Heute ist der 23.07.2026. Der PC-Markt hat einen schockierenden Rückschlag erlitten. Zum ersten Mal seit über zwei Jahren zeigt die Bilanz des Marktes eine schrumpfende Tendenz. Im zweiten Quartal 2026 wurden weltweit zwischen 65 und 68,2 Millionen PC-Geräte ausgeliefert – das entspricht einem Rückgang von 4-5% im Vergleich zum Vorjahr. Ein Ende der Wachstumsserie, die neun Quartale andauerte, ist also besiegelt. Die Hauptursache für diesen Trend? Ein akuter Mangel an Speicherchips, der voraussichtlich bis ins Jahr 2027 anhalten wird.

Die Situation führt nicht nur zu einem Rückgang der Stückzahlen, sondern auch zu steigenden Preisen. Für 2026 wird ein Anstieg der durchschnittlichen Verkaufspreise um 18,3% prognostiziert. Besonders betroffen ist der High-Bandwidth-Speicher (HBM), dessen hohe Nachfrage für Künstliche Intelligenz das Angebot an Consumer-DRAM verknappen. Die Preise für DDR5-Speicher sind im Juli auf das 4,5-fache des Vorjahresniveaus gestiegen. Hersteller wie Lenovo, HP und Dell müssen in dieser angespannten Lage mit Rückgängen bei den Auslieferungen kämpfen.

Apples Aufwind im Sturm

Apple hingegen scheint sich inmitten dieses Marktturbulenzs wie ein Phönix aus der Asche zu erheben. Im zweiten Quartal 2026 hat der Tech-Riese schätzungsweise 6,7 Millionen Macs ausgeliefert, was einem Plus von 10,1% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Damit steigt der Marktanteil von Apple im PC-Segment von 8,5% auf 9,9%. Ein wichtiger Faktor für diesen Aufschwung war der Marktstart des MacBook Neo im März, das trotz einer Preiserhöhung von 599 USD auf 699 USD nach wie vor große Nachfrage verzeichnet. Apple profitiert zudem von Skaleneffekten, da Komponenten für unterschiedliche Produktkategorien beschafft werden.

Der US-PC-Markt wird voraussichtlich um etwa 13% einbrechen, während Apple in China und Indien robustes Wachstum zeigt. In der ersten Jahreshälfte 2026 konnte das Unternehmen in diesen Ländern sogar Zuwächse von 23% verzeichnen. Es ist wirklich bemerkenswert, wie Apple die Herausforderungen des Marktes meistert. Die hohen Preise, die von den Herstellern aufgrund der gestiegenen Kosten für Bauteile an die Kunden weitergegeben werden, scheinen die Apple-Anhänger nicht abzuschrecken.

Die Herausforderungen für die Branche

Die Situation ist jedoch nicht für alle Hersteller rosig. Unternehmen wie HP und Dell verzeichneten im zweiten Quartal Einbußen von 9% beziehungsweise 5%. Acer hingegen konnte mit einem Wachstum von 12,8% auftrumpfen und belegt nun den fünften Platz im US-Markt, was vor allem auf den Anstieg der Chromebook-Verkäufe zurückzuführen ist. Diese Entwicklung zeigt, dass nicht jeder Hersteller gleichermaßen vom aktuellen Marktumfeld profitieren kann.

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Die Prognosen deuten darauf hin, dass das Wachstum im PC-Markt in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschwächt sein wird. Der Engpass bei Speicherbausteinen wird, so die Experten, bis Anfang 2028 anhalten. Größere Hardwarekonzerne haben dabei den Vorteil, dass sie stärkere Verhandlungsmacht besitzen und sich die benötigten Speicherchips besser sichern können als kleinere Anbieter. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird und ob Apple seinen Aufwärtstrend aufrechterhalten kann, während andere Hersteller in der Defensive bleiben.