Italo greift an: Revolution im deutschen Fernverkehr oder Risiko für die Bahn?
Heute ist der 15.06.2026 und die Welt der Schienenverkehrsunternehmen steht vor einer aufregenden Wende. Die italienische Bahngesellschaft Italo plant, ab 2028 in den deutschen Markt einzusteigen und mit 30 neuen Zügen den Fernverkehr aufzumischen. Geplant sind Verbindungen von München nach Dortmund und Hamburg, sowie München über Frankfurt/Main nach Köln. Ein ambitioniertes Vorhaben, das allerdings nicht ohne Folgen bleiben wird.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) schlägt Alarm und warnt vor gravierenden Konsequenzen für den Fernverkehr in mindestens 16 deutschen Städten. Dazu zählen unter anderem Aachen, Augsburg, Bamberg, Chemnitz und Rostock. Die EVG hat analysiert, dass die Einstellung oder Ausdünnung von ICE- und IC-Halten droht, was gerade diese Oberzentren, die auf einen stabilen Fernverkehr angewiesen sind, erheblich treffen könnte.
Größere Probleme in Sicht?
Die Deutsche Bahn, die im Moment noch einen Marktanteil von etwa 95 % im Fernverkehr hält, sieht sich durch Italos Vorhaben bedroht. Ihre Warnungen sind eindeutig: Wichtige Knotenpunkte könnten überlastet werden, während weniger gut ausgelastete Strecken möglicherweise aufgegeben werden. EVG-Chef Martin Burkert äußert Bedenken, dass Italo „Rosinenpickerei“ betreiben könnte, also nur die lukrativeren Strecken bedienen möchte. Dies könnte den gesamten Fernverkehr destabilisieren, was die Deutsche Bahn und die Fahrgäste gleichermaßen in eine prekäre Lage bringen würde.
Ein weiterer Punkt der Diskussion ist der Umstand, dass über 90 Bahnprojekte in Deutschland wegen fehlender Bundesmittel auf Eis liegen. Die Bundesregierung steht in der Verantwortung, im Haushalt für 2027 nachzusteuern und eine langfristige Finanzierung für den Infrastrukturausbau zu initiieren, denn die geplanten Investitionen für den Schienenbau bis 2030 bleiben hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Das ist schon fast ein bisschen frustrierend, wenn man bedenkt, wie wichtig ein funktionierendes Schienennetz für die Zukunft ist!
Ein kleiner Fahrplanwechsel
Inmitten all dieser Unsicherheiten gab es jüngst einen kleinen Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn. Am Sonntag wurde ein neues Familienticket für die Sommerferien vorgestellt. Ein Lichtblick für die Reisenden, die in diesen turbulenten Zeiten eine preiswerte Möglichkeit suchen, um mit Kindern zu verreisen. Andererseits steht die Strecke Hamburg-Berlin nach monatelanger Sanierung wieder in Betrieb, allerdings mit vorübergehenden Geschwindigkeitsreduzierungen – was nicht gerade für Begeisterung sorgt.
Verkehrspolitiker üben Kritik am Projektmanagement der Deutschen Bahn, was die Situation nicht gerade verbessert. Die EVG fordert Paketlösungen für die Streckenzuteilung, um sicherzustellen, dass auch weniger rentable Strecken nicht aus dem Blickfeld geraten. Die Idee, nur große Metropolen anzubinden, kommt nicht überall gut an. Verkehrsminister Christian Bernreiter aus Bayern hat sich bereits skeptisch dazu geäußert. Schließlich sind auch die kleineren Städte auf einen funktionierenden Fernverkehr angewiesen.
All das geschieht vor dem Hintergrund, dass viele Fahrgäste mittlerweile auf Regionalzüge ausweichen, was die Rentabilität von ICE- und IC-Zügen beeinträchtigt. Das Deutschlandticket scheint hier einen großen Einfluss zu haben, und die Frage bleibt: Wie wird sich der Markt weiterentwickeln? Die kommenden Jahre könnten entscheidend für die Zukunft des deutschen Fernverkehrs sein. Es bleibt also spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden!
