In Markt Schwaben brodelt es gewaltig – und das nicht nur wegen der bevorstehenden Sommerhitze. Der Streit um den Außenbereich der Pergola beim beliebten Café „Das Grüne Pferd“ hat sich zu einer regelrechten Schlammschlacht entwickelt. Hier treffen die Interessen des Cafébetreibers Eleftherios Papadopoulos auf die der Gemeinde, und die Gemüter sind erhitzt. Wer hätte gedacht, dass ein überdachtes Plätzchen für die Gäste so viel Wirbel verursachen kann?

Bereits im März kündigte die Gemeinde den Gestattungsvertrag für die Pergola. Der Grund? Ein neuer Beschluss des Haupt- und Bauausschusses, der einheitliche Sonnenschirme und verkürzte Betriebszeiten zur Adventszeit vorsieht. Bürgermeisterin Walentina Dahms beruft sich auf ein Gleichheitsprinzip für alle Gastronomiebetriebe – ein Schritt, der beim Cafébetreiber auf wenig Verständnis stieß. „Es gab jahrelang keine Beanstandungen“, sagt Papadopoulos und zeigt sich enttäuscht über die Wendung der Ereignisse. Schließlich hat er nicht nur das Herzblut, sondern auch 150.000 Euro in die Pergola investiert.

Der Kampf um die Gesamtlösung

Im Laufe der letzten Wochen fanden im Haupt- und Bauausschuss hitzige Diskussionen statt, in denen ein Kompromiss ausgehandelt werden sollte. Am 21. Mai wurde schließlich ein Konsens erreicht: Die Überdachung der Pergola bleibt erlaubt, doch die Einhausung mit Seitenwänden wurde abgelehnt. Ein Gestattungsvertrag sollte bis zum 15. November gelten. Doch der Betreiber, die L.TRADE GmbH, weigerte sich, diesen zu unterschreiben. Stattdessen wird auf eine Gesamtlösung gedrängt, die auch einen neuen Pachtvertrag für einen Abenteuerspielplatz umfasst. Ein ganz schöner Rattenschwanz, den die Gemeinde da hinter sich herzieht!

Die Forderungen der Cafébetreiber sind klar: Es soll kein neues Baugenehmigungsverfahren angestoßen werden, der Christbaum muss an einer anderen Stelle aufgestellt werden, und die Pergola soll mit Seitenwänden versehen werden. Doch die Gemeinde kann diesen Ansprüchen nicht nachkommen. Das Baugenehmigungsverfahren liegt schließlich beim Landratsamt Ebersberg, und eine Genehmigung für die Einhausung wäre erforderlich. Ein Dilemma, das die Gemüter im Plenum noch mehr erhitzte. Einige Ratsmitglieder zeigen Verständnis für die Position des Cafébetreibers, andere sind strikt gegen Nachlässigkeiten bei den Vorschriften.

Ein Weihnachtsbaum als Lösung?

In einem etwas skurrilen Vorschlag bot Papadopoulos an, einen Weihnachtsbaum neben der Kirche zu pflanzen, um die Angelegenheit zu entschärfen. Doch auch dieser Vorschlag wurde vom Gemeinderat abgelehnt. Widersprüchlich bleibt die Rolle des Landratsamts, das bisher keinen Anlass für eine Beseitigungsanordnung der Pergola sieht. Das lässt die Frage aufkommen: Was wird aus dem beliebten Café, das in der Gemeinde für viele ein Stück Heimat darstellt?

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Die Situation ist angespannt, und die Meinungen sind gespalten. Der Marktgemeinderat Sascha Hertel von der Fraktion „Zukunft Markt Schwaben“ hat sich klar auf die Seite des Cafébetreibers geschlagen und fordert eine kompromissfähige Lösung. Doch ob die Gemeinde bereit ist, auf die Forderungen einzugehen oder eine zivilrechtliche Beseitigungsanordnung durchzusetzen, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die kommenden Ratssitzungen versprechen hitzige Diskussionen. Und für die Gäste des „Grünen Pferdes“ bleibt nur eines zu hoffen: dass bald wieder ein kühles Getränk unter der schützenden Pergola genossen werden kann.