Essity auf der Wette der Zukunft: Verkauf oder Expansion im Tissue-Markt?
Essity, der schwedische Konsumgüterkonzern, steht vor einer entscheidenden Phase in seinem Consumer-Tissue-Geschäft. Seit Anfang des Jahres führt das Unternehmen die Geschäfte in Deutschland und hat bereits erste Schritte unternommen, um sich auf einen möglichen Verkauf der Sparte vorzubereiten. Die bekannten Marken Zewa und Tempo, die in deutschen Haushalten kaum wegzudenken sind, könnten bald unter neuer Flagge segeln. Die Konkurrenz auf dem europäischen Markt wird nämlich immer intensiver und Essity möchte sich fit machen für die Herausforderungen, die vor ihm liegen.
Im Rahmen einer strategischen Überprüfung werden verschiedene Optionen für die zukünftige Eigentümerstruktur des Geschäftsbereichs geprüft. Dazu gehört auch eine mögliche Abspaltung. Bisher sind jedoch keine endgültigen Entscheidungen getroffen worden. Die Überprüfung zielt darauf ab, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung zu schaffen und die Wertschöpfung des Unternehmens zu maximieren. Man könnte sagen, Essity hat die Zügel fest in der Hand – oder ist es eher die Angst vor dem Verlust der Kontrolle?
Starke Präsenz und Marktanteile
Die Consumer-Tissue-Sparte von Essity ist kein kleiner Fisch im Teich. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Bereich einen Umsatz von 43,5 Milliarden schwedischen Kronen, was beeindruckende 31 % des gesamten Konzernumsatzes ausmacht. Das bereinigte EBITA lag bei 5,2 Milliarden Kronen, mit einer EBITA-Marge von 11,9 %. Ein solider Wert, der zeigt, dass hier viel Potenzial schlummert. Für die deutschen Essity-Papierfabriken in Mannheim, Neuss und Witzenhausen arbeiten rund 13.000 Beschäftigte, die alle ihren Teil zur Stärkung der Marke beitragen.
Für die Zukunft sieht es im Markt für Hygiene- und Tissue-Papiere ganz ordentlich aus. Prognosen sprechen von einer Marktgröße von 55,83 Milliarden USD im Jahr 2026, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 5,32 % bis 2031. Vor allem die robuste Nachfrage im Bereich Altenpflege und die Umstellung auf Recyclingfasern, bedingt durch die EU-Nachhaltigkeitsvorschriften, treiben das Wachstum an. Da kann man schon mal ins Schwärmen geraten – wenn man sich das Wachstum des Marktes und die damit verbundenen Chancen vor Augen führt.
Herausforderungen und Chancen
Doch es gibt auch Herausforderungen. Schwankungen bei Zellstoff- und Strompreisen, die zunehmende Konkurrenz durch Handelsmarken und steigende Kohlenstoffpreise – all das sind Faktoren, die das Geschäft empfindlich stören könnten. Die Handelsmarken haben in den letzten Jahren an Marktanteilen gewonnen und setzen die großen Namen unter Druck. Das ist wie ein Boxkampf, bei dem es sehr schnell gehen kann. Wer nicht aufpasst, kann schnell auf der Matte liegen!
Essity bleibt jedoch optimistisch. CEO Ulrika Kolsrud hebt die starke Markenpräsenz und die effizienten Lieferketten hervor, die dem Unternehmen helfen, auch in schwierigen Zeiten zu bestehen. Zudem ist der Heimverbrauch ein stabiler Anker – 64,32 % der Nachfrage kommen aus den eigenen vier Wänden. Ein gut gefüllter Kühlschrank und ein bequemes Zuhause sind schließlich für viele die höchste Priorität.
Marktübersicht und Zukunftsperspektiven
In Deutschland erzielt Essity einen Umsatzanteil von 24,78 % im Tissue-Markt. Das zeigt, dass das Unternehmen nicht nur im eigenen Land, sondern auch europaweit gut aufgestellt ist. Die demografischen Veränderungen, das steigende Hygienebewusstsein und die Erholung des Tourismus geben weiteren Auftrieb. Alles in allem steht Essity an einem spannenden Punkt in seiner Unternehmensgeschichte. Die nächsten Schritte könnten entscheidend sein, um die Position auf dem Markt zu festigen oder gar auszubauen.
Die Zukunft bleibt also spannend. Mit überlegtem Handeln und dem Blick auf die Markttrends könnte Essity den Kurs halten und sich gleichzeitig den Herausforderungen stellen, die der Markt mit sich bringt. Ob das Unternehmen es schafft, die Weichen richtig zu stellen? Das bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Reise ist noch lange nicht zu Ende.
