Insulinkrise in Deutschland: Ein Umbruch für Diabetiker und ihre Therapie
Heute ist der 12.05.2026, und die Situation auf dem Insulinmarkt in Deutschland ist alles andere als rosig. Sanofi-Aventis und Novo Nordisk haben ihre Humaninsuline vom Markt genommen bzw. die Produktion eingestellt. Das bedeutet: Eli Lilly ist der letzte Hersteller von Humaninsulinen in Deutschland. Doch auch bei Eli Lilly sieht es düster aus. Ende 2025 wird die Produktion der Insuline Liprolog (Insulin Lispro) und Berlinsulin (Insulin Human) eingestellt. Zudem sind nicht mehr alle Packungsgrößen verfügbar. Die Reduzierung des Angebots setzt den Trend fort, der die Insulinversorgung seit Jahren prägt.
Die Diabetes-Community zeigt sich besorgt. Laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) sind rund 240.000 Menschen betroffen, die auf Humaninsuline angewiesen sind. Das sind etwa 10 Prozent der insulinbehandelten Diabetiker in Deutschland. Besonders ältere Menschen mit Typ-2-Diabetes haben oft ein starkes Bedürfnis nach gewohnten Wirkprofilen. Kritiker befürchten, dass die Abkehr von Humaninsulinen die Situation für viele verschärfen wird. Eli Lilly verweist jedoch auf Alternativen wie Humalog statt Liprolog und Huminsulin statt Berlinsulin. Diese Umstellung sollte unter ärztlicher Aufsicht erfolgen – ein Punkt, den die DDG ebenfalls betont.
Ein Ausblick auf die Zukunft der Insulinversorgung
Die Umstellung auf moderne Insuline wird insbesondere für jüngere Patienten empfohlen. Neuere Präparate bieten Vorteile wie keinen Spritz-Ess-Abstand und eine geringere Gefahr von Hypoglykämien. Langwirksame Insuline haben eine stabilere Wirkdauer und müssen seltener verabreicht werden. Doch trotz dieser Vorteile bleibt die Unsicherheit groß. Eli Lilly hat auch den Vertrieb von 5er-Packungsgrößen der Insuline Abasaglar, Huminsulin, Humalog und Lyumjev KwikPens eingestellt. Ein weiteres Sorgenkind: Größere Mengen Insulin müssen nun gelagert werden, was das Risiko von Verfall erhöht. Die DDG äußert Bedauern über die Einschränkungen auf dem Markt und verweist darauf, dass es keine Versorgungsengpässe geben sollte, da es gute Alternativen gibt.
Ab dem zweiten Quartal 2025 wird der Rückzug von Novo Nordisk schrittweise erfolgen, beginnend mit den langwirkenden Basalinsulinen. Bis 2026 sind auch die kurzwirksamen Humaninsuline betroffen. Ein Rückgang der Verordnungen für Humaninsuline um 72 Prozent in den letzten zehn Jahren spricht Bände über die veränderten Bedürfnisse der Patienten und die unaufhaltsame Marktentwicklung. Man fragt sich, wie die Zukunft der Insulintherapie aussehen wird – wird es noch genug Menschlichkeit im Umgang mit Diabetes geben, wenn die gewohnten Produkte verschwinden?
Die Diskussion über die Verfügbarkeit von Insulinen ist nicht nur eine Frage der Therapieoptionen, sondern auch eine Frage der Lebensqualität für viele Betroffene. Die DDG empfiehlt, frühzeitig die Umstellung zu planen und geeignete Alternativen zu identifizieren. Es bleibt abzuwarten, wie diese Veränderungen am Markt langfristig wirken und ob sie die Bedürfnisse der Diabetiker tatsächlich erfüllen können. Die Umstellung auf Insulinanaloga könnte zwar viele Vorteile bringen, doch die Gewohnheiten und Erfahrungen der Patienten sind oft nicht so leicht abzulegen. Es wird spannend, wie sich dieser Prozess entwickeln wird.
