichnung verziert ist, ist sie zwar kleiner, aber dennoch ein ernstzunehmender Gegner für die Bienen. Ihre gelben Füße haben ihr den Spitznamen „Asiatische Gelbfuß-Hornisse“ eingebracht.

Ein weiteres Problem: Die Verwechslungsgefahr! Die Europäische Hornisse steht unter Schutz, während die Asiatische Hornisse nicht mit der Asiatischen Riesenhornisse, die in Deutschland nicht vorkommt, verwechselt werden sollte. Bislang wurde die Asiatische Hornisse seit 2014 in mehreren Bundesländern nachgewiesen und breitet sich, vor allem im Westen Deutschlands, immer weiter aus. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim bittet darum, Vorkommen dieser Art zu melden – ein Aufruf an alle Imker, wachsam zu sein!

Ein Rückblick auf das Bienenjahr

Der Abend war jedoch nicht nur von ernsten Themen geprägt. Erster Vorsitzender Andreas Maurus ließ auch das vergangene Bienenjahr Revue passieren. Ein Grillfest an der Günz, ein spannendes Ferienprogramm für Kinder und der Frühschoppen bei Xaver Zwing – es gab viele schöne Momente zu feiern. Besonders erfreulich war die Auszeichnung von Wolfgang Unglert und Werner Maier, die für ihre 40-jährige Mitgliedschaft mit der goldenen Ehrennadel geehrt wurden. Ein Zeichen der Wertschätzung für die langjährige Treue zu den gemeinsamen Zielen des Vereins.

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Ein herzliches Dankeschön galt auch der Gemeinde Markt Rettenbach für eine großzügige Spende, die sicherlich hilfreich sein wird, um die Herausforderungen der Imkerei besser bewältigen zu können. Ein gemütliches Beisammensein mit Kaffee und Kuchen rundete den Abend ab, während angeregte Gespräche über die neusten Entwicklungen in der Imkerei und die Bedrohung durch die Asiatische Hornisse die Runde machten.

Biodiversität und invasive Arten

Die Bedrohung durch die Asiatische Hornisse ist nicht die einzige Herausforderung. Die Asiatische Mörtelbiene (Megachile sculpturalis) ist die erste invasive Wildbiene Europas und hat sich ebenfalls in vielen Regionen verbreitet. Ursprünglich aus Ostasien stammend, ist sie seit 2008 in Europa nachgewiesen und zeigt ein aggressives Verhalten gegenüber heimischen Bienenarten. Diese Konkurrenz um Nistmaterial und Brutzellen hat bereits zu einem Rückgang der heimischen Bienenpopulation geführt. Ein weiterer Grund, warum Imker und Naturschützer auf der Hut sein müssen!

Inmitten all dieser Herausforderungen bleibt die Imkerei jedoch ein faszinierendes und bereicherndes Hobby. Die Freude am Umgang mit den Bienen, das Verständnis für ihre Lebensweise und die Passion, die Natur zu bewahren, sind es, die die Imker in Markt Rettenbach antreiben. Die Schulung und der Austausch über die Asiatische Hornisse sind nur ein Teil dessen, was es braucht, um die Zukunft der Bienen und damit auch der Biodiversität zu sichern.